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 Seltene Erkrankungen 

Familiäre Hypercholesterinämie (FH)

 

 

Aufgrund der lebenslangen Akkumulation von erhöhtem LDL-Cholesterin haben FH-Patienten ein signifikant erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese können bei FH-Patienten Jahrzehnte früher auftreten (bei manchen Personen sogar schon im Alter von 20 bis 30 Jahren). Etwa 50 Prozent der Männer mit FH haben bis zum Alter von 50 Jahren schon ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten.

+++ Familiäre Hypercholesterinämie +++
Eine Familienangelegenheit: Wenn Lipide aus dem Ruder laufen
8. Februar 2012 – Bei einer familiären Hypercholesterinämie (FH) steigt der Cholesterinspiegel genetisch bedingt stark an. Das Risiko dieser Personengruppe eine Arteriosklerose zu entwickeln ist erhöht und Folgeerkrankungen der Verkalkung, wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall treten früher auf. Auch Fetteinlagerungen an der Haut, sogenannte Xanthome, zeigen sich bisweilen schon frühzeitig. Die Familiäre Hypercholesterinämie erfordert eine hochwirksame lipidsenkende Therapie, um die sehr hohen LDL-Cholesterinwerte in den „grünen Bereich“ zu senken und so das kardiovaskuläre Risiko zu reduzieren. Die übliche Pharmakotherapie stößt hier jedoch an ihre Grenzen. Als Ultima ratio bleibt die LDL-Apherese. Innovative medikamentöse Ansätze sind für diese Patienten daher hochwillkommen.  >>> 

 

+++ Familiäre Hypercholesterinämie +++
Frühzeitige Diagnose und Therapie durch DNA-Chip
Berlin – Die Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist die am weitesten verbreitete genetische Störung, sie wird häufig gar nicht oder zu spät erkannt. Eine zuverlässige und effiziente Diagnose der genetischen Störung mittels DNA-Chip soll das bis zu 5fach erhöhte kardiovaskuläre Risiko der Patienten verringern. Ohne medikamentöse Therapie manifestieren sich bei Männern mit FH bereits in der vierten Lebensdekade Symptome der koronaren Herzerkrankung, bei Frauen etwa zehn Jahre später. Im Alter von 60 Jahren haben etwa 60 Prozent der Männer einen Myokardinfakt erlitten. Für die zielgerichtete Behandlung steht mit dem Gallensäurenbinder Colesevelam (Cholestagel®) von Genzyme eine Therapieoption zur Verfügung, die auch bei Statinunverträglichkeit eingesetzt werden kann.  >>>  

 

+++ Trommsdorff und Genzyme vereinbaren Co-Promotion +++
Partnerschaft für die Bewerbung des modernen Gallensäurebinders und Cholesterinsenkers Cholestagel®
Neu-Isenburg / Alsdorf – Das Biotechnologieunternehmen Genzyme und Trommsdorff gaben Anfang August bekannt, den modernen LDL-Cholesterinsenker Cholestagel® (Colesevelam HCl) auf der Grundlage eines Co-Promotionsvertrages ab sofort gemeinsam in Deutschland zu bewerben. Das Präparat ergänzt das bereits bestehende kardiovaskuläre Produktportfolio von Trommsdorff um ein weiteres wichtiges Arzneimittel. Die Kooperation umfasst neben der Besprechung von Cholestagel® durch die spezialisierte Cardio-Außendienst-Linie von Trommsdorff auch eine enge Zusammenarbeit im Marketing und gemeinsame Kongressauftritte. Die Logistik, die Vertriebsrechte sowie F&E bleiben weiterhin bei Genzyme.  >>> 

 

+++ Herz und Hirn gezielt schützen +++
Von den Fettstoffwechselstörungen bis zur Demenz
Berlin – Ein gestörter Fettstoffwechsel kann nicht nur auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch von vaskulärer Demenz oder aber einer Alzheimer-Erkrankung Einfluss nehmen.  Spannende Erkenntnisse, die neue Therapieoptionen eröffnen, so das Fazit der Experten in einem Lunch-Symposium anlässlich des 58. Ärztekongresses/CHARITÉ Fortbildungsforums in Berlin. Zur Beurteilung des KHK-Risikos sollten beispielsweise neben dem LDL-Cholesterin auch die Triglyzeride genauer betrachtet werden. Eine adäquate Basistherapie im Falle erhöhter Werte ist die Gabe hochkonzentrierter, kardioprotektiven Omega-3-Fettsäuren. In der Therapie der vaskulären Demenz tritt zunehmend CDP-Cholin in den Fokus, eine körpereigene Substanz, die die Stoffwechselaktivität sowie die Regenerationsfähigkeit der Nervenzellen im Gehirn unterstützt.  >>>  

 

+++ Familiäre Hypercholesterinämie +++
Veröffentlichung der Phase-4 Studie TRIPLE zeigt: zusätzliche LDL-Cholesterin Senkung mit Cholestagel bei austherapierten Patienten
Neu-Isenburg, 27. Mai 2010 – Die positiven Ergebnisse der Studie zu Cholestagel® (Colesevelam) sind in der neuesten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Clinical Therapeutics“ veröffentlicht worden. In dieser Studie wurden Patienten mit Familiärer Hypercholesterinämie (FH) untersucht, die trotz Behandlung mit einer maximal verträglichen Dosis von Statin und Ezetimib ihre Zielwerte nicht erreichen. Bei diesen Hochrisikopatienten wurde beim primären Endpunkt nach 6-wöchiger Beobachtungsdauer eine signifikante 18,5%ige Veränderung des LDL-Cholesterins (LDL-C) zur Vergleichsgruppe gezeigt (p<0,0001). Dieses Ergebnis unterstreicht den Nutzen einer Add-on-Therapie mit Cholestagel® zusätzlich zur Therapie mit Statinen und Ezetimib bei diesen Hochrisiko-Patienten.  >>>  

 

Zusammenfassung
Die Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine hereditäre Dyslipidämie mit permanent und isoliert erhöhten Spiegeln des zirkulierenden Low-Density Lipoproteins (LDL). Die Prävalenz der heterozygoten, dominant vererbten Form der Krankheit wird auf 1:500 geschätzt, aber auch sehr viel seltenere Formen wurden beschrieben. Die FH wird oft als kodominantes Merkmal vererbt. Die heterozygote Form ist oft klinisch stumm und wird dann nur bei einer vollständigen Lipidanalyse (nach 12-stündigem Fasten) entdeckt. Diagnostische Scores berücksichtigen die Familienanamnese (über drei oder mehr Generationen), die persönliche Anamnese in Hinblick auf koronare Herzkrankheit, extravaskuläre Ablagerungen und eine isolierte Hypercholesterinämie, die auf eine fett-kontrollierte Diät nicht anspricht.

Die schwere homozygote Form ist sehr selten (1: 1 Million) und wird schon in den ersten beiden Lebensjahren klinisch manifest. Charakteristische Symptome sind extravaskuläre Ablagerungen von Cholesterin (Xanthome) in der Haut und den Sehnen, LDL-Spiegel > 3,30 g/L und eine Arteriopathie (Aortenstenose, koronare Herzkrankheit) vor dem 10. Lebensjahr. Die rezessiv vererbte Hypercholesterinämie (bisher wurden weniger als 20 Fälle beschrieben) ist gekennzeichnet durch Xanthome und/oder Arteriosklerose bei Kindern mit schwerer Hypercholesterinämie, deren Eltern normale Lipidspiegel haben. Ursache der FH sind Mutationen, die eine defekte Endozytose des LDL zur Folge haben.

Für die dominanten Formen sind Mutationen in den folgenden Genen verantwortlich: LDLR (19p13.2), das Gen für den LDL-Rezeptor (2/3 bis 3/4 der dominant vererbten Fälle), APOB (2p24), das Gen für den LDL-Rezeptorliganden und PCSK9 (1p34.1-p32), das Gen für einen Modulator der hepatischen Endozytose. Ursächliche Mutationen für die rezessiv vererbten Formen wurden in den Genen LDLRAP1 (1p36-p35), ABCG5 und ABCG8 (beide in 2p21) gefunden. Differentialdiagnostisch zu erwägen sind die Familiäre kombinierte Hyperlipidämie (mehrere Verwandte mit Gesamtlipiden > 2g/L) und die Polygene kombinierte Hyperlipidämie (moderate und fluktuierende Hyperlipidämie, Normalisierung unter lipid-kontrollierter Diät, keine Hinweise auf FH in der Familie über 3 Generationen).

Diagnostische Scores erlauben bei Erwachsenen und Kindern die klinische Unterscheidung zwischen heterozygoter FH und Kombinierter Hyperlipidämie. Durch molekulare Analyse wird die Diagnose bestätigt. Wegen des hohen Risikos einer kardiovaskulären Erkrankung sollte die Diagnose der FH bei einer Person unmittelbar zur Untersuchung der ganzen Familie führen. Die Behandlung soll so früh wie möglich beginnen, bereits zur Zeit der klinisch stummen Krankheitsphase, wenn die arteriellen Veränderungen noch reversibel sind. Allen Familien, in denen mindestens ein Mitglied mit homozygoter FH erkrankt ist und in denen bei den Eltern die ursächlichen Mutationen identifiziert wurden, ist eine vorgeburtliche Diagnostik anzubieten.

Die schwere FH soll in einem Spezialzentrum für angeborene Stoffwechselkrankheiten erfolgen. Die heterozygote HF spricht auf fettreduzierte und medikamentöse Behandlung (Statine; Harze zur Hemmung der Cholesterinresorption) an. Therapieziel ist eine Reduktion des LDL-Cholesterins um 50%. Prognostische Faktoren sind das Alter der Patienten, der LDL-Cholesterinspiegel und das Ausmaß der Belastung mit erhöhten LDL-Spiegeln, der die Arterien seit Geburt ausgesetzt waren. Ohne Behandlung ist das Risiko eines plötzlichen Todes (initiale Manifestation einer progredienten Arteriosklerose proximal von den Koronararterien) vor dem 40. Lebensjahr bei Personen mit FH gegenüber der Allgemeinbevölkerung 50-fach erhöht. Dagegen ist die Prognose der Patienten exzellent, wenn sie früh und ausreichend behandelt werden.

Autor: Dr. P. Benlian (Juli 2008).

 

 

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