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+++ MEDIZIN-TELEGRAMM +++ INTESIV-MEDIZIN

| +++ Seltene Gerinnungsstörungen +++ Die medizinischen Herausforderungen bei der Therapie seltener Blutungsstörungen. 21. Februar 2012 – Seltene Gerinnungsstörungen werden üblicherweise autosomal-rezessiv vererbt. Ihre weltweite Verbreitung ist variabel. Die Prävalenz reicht von etwa 1:2 Millionen für FII- bzw. FXIII-Mangel bis 1:500.000 bei FVII-Mangel. Die Häufigkeit homozygoter oder doppelt heterozygoter Patienten in der Bevölkerung ursprünglich europäischer Abstammung ist zwar generell gering, allerdings hat jedoch die verstärkte Zuwanderung aus Ländern Afrikas und des Vorderen Orients, in denen Verwandten-Ehen verbreiteter sind, zu einem deutlichen Anstieg der Prävalenz seltener Gerinnungsstörungen in Europa geführt. Deshalb erfordern diese Erkrankungen auch hierzulande mehr Beachtung. Trotz der vielen Fortschritte sind Diagnostik und die Behandlung seltener Gerinnungsstörungen eine große Herausforderung in der klinischen Praxis. Epidemiologische Daten, geeignete Tests für Diagnostik und Monitoring sowie adäquate Behandlungsoptionen sind zwingend notwendig, um den betroffenen Patienten gerecht zu werden. Auf einem Symposium der 56. GTH erläuterten Experten aktuelle Erkenntnisse, Fortschritte und sehr viele noch ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit seltenen Gerinnungsfaktor-Defekten. >>> |

| +++ Erhöhter Blutzucker in Kliniken oft unerkannt +++ Deutsche Diabetes Gesellschaft fordert besseres Diabetes-Management im Krankenhaus 7. Februar 2012 – Berlin, Krankenhausaufenthalte sind für Menschen mit Diabetes mellitus mit erhöhten Risiken verbunden. Doch in vielen Fällen weiß weder der Patient von seiner Erkrankung, noch erkennt der Arzt sie. Entgleist der Blutzucker, kann dies schnell lebensbedrohlich werden. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft setzt sich deshalb für systematische Blutzucker-Tests bei stationärer Aufnahme ein. Mit einem solchen Screening und einem gezielten Diabetes-Management könnten die Behandlung von Menschen mit Diabetes verbessert und zugleich Kosten eingespart werden. Mit etwa sieben Millionen bekannten Erkrankungen in Deutschland und einer Dunkelziffer von weiteren zwei bis drei Millionen gehört Diabetes mellitus zu den größten Volkskrankheiten. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, zwischen 20 und 30 Prozent sind betroffen. Da zudem überwiegend ältere Menschen im Krankenhaus liegen, ist der Anteil der Diabetiker im Krankenhaus entsprechend hoch. >>> |

| +++ Invasive Candidosen +++ Echinocandine 1. Wahl bei kritisch kranken Patienten mit Candidainfektion 17. Januar 2012 – Intensivmedizinisch versorgte Patienten sind besonders anfällig für Pilzinfektionen und haben ein hohes Letalitätsrisiko. In Deutschland sind jedes Jahr etwa 40.000 Menschen von dieser invasiven Candida-Infektion betroffen. Bei den Krankenhausinfektionen steht der Hefepilz inzwischen auf Platz 4 der Liste der gefährlichsten Erreger. Ein großes Problem ist die Zunahme resistenter Erreger. Durch Behandlungsmaßnahmen wie z.B. große chirurgische Eingriffe, zentralvenöse Katheter und Hämodialyse wird die Entstehung von invasiven Candida-Infektionen aber noch weiter begünstigt. Um die Therapie so individuell wie möglich gestalten zu können, ist der Einsatz neuer Medikamenten-Klassen unverzichtbar. Echinocandine wie Micafungin (Mycamine®) erhalten in den aktuellen europäischen Leitlinien für die Behandlung kritisch Kranker den höchsten Empfehlungsgrad A-I. >>> |

| +++ Perioperative Patientenerwärmung +++ Vermeidung von Hypothermien – Vorteile für Patient und Klinik 9. Januar 2012 – In Deutschland werden jährlich mehr als 14 Millionen Operationen durchgeführt. Hierbei wird oft unterschätzt, dass jede Anästhesie mit einer Gefahr für eine Hypothermie verbunden ist, da anästhesierte Patienten nicht in der Lage sind ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die physiologischen Folgen einer Narkose setzen praktisch jeden Patienten dem Risiko einer unbeabsichtigten Hypothermie aus, unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichem Zustand. Hypothermien können Auslöser für zahlreiche klinische Komplikationen wie Wundinfektionen, Blutungen und kardiologischen Komplikationen sein, die nicht nur für den Patienten mit einem höheren Mortalitätsrisiko verbunden sind, sondern auch für die Klinik einen erhöhten Kostenaufwand bedeuten. Systeme basierend auf konvektiver Lufterwärmung sollten daher inzwischen zur Standardausrüstung jeder Klinik gehören. >>> |

| +++ Dem Fachkräftemangel in der Pflege begegnen +++ Erstes Trainee-Programm für Intensivpflege-Personal in Deutschland Berlin, 9. Dezember 2011 – Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat ein neues Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte in der Intensivpflege entwickelt. Fünfzehn bis zwanzig Pflegekräfte treten ab Januar 2012 ein 15-monatiges Traineeship an, das in Praxis und Theorie für die internistische und chirurgische Intensivpflege qualifizieren soll. Dieses Modell ist in Deutschland bisher einmalig. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlaufen bis zu fünf intensivpflegerische Bereiche und erhalten zusätzlich 200 Stunden theoretischen Unterricht. Das Programm richtet sich an Pflegende unmittelbar nach der Ausbildung oder ohne intensivpflegerische Vorerfahrung genauso wie an Personal aus der ambulanten Intensivpflege oder an berufliche Wiedereinsteiger. "Wir sind wie alle Kliniken in Deutschland speziell in der Intensivpflege und im Anästhesie- und OP-Funktionsdienst mit einem Mangel an Fachkräften und einer hohen Fluktuation konfrontiert", erklärt Helmut Schiffer, stellvertretender Pflegedirektor der Charité. >>> |

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