|  |  |
+++ MEDIZIN-TELEGRAMM +++ CHIRURGIE

| +++ Mundhöhlenkrebs +++ Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen müssen engmaschig sein 22. Februar 2012 – Krebs der Mundhöhle und des Mundrachens macht hierzulande etwa drei von 100 Krebsfällen insgesamt aus. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome, die von der Mundschleimhaut ausgehen. Vor allem in den ersten beiden Jahren nach der Therapie besteht die Gefahr, dass der Krebs zurückkehrt. Häufige und regelmäßige Nachsorgeunter-suchungen werden deshalb empfohlen. Rund 11.000-mal wird in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Krebs der Mundhöhle oder des Mundrachens (Oropharynx) gestellt, davon in zwei Drittel der Fälle bei Männern. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, bestehen gute Heilungsaussichten. Hat sich der Tumor dagegen bereits in die Lymphknoten ausgebreitet, ist das Risiko für einen Krankheitsrückfall nach der Therapie hoch. Vor allem in den ersten beiden Jahren sind deshalb engmaschige Nachkontrollen notwendig. >>> |

| +++ Seltene Gerinnungsstörungen +++ Die medizinischen Herausforderungen bei der Therapie seltener Blutungsstörungen. 21. Februar 2012 – Seltene Gerinnungsstörungen werden üblicherweise autosomal-rezessiv vererbt. Ihre weltweite Verbreitung ist variabel. Die Prävalenz reicht von etwa 1:2 Millionen für FII- bzw. FXIII-Mangel bis 1:500.000 bei FVII-Mangel. Die Häufigkeit homozygoter oder doppelt heterozygoter Patienten in der Bevölkerung ursprünglich europäischer Abstammung ist zwar generell gering, allerdings hat jedoch die verstärkte Zuwanderung aus Ländern Afrikas und des Vorderen Orients, in denen Verwandten-Ehen verbreiteter sind, zu einem deutlichen Anstieg der Prävalenz seltener Gerinnungsstörungen in Europa geführt. Deshalb erfordern diese Erkrankungen auch hierzulande mehr Beachtung. Trotz der vielen Fortschritte sind Diagnostik und die Behandlung seltener Gerinnungsstörungen eine große Herausforderung in der klinischen Praxis. Epidemiologische Daten, geeignete Tests für Diagnostik und Monitoring sowie adäquate Behandlungsoptionen sind zwingend notwendig, um den betroffenen Patienten gerecht zu werden. Auf einem Symposium der 56. GTH erläuterten Experten aktuelle Erkenntnisse, Fortschritte und sehr viele noch ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit seltenen Gerinnungsfaktor-Defekten. >>> |

| +++ Wege zur personalisierten Brustkrebs-Therapie +++ Charité startet neues EU-Forschungsprojekt RESPONSIFY - In diesem Projekt werden die Untersuchungen sehr eng mit klinischen Studien der German Breast Group (GBG) verknüpft. 20. Februar 2012 – Die Therapie von Brustkrebs genauer auf die jeweilige Patientin abzustimmen und so erfolglose Behandlungen zu vermeiden: Dieses Ziel haben sich die Charité - Universitätsmedizin Berlin und elf Partnerinstitutionen aus insgesamt sechs Ländern gesetzt. Sie gaben jetzt den Startschuss für das EU-Forschungsprojekt RESPONSIFY. Schlüssel zum Erfolg soll die Entwicklung neuer Biomarker-Tests sein, wie Prof. Carsten Denkert, Leiter des Projekts am Institut für Pathologie der Charité, erläutert. Biomarker-Tests geben Hinweise darauf, ob und wie eine Behandlung sich bei der jeweiligen Patientin auswirkt. Die Tests sollen bereits vor der operativen Tumor-Entfernung die Vorhersage erleichtern, welche Therapie bei einer Patientin erfolgversprechend ist. >>> |
+++ Kiefertransplantat +++ Erstmals Operation bei 83 Jahre alter Patientin erfolgreich durchgeführt Hasselt-Belgien, 18. Februar 2012 – Ein 3D-Drucker hat ermöglicht, dass erstmals einem Menschen ein Unterkiefer transplantiert werden konnte. Der Eingriff wurde bereits im Juni an einer 83 Jahre alten Frau durchgeführt. Wissenschaftler der Universität Hasselt haben die OP jedoch erst jetzt veröffentlicht. Das Transplantat wurde von LayerWise aus Titan- Puder hergestellt, erhitzt und mittels Laser Schicht für Schicht zusammengebaut. Die Patientin litt an einer chronischen Knocheninfektion. Ihre Ärzte gingen davon aus, dass ein Eingriff mittels wieder-herstellender Chirurgie aufgrund ihres Alters zu riskant sein würde und entschieden sich daher für das neue Verfahren. Das komplexe Implantat besteht aus Gelenken, Aussparungen, die das Muskelwachstum fördern sollen und Rillen, die das erneute Wachstum von Nerven und Venen steuern. >>> | 
|

| +++ Morbus Basedow +++ OP versetzt Augen bis zu 9 mm zurück: Bessere Ergebnisse dank Ultraschallsägen und Drei-Wand-Versetzung 30. Januar 2012 – Bad Hofgastein, Zu den heikelsten Gebieten der Chirurgie gehören Operationen, die hinter dem Auge durchgeführt werden. Etwa bei der endokrinen Krankheit Morbus Basedow, die ähnlich wie bestimmte Tumorarten den Augapfel nach vorne treten lässt, ist öfters eine Versetzung der Wände der Augenhöhle nötig. Welche Neuerungen es auf diesem medizinischen Fachgebiet gibt, berichtet Gert Santler, Präsident des vom 31. Januar – 3. Februar 2012 stattfindenden Jahreskongresses der österreichischen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen in Bad Hofgastein. Morbus Basedow ist eine häufige Nebenwirkung einer Schilddrüsen-Fehlfunktion - rund zwei bis drei Prozent der Frauen sind betroffen, bei Männern zehnmal weniger. Entzündungen der Augenhöhle lassen die Augenmuskeln verdicken und vermehren die Fettpolster, was den Augapfel aus der Augenhöhle quellen lässt. "In starken Fällen schließen sich die Lider nicht mehr ganz und das Auge vertrocknet, oder der Sehnerv wird eingeklemmt, was beides zur Erblindung führen kann. >>> |

| +++ Implantate unter Generalverdacht? Deutsche Gesellschaft für Chirurgie fordert europaweite Transparenz und patientenorientierte Aufklärung Berlin 18. Januar 2012 – Die Chirurgie ist auf sichere Medizinprodukte angewiesen, ohne deren Einsatz auch medizinischer Fortschritt nicht möglich ist. Patientensicherheit hat dabei absoluten Vorrang. Bezugnehmend auf den jüngsten Skandal um minderwertige Brustimplantate spricht sich die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) wiederholt dafür aus, den Weg eines Medizinprodukts vom Hersteller bis zum Patienten transparenter zu gestalten. Als Vorbild dafür könnten etwa Register dienen, wie sie chirurgische Fachgesellschaften in Deutschland für Gelenkprothesen oder Kunststoffnetze bei Bruchoperationen erfolgreich einführen. Qualitativ mangelhafte Implantate sind sicherlich die Ausnahme. Die DGCH warnt daher davor, alle Implantate unter Generalverdacht zu stellen und Patienten unnötig zu verunsichern. >>> |

| +++ Invasive Candidosen +++ Echinocandine 1. Wahl bei kritisch kranken Patienten mit Candidainfektion 17. Januar 2012 – Intensivmedizinisch versorgte Patienten sind besonders anfällig für Pilzinfektionen und haben ein hohes Letalitätsrisiko. In Deutschland sind jedes Jahr etwa 40.000 Menschen von dieser invasiven Candida-Infektion betroffen. Bei den Krankenhausinfektionen steht der Hefepilz inzwischen auf Platz 4 der Liste der gefährlichsten Erreger. Ein großes Problem ist die Zunahme resistenter Erreger. Durch Behandlungsmaßnahmen wie z.B. große chirurgische Eingriffe, zentralvenöse Katheter und Hämodialyse wird die Entstehung von invasiven Candida-Infektionen aber noch weiter begünstigt. Um die Therapie so individuell wie möglich gestalten zu können, ist der Einsatz neuer Medikamenten-Klassen unverzichtbar. Echinocandine wie Micafungin (Mycamine®) erhalten in den aktuellen europäischen Leitlinien für die Behandlung kritisch Kranker den höchsten Empfehlungsgrad A-I. >>> |

| +++ Perioperative Patientenerwärmung +++ Vermeidung von Hypothermien – Vorteile für Patient und Klinik 9. Januar 2012 – In Deutschland werden jährlich mehr als 14 Millionen Operationen durchgeführt. Hierbei wird oft unterschätzt, dass jede Anästhesie mit einer Gefahr für eine Hypothermie verbunden ist, da anästhesierte Patienten nicht in der Lage sind ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die physiologischen Folgen einer Narkose setzen praktisch jeden Patienten dem Risiko einer unbeabsichtigten Hypothermie aus, unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichem Zustand. Hypothermien können Auslöser für zahlreiche klinische Komplikationen wie Wundinfektionen, Blutungen und kardiologischen Komplikationen sein, die nicht nur für den Patienten mit einem höheren Mortalitätsrisiko verbunden sind, sondern auch für die Klinik einen erhöhten Kostenaufwand bedeuten. Systeme basierend auf konvektiver Lufterwärmung sollten daher inzwischen zur Standardausrüstung jeder Klinik gehören. >>> |

| +++ Transplantation +++ MHH-Studie zu lebenslänglich haltbaren Herzklappen: 5,2 Millionen Euro von der Europäischen Union für ESPOIR-Studie Hannover, 2. Januar 2011 – Eine Herzklappe zu transplantieren, die nicht abgestoßen wird, ein Leben lang hält und bei Kindern sogar mitwächst - diesem Ziel widmet sich die Studie "European clinical study for the application of regenerative heart valves" (ESPOIR), die am 1. Januar 2012 unter der Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) startete. Die Europäische Union (EU) unterstützt das Vorhaben mit 5,2 Millionen Euro für vier Jahre. An der Studie nehmen außer der MHH sieben große europäische Kinderherzzentren teil. Insgesamt werden 200 Patienten behandelt. Die menschlichen Spenderklappen erhalten sie aus Gewebespenden im Rahmen dieser klinischen Studie von zwei gemeinnützigen Einrichtungen: der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation und der European Homograft Bank. Corlife, eine MHH-Ausgründung, prozessiert die Spenderklappen. Die Leibniz Universität Hannover kümmert sich um Administration und Organisation der Studie. >>> |
+++ Skandal um fehlerhafte Brustimplantate +++ Billig-Brustimplantate-Hersteller will unter anderem Namen weiter produzieren 30. Dezember 2011 – Der Firmenchef von PIP (Poly Implant Prothèse), französischer Hersteller möglicherweise krebserregender Brustimplantate, will weiterhin medizinische Produkte herstellen. Weltweit sollen etwa 400.000 bis 500.000 Frauen minderwertige Silikonkissen des Herstellers PIP tragen. Die genaue Zahl der in Deutschland Betroffenen ist bislang unbekannt. Nach Informationen der französischen Tageszeitung „Nice Matin“ meldete Jean-Claude Mas bereits auf den Namen seiner beiden Söhne eine neue Firma zur Produktion von Implantaten an. Beim Handelsgericht in Toulon sei im Juni das Unternehmen France Implant Technologie (FIT) eingetragen worden. Vater Jean-Claude sei als kaufmännisch-technischer Berater vorgesehen gewesen. Laut dem Handelsregister von Toulon handelt es sich um ein Unternehmen, das chirurgisches und zahntechnisches Material herstellt. Dem Geschäftsplan zufolge, den „Nice-Matin“ veröffentlichte, will FIT aber Brustimplantate produzieren und greift dabei „dank seiner Mitarbeiter“ auf eine 30-jährige Erfahrung zurück. Neben Mas sollen zwei weitere PIP-Führungskräfte in dem neuen Unternehmen arbeiten. >>> | 
|

| +++ Zelltransplantation +++ Kurativer Therapieansatz bei einer Vielzahl von hämatologischen Erkrankungen Basel, gemeinsame Jahrestagung der DGHO, ÖGHO, SGMO und SGH+SSH 2011 – Seit der ersten erfolgreichen Knochenmarktransplantation vor 36 Jahren in den USA hat sich die Stammzelltransplantation zu einem festen Bestandteil in der Behandlung bösartiger Bluterkrankungen entwickelt. Insbesondere im pädiatrischen Bereich gibt es aber auch eine Reihe von zwar nicht bösartigen, aber dennoch lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie z. B. angeborene Anämien oder Immundefekte, die mit einer Stammzelltransplantation geheilt werden können. Die Transplantation allogener hämatopoetischer Stammzellen ist heute ein etabliertes Therapieelement bei hämatologischen Neoplasien mit hohem Rückfallrisiko sowie bei Patienten mit angeborenem oder erworbenem Knochenmarksversagen und Immundefekt. Diese Therapieform ist jedoch mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden. Hauptursachen hierfür sind - neben opportunistischen Infektionen und der Venoocclusiven Erkrankung (VOD) – die Graft-versus-Host Erkrankung (GvHD) und ein Rezidivieren der zugrundeliegenden Grunderkrankung. >>> |

| +++ Dem Fachkräftemangel in der Pflege begegnen +++ Erstes Trainee-Programm für Intensivpflege-Personal in Deutschland Berlin, 9. Dezember 2011 – Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat ein neues Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte in der Intensivpflege entwickelt. Fünfzehn bis zwanzig Pflegekräfte treten ab Januar 2012 ein 15-monatiges Traineeship an, das in Praxis und Theorie für die internistische und chirurgische Intensivpflege qualifizieren soll. Dieses Modell ist in Deutschland bisher einmalig. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlaufen bis zu fünf intensivpflegerische Bereiche und erhalten zusätzlich 200 Stunden theoretischen Unterricht. Das Programm richtet sich an Pflegende unmittelbar nach der Ausbildung oder ohne intensivpflegerische Vorerfahrung genauso wie an Personal aus der ambulanten Intensivpflege oder an berufliche Wiedereinsteiger. "Wir sind wie alle Kliniken in Deutschland speziell in der Intensivpflege und im Anästhesie- und OP-Funktionsdienst mit einem Mangel an Fachkräften und einer hohen Fluktuation konfrontiert", erklärt Helmut Schiffer, stellvertretender Pflegedirektor der Charité. >>> |
+++ Nephrologie +++ Nierenpatienten haben in Deutschland mehr Chancen – Überlebensraten sind besser als in den USA 5. Dezember 2011 – Bei komplexen Fällen von Nierenversagen funktioniert die medizinische Versorgung in Deutschland offenbar besser als in den USA. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin konnten zeigen, dass deutsche Patienten, die durch eine vorangegangene Immunisierung ein erhöhtes Risiko für Abstoßungsreaktionen aufweisen, bessere Überlebensraten aufweisen als ähnlich schwer erkrankte Menschen in den USA. Dies gilt sowohl während der Dialyse als auch für die Zeit nach Erhalt einer neuen Niere. Die Gründe hierfür sehen die Forscher nicht nur in der besseren Qualität der Dialyse in Deutschland, sondern vor allem in dem sehr gut funktionierenden europäischen Organvergabesystem, mit dessen Hilfe die Daten von Organspendern und Empfängern erfasst, analysiert und so optimal an die passenden Patienten zugeteilt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in einem »Letter to the Editor« im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. >>> | 
|

| +++ Wundbehandlung +++ Innovativer Therapieansatz zur „Dechronifizierung“ eröffnet neue Heilungschancen bei der Behandlung therapierefraktärer, chronischer Wunden München, 28. Oktober 2011 – Die Behandlung therapieresistenter chronischer Wunden, insbesondere Wunden mit freiliegenden Knochen oder Sehnen, ist eine große Herausforderung für Arzt und Patient. Mit PolyHeal™ hat das israelische Unternehmen TEVA nun ein Medizinprodukt vorgestellt, die Granulationsphase insbesondere bei schwierigen und nicht-heilenden Wunden anzustoßen. Mit diesem Produkt steht nun eine Behandlungsoption zur Verfügung, therapieresistente chronische Wunden gleich welcher Ätiologie in eine aktive Wunde zu überführen, sodass der physiologische Heilungsprozess reaktiviert wird und die Wunde heilen kann. Bei einer Launch-Pressekonferenz des Unternehmens berichteten Experten aus Deutschland und aus Israel von ihren Erfahrungen mit PolyHeal™. >>> |

|
 |
|  |
|
|  |