HOME
MEDIZIN-TELEGRAMM
Adipositas
Allergologie
Andrologie
Angiologie
Dermatologie
Dermato-Ästhetik
Diabetologie
Endokrinologie
Erholsamer Schlaf
Gastroenterologie
Geriatrie
Gynäkologie
HAE-Hered. Angioödem
Infektiologie
Inkontinenz
Kardiologie
Nephrologie
Neurologie
Archiv / Neurologie
Ophthalmologie
Orthopädie
Osteoporose
Pädiatrie
Pneumologie
Psychiatrie
Rheumatologie
Schmerz-Therapie
Sucht & Drogen
Thrombose-Management
Urologie
ONKOLOGIE-TELEGRAMM
CHIRURGIE
FORTBILDUNG
INTENSIV-MEDIZIN
KREBS BEI KINDERN
PALLIATIVMEDIZIN
SELTENE ERKRANKUNGEN
TRANSPLANTATION
UNI-NEWS
PARTNER & LINKS
RISIKO-INFORMATION
NEWSLETTER-ABO
IMPRESSUM

+++ MEDIZIN-TELEGRAMM +++ 

 NEUROLOGIE 

 

Die Folge einer ACTH-Überproduktion ist die Ausbildung eines zentralen Cushing-Syndroms. Außerdem dem können zahlreiche schwere Komorbiditäten mit der Erkrankung einhergehen. Dazu gehören Osteoporose, Diabetes mellitus, Hypertonie, Infektionen, Fettstoffwechselstörungen, Nierensteine, Depressionen und Psychosen.

+++ Morbus Cushing +++
Erste zugelassene medikamentöse Therapie.
14. Mai 2012 – Morbus Cushing ist eine seltene, sehr schwere Hypophysenerkrankung. Etwa 3000 Patienten leben in Deutschland. Die Anzahl der Neuerkrankungen wird auf zwei Patienten pro einer Million Einwohner und Jahr geschätzt. Am häufigsten tritt Morbus Cushing zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, mehr als 70 Prozent der Erkrankten sind Frauen. Ursache von Morbus Cushing ist ein ACTH (Adrenocorticotropes Hormon)-produzierender gutartiger Tumor der Hypophyse, der eine Überproduktion von Cortisol durch die Nebennieren bewirkt. In diesem Zusammenhang wird auch der Ausdruck Hypercortisolismus verwendet.

Trotz hohen medizinischen Bedarfs gab es bislang keine zugelassene medikamentöse Therapie mit nachgewiesener Evidenz. Mit der aktuellen EU-Zulassung von Pasireotid (Signifor®) zur Behandlung von Morbus Cushing-Patienten wird diese Therapielücke geschlossen. Basis hierfür sind die positiven Ergebnisse einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie.  >>>  

  

Jeden Morgen ins Büro gehen, die Freizeit mit Freunden verbringen, mit der Familie rausgehen und aktiv sein: Was sich für viele Menschen als „normaler“ Alltag gestaltet, ist für Multiple Sklerose-Betroffene nicht immer alltäglich: Denn die Angst vor dem nächsten Schub oder der Therapie können das tägliche Leben stark beeinflussen.

+++ 1 Jahr orale MS-Therapie +++
Hohe Wirksamkeit von Fingolimod durch Langzeitdaten bestätigt.
8. Mai 2012 – Mit Fingolimod wurde eine neue Behandlungsoption zugelassen, die einerseits hocheffektiv die Schübe reduziert und andererseits durch die orale Anwendung das tägliche Leben leichter machen kann. Im Vergleich zu IFNß-1a i.m. reduzierte Fingolimod die jährliche Schubrate bei behandlungsnaiven Patienten mit hoher Krankheitsaktivität und bei vorbehandelten Patienten in der 12-monatigen TRANSFORMS-Studie um 52 Prozent. Die FREEDOMS-Studie hat gezeigt, dass die Schubrate gegenüber Plazebo nach 24 Monaten um 46 Prozent verringert wurde. Das Risiko der Behinderungsprogression war gegenüber Plazebo um 37 Prozent reduziert. In beiden Studien war die Wirkung von Fingolimod auf Schubrate, Behinderungsprogression und MRT-Parameter unabhängig von Faktoren wie einer Vorbehandlung und der Krankheitsaktivität vor Studienbeginn. Ein Jahr nachdem das Arzneimittel auch in Deutschland zur Verfügung steht, wurden weltweit bereits über 36.000 erfolgreich Patienten behandelt.  >>>  

  

Im vorliegenden Rote-Hand-Brief werden aktualisierte Empfehlungen gegeben, die das Ergebnis einer umfassenden Nutzen-Risiko-Bewertung durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA sind.

+++ Neue Risikoinformation +++
Aktualisierung der kardiovaskulären Überwachung zu Beginn der Therapie mit Gilenya® (Fingolimod)!
Berlin, 26. April 2012 – Das selektive Immunsuppressivum Fingolimod ist als Monotherapie zugelassen zur Behandlung von Patienten mit hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose, die entweder eine hohe Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit einem Beta-Interferon zeigen oder die einen rasch fortschreitenden, schweren Verlauf aufweisen.

Im Januar 2012 wurde bereits über vorläufige Maßnahmen bezüglich der kardiovaskulären Überwachung zu Beginn der Therapie mit Gilenya® (Fingolimod) informiert. Im Rote-Hand-Brief sind Hinweise zu Vor- und Begleiterkrankungen sowie zu Begleitmedikamenten enthalten, bei denen die Gabe von Fingolimod nicht empfohlen wird. Außerdem werden die erforderlichen Maßnahmen zur Überwachung bei Behandlungsbeginn und Kriterien für ein verlängertes Monitoring aufgeführt.  >>>  

 

„Wir freuen uns sehr, niedergelassenen Neurologen und Hausärzten diese detaillierten Hinweise zur MS-Diagnose und Therapie an die Hand geben zu können“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Oertel, erster Vorsitzender der DGN. „Denn die evidenzbasierte Medizin ermöglicht es, Patienten immer anhand der besten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu behandeln“, ergänzt Prof. Dr. Heinz Wiendl, Vorstandssprecher des KKNMS.

+++ Multiple Sklerose +++
S2e-Niveau sichert Qualität bei Diagnose und Therapie der MS.
26. April 2012 – Erstmals gibt es in Deutschland nun eine S2-Leitlinie zu Multipler Sklerose. Experten des KKNMS haben die aktuelle Überarbeitung federführend im Auftrag der DGN erstellt. Erstmals entspricht die Leitlinie S2e-Niveau, d.h. sie ist von höherer Qualität als die vorangegangene Version, da eine systematische evidenzbasierte Recherche und Einordnung wissenschaftlicher Publikationen und Studien stattgefunden hat. Die Diagnose wird darin vereinfacht und präzisiert, das Stufenschema zur Therapie berücksichtigt nun auch die neuen Medikamente Natalizumab und Fingolimod. Die Leitlinie soll für einheitliche Standards bei Diagnose und Therapie sorgen. Sie wurde von der DGN in Auftrag gegeben und federführend vom Krankheitsbezogenen Kompetenznetz MS (KKNMS) erstellt – auf dessen Homepage kann sie jetzt jeder Arzt als PDF herunterladen. Berücksichtigt wurde nun das neue orale Therapeutikum Fingolimod, und für Natalizumab wird der Umgang mit Risikopatienten exakter erläutert. So gibt es Handlungsanweisungen für die Erkennung einer PML, zum Management dieser Komplikation und zur Risikostratifizierung. Die neue Leitlinie ist zudem praxisorientierter. Dem Arzt werden Empfehlungen an die Hand gegeben, was er beachten sollte, wenn er eine bestimmte Therapie anwendet.  >>>  

  

Leider zeigt sich erneut, dass das IQWiG nicht gewillt ist, dem G-BA eine brauchbare Bewertungsgrundlage zur Entscheidung über den Zusatznutzen eines Arzneimittels auf Basis der Zulassungsstudien zur Verfügung zu stellen.

+++ Moving Forward +++
Innovative Therapie bei MS-induzierter Spastik.
24. April 2012 – MS-induzierte Spastik, eine Verkrampfung der Muskulatur, ist ein häufiges Symptom der Multiplen Sklerose. Schätzungen zufolge entwickeln etwa 80 Prozent der ca. 130.000 MS-Patienten in Deutschland im Verlauf ihrer Erkrankung eine Spastik, die zur Beein-trächtigung der Beweglichkeit, der körperlichen Leistungsfähigkeit und damit der Lebensqualität führt. Gravierende Auswirkungen auf Berufs-tätigkeit, Freizeitgestaltung und Familienleben sind die Folge. Hinzu kommen psychische Probleme durch den Verlust von Autonomie und Selbstverständnis.

Eine unzureichend behandelte Spastik kann dauerhafte Folgen haben und außerdem den Umgang mit anderen Symptomen der Multiplen Sklerose erschweren. Für die Therapie werden bisher vor allem Muskelrelaxanzien Baclofen und Tizanidin sowie die Antikonvulsiva Gabapentin und Clonazepam eingesetzt. Doch viele Patienten können damit nicht ausreichend behandelt werden.  >>>  

  

Researchers are to conduct the world's biggest study into the causes of Parkinson's disease, a brain condition that affects almost 130,000 people in the UK.  They are hoping to find better ways of both diagnosing and treating the disease.  Charity Parkinson's UK is looking for 3,000 volunteers with the condition - and their siblings - to take part in the study.

+++ Parkinson +++
Größte Studie soll Heilung für Betroffene finden: Patientendaten werden Experten international zur Verfügung gestellt.
18. April 2012 – Glasgow,  mit Donald Grosset wird ein Wissenschaftler der University of Glasgow die derzeit weltgrößte Studie zur Erforschung der Ursachen von Parkinson leiten. Laut dem Neurologen hoffen die Forscher bessere Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung zu finden. Parkinson's UK sucht dafür derzeit 3.000 Patienten und ihre Geschwister. Allein in Großbritannien sind fast 130.000 Menschen an Parkinson erkrankt.

Für die Studie sollen die Patienten begleitet werden. Menschen, bei denen die Krankheit gerade erst diagnostiziert wurde, Patienten unter 50 Jahren sowie auch ihre Brüder und Schwestern. Ziel ist es, Marker im Blut zu finden, die für einen einfachen Parkinson-Test eingesetzt werden können. Derzeit gibt es keine Diagnosemöglichkeit. Die Frühdiagnose mit richtigen Medikamenten ist entscheidend.  >>>  

 

Bei richtiger Anwendung sind Fentanylpflaster wirksame und sichere  Schmerzmittel. Die britische und die US-amerikanische Arzneimittelbehörde warnen jedoch vor schweren Intoxikationen aufgrund von Anwendungsproblemen: durch falsche Dosierung, unzweckmäßigen Einsatz oder auch Unglücksfälle wie das Verschlucken von Pflastern durch Kinder. Die FDA weist darauf hin, dass Fentanylpflaster entsprechend der US-Zulassung nur bei opioidtoleranten Patienten eingesetzt werden sollen.

+++ UAW-News International +++
Unkritische Anwendung von Fentanylpflastern erhöht das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen!
Berlin, 10. April 2012 – Bei richtiger Anwendung sind Fentanylpflaster wirksame und sichere Schmerzmittel. Auch in Deutschland sind Fentanylpflaster zum stark wirksamen Opioid der ersten Wahl geworden. Bei Verordnung und Umgang werden jedoch Empfehlungen für eine sichere Anwendung nicht immer beachtet: So werden Fentanylpflaster häufig bei opioidnaiven Patienten eingesetzt und durch die Verordnung von zu hohen Dosierungen bei Therapiebeginn können vor allem ältere und multimorbide Patienten gefährdet werden.

Trotz Kontraindikation werden Fentanylpflaster auch bei akuten Schmerzen verordnet, und nur bei einem Viertel der Patienten liegen Erkrankungen vor, die z. B. wegen Schluckstörungen eine transdermale Schmerzmittelgabe erforderlich machen. Dies zeigt eine Untersuchung von Krankenversicherungsdaten aus den Jahren 2004 bis 2006. Auch die FDA weist darauf hin, dass Fentanylpflaster entsprechend der US-Zulassung nur bei opioidtoleranten Patienten eingesetzt werden sollen.  >>>  

  

+++ Morbus Parkinson +++
Transdermales Therapiekonzept mit vielen Vorzügen.
28. März 2012 – Auch mit den Mitteln der modernen Medizin ist die Heilung des Morbus Parkinson noch immer nicht möglich. Insofern stellt die Diagnose für Arzt und Patient eine große Herausforderung dar. Motorische und nicht-motorische Symptome beeinträchtigen in hohem Maße die vom Morbus Parkinson betroffenen Patienten in vielen Bereichen des täglichen Lebens, und nur eine suffiziente Therapie kann den umfangreichen Symptomenkomplex effektiv kontrollieren.Dabei sollte die Wahl des zum Einsatz gelangenden Medikamentes der individuellen Patienten-charakteristik, insbesondere dem Alter des Betroffenen und möglicher Begleiterkrankungen entsprechen. Bei einemCase-Workshop in Frankfurt/ Main wurden Studiendaten und Erfahrungen zur Therapie mit dem Dopaminagonisten Rotigotin transdermales System bei Morbus Parkinson präsentiert.  >>>  

 

Langfristig im Beruf erfolgreich sein, für MS-Patienten bedeutet dies ihre private und berufliche Zukunft dem meist sehr unterschiedlichen und somit auch nicht vorhersagbaren Krankheitsverlauf anzupassen. Daraus werden leider oft die falschen Schlüsse gezogen. Die Diagnose MS bedeutet nicht zwangsläufig, den Beruf oder sich selbst stark einzuschränken oder sogar in die Berufsunfähigkeit zu gehen.

+++ Multiple Sklerose +++
Erkrankung und Beruf: Wunsch oder Wirklichkeit?  
19. März 2012 – Multiple Sklerose gilt als eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Nach Schätzungen sind alleine in Deutschland circa 120.000 Menschen von der Erkrankung betroffen. Multiple Sklerose wird meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert und trifft die Betroffenen somit in einer sehr produktiven Lebensphase.

Nach einer aktuellen Literaturanalyse des MS-Zentrums Dresden sind etwa 40 Prozent der MS-Patienten nicht erwerbstätig oder beziehen eine vorzeitige Rente. Die Berentung erfolgt demnach im Schnitt 13 Jahre nach der Diagnose. Es ist für Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen wichtig, eine Chance zu haben sich möglichst lange im Beruf zu halten. Vor allem wenn die chronische Erkrankung bereits in jungen Jahren auftritt, wie z. B. die MS. Die Erstmanifestation findet typischerweise im jungen Erwachsenenalter statt, in einer Phase also, in der sich die Patienten in der Berufswelt beweisen wollen.  >>>   

 

Belegt wurde in der BENEFIT-Studie eine signifikante Reduktion der jährlichen Schubrate durch eine frühe Behandlung mit Interferon beta-1b und ein über den achtjährigen Beobachtungszeitraum hinweg weitgehend stabiler Krankheitsverlauf, wie Schippling darlegte. Dies spiegelt nicht zuletzt die mit 6,6 Prozent geringe Rate von Patienten wieder, die innerhalb von acht Jahren auf eine Eskalationstherapie umgestellt wurden.

+++ Visionen in der Neurologie +++
Therapie zur besseren Prognose bei der Multiplen Sklerose.
8. März 2012 – Patienten mit Multipler Sklerose können von einer Frühtherapie, beginnend bereits zum Zeitpunkt der ersten Symptome (dem s. g. CIS-Stadium [Clinically Isolated Syndrom]) deutlich profitieren. Wie neueste Daten zeigen, lassen sich die Therapievorteile bis zu acht Jahre nach Behandlungsbeginn gegenüber einer Patientengruppe mit verzögert einsetzender Behandlung nachweisen. Zudem gibt es retrospektive Daten über nunmehr 21 Jahre, die signifikante Überlebensvorteile bei Patienten belegen, die früh auf eine Therapie mit Interferon beta-1b (Betaferon®) eingestellt wurden. Intensiv wird daran gearbeitet, die MS-Behandlung weiter zu optimieren.

Ein Baustein hierzu könnte der sich noch in der Entwicklung befindliche Wirkstoff Alemtuzumab sein. Das belegen erste Pilotstudien sowie die Phase ll-Studie CAMM223. So wurde bei der RRMS (Relapsing/ Remitting Multiple Scierosis) wie auch der SPMS (Secondary Progressive Multiple Scierosis) eine deutliche Reduktion der Schubrate unter Alemtuzumab gesehen.  >>> 

 

Die orale Behandlung kann bei allen Verlaufsformen der MS und in Kombination mit allen Basistherapien und Natalizumab angewandt werden. In zwei Phase-lll-Zulassungsstudien bewirkte Fampridin bei Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, eine signifikante Verbesserung der Gehgeschwindigkeit im Timed 25-Foot-Walk (T25FW) um etwa 25 Prozent.

+++ Multiple Sklerose +++
Rechtzeitige leitliniengerechte Therapieeskalation für maximalen Nutzen.
8. März 2012 – Multiple Sklerose gehört zu den Krankheiten, die bei jedem Patienten anders verlaufen. Umso notwendiger sind individualisierte Therapiekonzepte die zum richtigen Zeitpunkt erfolgen müssen, die auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Reicht die Basistherapie nicht aus, soll mit Natalizumab eine effektive Eskalationstherapie durchgeführt werden, sind sich die Experten einig. Gezielt auf das Symptom Gehfähigkeit zielt zudem der Kaliumkanalblocker Fampridin ab, der seit 2011 zur Behandlung aller Verlaufsformen der Multiplen Sklerose und zusätzlich zu jeder Basistherapie für erwachsene MS-Patienten mit Gehbehinderungen EDSS 4 bis 7 zugelassen ist. Im Rahmen einer Pressekonferenz der Biogen Idec GmbH präsentierten namhafte Neurologen aktuelle Studiendaten zu den Produkten und erläuterten die Vorteile der innovativen Therapiestrategien. Bis zu 85 % aller MS-Patienten leiden unter Einschränkungen der Gehfähigkeit -70 % von ihnen empfinden diese als den belastendsten Aspekt ihrer Erkrankung. Bislang standen uns aber nur Therapien zur Behandlung von Symptomen, die zu Gehbehinderungen führen, zur Verfügung.  >>> 

 

+++ Prävention +++
Bundesweite Aufklärungskampagne: Rote Karte dem Schlaganfall
5. März 2012 – Der Schlaganfall ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen. In Deutschland sterben jährlich etwa 63.000 Menschen daran. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei 262.000 Menschen jährlich und die Zahl wird in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich ansteigen. Dies war für Bayer HealthCare Deutschland Anlass, zusammen mit den Kooperationspartnern, der Sporthochschule Köln und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe die bundesweite Kampagne Rote Karte dem Schlaganfall ins Leben zu rufen. Als Schirmherr konnte der Profifußballer Michael Ballack gewonnen werden. Gemeinsam werden sie über Präventionsmöglichkeiten aufklären, um der immer weiter steigenden Zahl von Schlaganfällen entgegenzuwirken. „Je früher mit der Schlaganfallprävention begonnen wird, desto besser“, sagt Prof. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Herz-Kreislaufforschung, Deutschen Sporthochschule Köln. „Es hat sich gezeigt, dass schon ein moderates Training zu guten Erfolgen in der Prävention führen kann.“  >>>   

„Ich bin selbst ein sehr aktiver Mensch und weiß, wie wichtig Bewegung für einen gesunden Körper ist. Das möchte ich gerne weitergeben und freue mich auf diese verantwortungsvolle Aufgabe“, so Michael Ballack, Schirmherr der Kampagne.  Schon als Teenager musste er sich mit dem Thema Schlaganfall auseinandersetzen, nachdem ein guter Freund von ihm während eines Fußballspiels auf dem Platz zusammenbrach. Diagnose: Schlaganfall.

 

Abstract der Studie unter  www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.3062.html

+++ Multiple Sklerose +++
Deutliche Hinweise für Schlüsselrolle des Immunsystems.
Zürich, 28. Februar 2012 – Schäden im Myelin sind nicht der entscheidende Auslöser der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose, wie eine bisher gängige Erklärung lautete. Vielmehr dürfte der Auslöser statt bei den Nerven im Immunsystem liegen, berichten Forscher der Universität Zürich in der Zeitschrift Nature Neuroscience. „Sofern man es im Tierversuch erheben kann, können wir die Myelin-Hypothese endgültig ausschließen“, erklärt Studienleiter Burkhard Becher. Das Ergebnis steht in Einklang mit einer Untersuchung von fast 10.000 MS-Patienten, die im August 2011 in der Zeitschrift "Nature" (
www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.3062.html) veröffentlicht wurde.

Das internationale Forscherteam fand 57 Genvarianten, die in Kombination das Risiko für den Ausbruch von MS drastisch erhöhen. 80 Prozent dieser Gene spielen in der Regulation von T-Lymphozyten und somit des Immunsystems eine wichtige Rolle.  >>>   

 

Termine: Hamburg: 17.03.2012 - Alstertal-Einkaufszentrum, Heegbarg 31, 22391 Hamburg • München: 14.04.2012 - PEP München-Neuperlach, Ollenhauerstr. 6, 81737 München • Frankfurt:  21.04.2012 - Main-Taunus Zentrum, Am Main-Taunus-Zentrum, 65843 Sulzbach • Leipzig: 28.04.2012 - Nova Eventis Leipzig, 06237 Leuna / OT Günthersdorf • Essen: 05.05.2012 -Limbecker-Platz Essen, Limbecker Platz 1a, 45127 Essen

+++ CHAINGE PAIN +++
Mit allen Sinnen gegen den Schmerz: Deutschlandweite Tour bringt Thema auf die Straße

21. Februar 2012 – Zusammen mit den Kooperationspartnern DAK Gesundheit, Deutsche Schmerzliga e.V., der Deutschen Seniorenliga e.V. und dem Deutschen Verband für Physiotherapie-Zentralverband der  Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V. startet am 17. März 2012 in Hamburg die von Grünenthal initiierte Kampagne „Change Pain: Mit allen Sinnen gegen den Schmerz“ zum Thema „Chronischer Schmerz“.

Die Initiative soll helfen, die Entstehungsmechanismen des Schmerzes zu erkennen und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern. Ein weiteres Ziel ist es, eine auf jeden Patienten individuell zugeschnittene Schmerztherapie sowie das Verhindern von Isolation der Betroffenen. Aufklärung über Behandlung und Therapie ist ein weiterer Punkt der Initiative, denn nur „Information und Wissen schafft Verständnis“>>>  

  

Der Vitamin-K-Antagonist Phenoprocoumon (Marcumar®) hat sich in der Antikoagulation seit über 50 Jahren bewährt. Zwar sind die neuen oralen Antikoagulantien in aller Munde, doch werden Vitamin-K-Antagonisten weiterhin ihren Stellenwert haben. Dafür gibt es sehr gute Gründe, denn der aus dem Süßklee stammende Wirkstoff bietet mehr als eine leitliniengesicherte Therapie bei vielen kardiologischen Indikationen. Für die Substanz spricht eine gute Kontrolle der Therapietreue durch das Gerinnungsmanagement.

+++ Marcumar: Eine Erfolgsgeschichte +++
Antikoagulation aus dem Süßklee: Seit 1953 bewährt, leitliniengerecht, individuell
20. Februar 2012 – Das Schlüsselereignis für die Entwicklung von gerinnungshemmenden Medikamenten war die Entdeckung der „Süßklee-Krankheit“ in den 30iger Jahren in den USA. Farmer im mittleren Westen hatten bei ihrem Vieh festgestellt, dass beim Fressen von feuchtem Heu ein süßlich riechender, bitter schmeckender Stoff entsteht, der blutverdünnend wirkt und bei Rindern zum Verbluten führte. Seit 1936 ist bekannt, welcher Stoff die Rinder auf der Weide verbluten lässt. 1949 wurde Warfarin in den USA als Rattengift patentiert. 1951 wurde vom ersten Selbstmordversuch eines Armeekadetten mit dem gerinnungshemmenden Stoff Warfarin berichtet.
Im Jahr 1955 erhielt der damalige amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower nach einem schweren Herzinfarkt als einer der ersten überhaupt das neue Medikament Warfarin als Blutverdünner. Heute werden in Deutschland ca. 500.000 Patienten unter Dauertherapie mit dem oralen Gerinnungshemmer Marcumar® behandelt.  >>>    

 

Die Multiple Sklerose ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Jeder Patient hat einen unterschiedlichen Krankheitsverlauf, jeden bewegen andere Fragen. Eine große Gemeinsamkeit gibt es jedoch. Fast alle Erkrankten wünschen sich ein möglichst unabhängiges und selbständiges Leben. Dabei spielt der Erhalt der Mobilität, insbesondere der Gehfähigkeit, eine entscheidende Rolle. Nimmt die Mobilität ab, kann sich dies rasch auf den Alltag, das Privat- und Berufsleben auswirken.

+++ Mobilität bei MS +++
Jeder Schritt zählt: Neues Medikament verbessert die Gehfähigkeit von Patienten
18. Februar 2012 – Multiple Sklerose (MS) muss nicht zwangsläufig schwer verlaufen, meistens bilden sich die auftretenden Ausfälle wieder zurück. Je nach Krankheitsverlauf können aber auch zunehmende Beeinträchtigungen auftreten, die dann zu erheblichen Einschränkungen in der Mobilität führen. Etwa siebzig Prozent aller MS-Patienten leiden beim Fortschreiten der Erkrankung unter eingeschränktem Gehvermögen, was dazu führt, dass die Bertoffenen in ihrer Lebensqualität oft sehr eingeschränkt sind.

Seit Juli 2011 steht mit Fampridin ein Medikament zur Verfügung. Es trägt zur gezielten Verbesserung der Gehfähigkeit von MS Patienten mit Gehbehinderung bei. Jedoch ist die klinische Wirksamkeit unabhängig von der Verlaufsform der MS.  >>>   

  

TTR-FAP ist eine sehr seltene Erkrankung und ist selbst  für Fachneurologen schwierig diese von anderen Neuropathien zu unterscheiden. Bis die spezielle Form der Amyloidose richtig diagnostiziert wird, dauert es nach erstmaligem Auftreten von Symptomen im Mittel zwei bis vier Jahre. Die schwierige Diagnosestellung und der damit verzögerte Behandlungsbeginn stellen die größten Probleme bei der Versorgung von Patienten mit TTR-FAP in Deutschland dar.

+++TTR-FAP +++
Neue Therapieoption für diese seltene neurodegenerative Erkrankung
13. Februar 2012 – Berlin, Bei der Transthyretin-assoziierten familiären Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP) handelt es sich um eine seltene, tödlich verlaufende neurodegenerative Erbkrankheit. Ihre Hauptursache ist eine Mutation in dem Gen, das für das Protein Transthyretin (TTR) kodiert. Von dieser Form der hereditären Amyloidose sind weltweit etwa 8.000 Patienten betroffen. TTR-FAP tritt meist erstmals im jungen Erwachsenenalter zwischen 30 und 40 Jahren auf. Anschließend schreitet die Krankheit fort und erreicht das Endstadium nach durchschnittlich  10 Jahren. Während dieser Zeit kommt es bei den Patienten zu einer beständigen Abnahme der neurologischen Funktion und der Lebensqualität. Die Hauptmerkmale sind periphere und autonome Neuropathie. Die TTR-FAP unterscheidet sich klinisch kaum von anderen peripheren Neuro-pathien und daher schwierig zu diagnostizieren. Die Therapiemöglichkeiten bei TTR-FAP waren bisher auf die symptomatische Therapie sowie auf eine orthotope Lebertransplantation beschränkt. Mit der Zulassung von Vyndaqel® (Tafamidis) im Dezember 2012 steht den Ärzten nun eine neue Therapieoption zur Verfügung und schließe damit eine bislang bestehende Therapielücke.  >>>  

 

Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist durch eine langsam progrediente Verschlechterung der typischen motorischen Symptome, aber auch durch ein breites Spektrum nicht-motorischer Symptome gekennzeichnet. Nicht-motorische Symptome treten häufig schon in der prämotorischen Phase auf und haben heute als Frühsymptome der Parkinson-Erkrankung breite Anerkennung gefunden.

+++ ZNS Dialoge 2012 +++
Morbus Parkinson: Rotigotin verbessert motorische und nicht-motorische Symptome
13. Februar 2012 – München, die Behandlung der Parkinson-Erkrankung kann noch deutlich verbessert werden. Motorische Komplikationen und nicht-motorische Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Schmerzen und Stimmung beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten und erschweren deren Therapie. Rotigotin transdermales System führt bei einmal täglicher Applikation zu über 24 Stunden anhaltenden, stabilen Plasma-spiegeln und verbessert die motorischen und nichtmotorischen Symptome des Morbus Parkinson einschließlich des Schlafes, schmerzhafter Beschwerden und der Anhedonie. Die positiven Ergebnisse, die mit dem Rotigotin-Pflaster in der RECOVER Studie gezeigt werden konnten, sowie nützliche Strategien zur Optimierung der Parkinson-Therapie standen im Fokus der zweitägigen Fortbildungsveranstaltung.  >>>  

 

Bisher wurde angenommen, dass ein Defekt der GABA-Rezeptoren selbst für die gestörte Hemmung verantwortlich ist. Mit der aktuellen Studie konnte das Forscherteam diese weit verbreitete Theorie zur Epilepsieentstehung widerlegen. Gleichzeitig liefern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Erklärung dafür, dass die meist verordneten Medikamente bei vielen Patientinnen und Patienten versagen.

+++ Entstehung von Epilepsie +++
Forscher der Charité identifizieren erstmals ursächlichen Defekt
10. Februar 2012 – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin konnten erstmals entschlüsseln, welche speziellen Störungen der Nervenzellen an der Entstehung von fokalen, therapieresistenten Epilepsien beteiligt sind. Ursächlich ist unter anderem die Verminderung bestimmter zellulärer Transportproteine, welche die korrekte Signalverarbeitung zwischen den Nervenzellen verhindert.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Physiology veröffentlicht. Privatdozent Dr. Rudolf Deisz vom Institut für Zell- und Neurobiologie am Campus Charité Mitte und sein Forschungsteam konnten erstmals einen der ursächlichen molekularen Mechanismen im menschlichen Gewebe aufklären. Sie zeigten, dass in der Ursprungszone des Anfalls die Funktion bestimmter zellulärer Ionentransporter beeinträchtigt ist.  >>>   

 

Aufgrund der lebenslangen Akkumulation von erhöhtem LDL-Cholesterin haben FH-Patienten ein signifikant erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese können bei FH-Patienten Jahrzehnte früher auftreten (bei manchen Personen sogar schon im Alter von 20 bis 30 Jahren). Etwa 50 Prozent der Männer mit FH haben bis zum Alter von 50 Jahren schon ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten.

+++ Familiäre Hypercholesterinämie +++
Eine Familienangelegenheit: Wenn Lipide aus dem Ruder laufen
8. Februar 2012 – Bei einer familiären Hypercholesterinämie (FH) steigt der Cholesterinspiegel genetisch bedingt stark an. Das Risiko dieser Personengruppe eine Arteriosklerose zu entwickeln ist erhöht und Folgeerkrankungen der Verkalkung, wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall treten früher auf. Auch Fetteinlagerungen an der Haut, sogenannte Xanthome, zeigen sich bisweilen schon frühzeitig. Die Familiäre Hypercholesterinämie erfordert eine hochwirksame lipidsenkende Therapie, um die sehr hohen LDL-Cholesterinwerte in den „grünen Bereich“ zu senken und so das kardiovaskuläre Risiko zu reduzieren. Die übliche Pharmakotherapie stößt hier jedoch an ihre Grenzen. Als Ultima ratio bleibt die LDL-Apherese. Innovative medikamentöse Ansätze sind für diese Patienten daher hochwillkommen.  >>> 

 

"Das Frühstadium bei Männern könnte wichtige Hinweise darauf liefern, wie eine Prävention aussehen sollte." Derek Hill vom University College London betont, dass es beim Auftreten einer klinischen Demenz für eine Behandlung bereits zu spät sein kann. "Diese Studie zeigt, dass leichte kognitive Störungen durch eine komplexe Mischung von Faktoren verursacht werden und dass sie sehr verschieden auftreten und fortschreiten. Diese Informationen könnten bei der Verbesserung der Diagnostik entscheidend helfen."

+++ Demenz +++
Frühstadium bei Männern häufiger - Ursache für Unterschied zwischen Geschlechtern noch unbekannt
30. Januar 2012 – Scottsdale, obwohl mehr Frauen als Männer an einer Demenz erkranken, scheint es laut einer Studie der Mayo Clinic so zu sein, dass Männer einem höheren Risiko erster Symptome ausgesetzt sind. Es ist derzeit nicht bekannt, warum weniger Männer vollständig erkranken. Das Wissen um die dafür zugrunde liegenden Mechanismen könnte laut den Archives of Neurology ein Schlüssel im Kampf gegen diese Krankheit sein. Experten wie Marie Janson von Alzheimer's Research UK hoffen, dass es mit diesen Forschungsergebnissen möglich sein könnte, das Fortschreiten einer Demenz zu stoppen. Die Wissenschaftler beobachteten drei Jahre lang den Gesundheitszustand von fast 1.500 älteren Männern und Frauen. In diesem Zeitraum zeigten viel mehr Männer Anzeichen leichter kognitiver Störungen. 72 von je 1.000 Männern waren betroffen und 57 von 1.000 Frauen. Es wurden mehrere Faktoren berücksichtigt. Dazu gehörten Alter, Ausbildung und Familienstand. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen blieb jedoch bestehen.  >>>   

 

Gilenya kann nach der ersten Dosis bekanntlich eine vorübergehende Bradykardie verursachen und möglicherweise einen AV-Block auslösen, worauf in der aktuellen Fachinformation bereits hingewiesen wird. Die im Folgenden angegebenen zusätzlichen Empfehlungen basieren auf Fallberichten von Patienten mit unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen, darunter der Fall einer Patientin, die nach der ersten Gabe von Gilenya (Fingolimod) aus bislang unbekannter Ursache verstarb.

+++ Neue Risikoinformation +++
Rote-Hand-Brief zur strengeren kardiovaskulären Überwachung bei Beginn einer Therapie mit Gilenya® (Fingolimod)
Berlin, 26. Januar 2012 – Fingolimod ist ein selektives Immunsuppressivum; seit März 2011 ist es als Monotherapie zugelassen zur Behandlung von Patienten mit hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose, die eine hohe Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit einem Beta-Interferon zeigen oder die einen rasch fortschreitenden, schweren Verlauf haben. In der aktuellen Fachinformation wird bereits darüber informiert, dass Fingolimod nach der ersten Dosis eine vorübergehende Bradykardie verursachen und möglicherweise einen AV-Block auslösen kann. Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass innerhalb der ersten 6 Stunden nach Behandlungsbeginn mit Fingolimod eine intensivere Überwachung der kardiovaskulären Funktionen erforderlich ist und ggf. noch länger weitergeführt werden sollte.  >>>   

 

Da etwa zwei Drittel der Patienten eine antikonvulsive Medikation für den Rest ihres Lebens einnehmen müssen, qualifizieren sich in der Epilepsietherapie besonders Substanzen mit fehlendem oder geringem Enzyminduktions- bzw. Interaktionspotenzial. Potentiellen Langzeitnebenwirkungen und lebensbedrohlichen Situationen durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kann so vorgebeugt werden.

+++ Epilepsie +++
Lacosamid zeigte bei früher Kombinationstherapie Erfolge in der klinischen Praxis
26. Januar 2012 – Epilepsie ist mit rund sechs Millionen Erkrankten in Europa die häufigste schwere neurologische Störung. Die Entwicklung neuer Antiepileptika hat in den letzten 15 Jahren dazu geführt, dass knapp zwei Drittel der Patienten anfallsfrei werden. Das verbleibende Drittel leidet jedoch entweder wegen mangelnden Therapieansprechens oder nicht tolerierbarer Nebenwirkungen der Medikation weiter an epileptischen Anfällen. Bei fokalen Epilepsien, mit und ohne sekundäre Generalisierung gilt Lacosamid aufgrund eines neuen Wirkmechanismus und fehlender klinisch relevanter Interaktionen für die Zusatz-Therapie als ein sehr gut geeigneter Kombinationspartner.

Die Post-hoc-Analysen der Zulassungsstudien zeigt, dass die Zusatzbehandlung mit Lacosamid unabhängig vom Kombinationspartner gut wirkt und in Kombination mit Nicht-Natriumkanalblockern besonders hohe Responderraten zeigt.  >>>  

 

Eine epidemiologische Erklärung dieses Phänomens lieferten erstmals Daten der Framingham-Studie, die belegten, dass der systolische Blutdruck in der Bevölkerung kontinuierlich mit dem Alter zunimmt, diastolisch dagegen zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr sein Maximum erreicht. Hieraus resultiert nicht nur eine hohe Hypertonieprävalenz von etwa 50 bis 80 % jenseits des 60. Lebensjahres, sondern v. a. ein überproportionaler Anstieg der isolierten systolischen Hypertonie.

+++ Isoliert Systolische Hypertonie +++
Kausaler Therapieansatz beeinflusst Gefäßalter und Pulswellenreflexion positiv
15. Januar 2012 – In den vergangenen Jahren ist die isoliert systolische Hypertonie (ISH) als eigenständige Krankheit ins Blickfeld gerückt, da sie mit einem hohen kardiovaskulären Risiko assoziiert ist. Ein ungelöstes Problem in der Behandlung der isolierten systolischen Hypertonie stellt die oft unvermeidliche gleichzeitige Reduktion des ohnehin schon erniedrigten diastolischen Blutdrucks dar, womit die gefährlich hohe Blutdruckamplitude unter Umständen negativ beeinflusst wird.

Auf einem Symposium während des Kongresses der Deutschen Hochdruckliga e.V. diskutierten Experten, Kliniker und Therapeuten aktuelle Aspekte der Diagnose und Therapie. Umfangreiche Forschungen der vergangenen Jahre haben bestätigt, dass die häufigste Hypertonieform älterer Menschen, die isoliert systolische Hypertonie (ISH), unmittelbare Folge einer erhöhten arteriellen Gefäßsteifigkeit ist.  >>>   

 

Das Ergebnis der Untersuchungen: Jeder Fünfte weist etwa in speziellen EEG-Verfahren Hinweise für bewusste Reaktionen auf, die Standardverfahren nicht erkennen. Die DGKN fordert daher, funktionelle Bildgebungsverfahren sowie spezielle elektrophysiologische Verfahren bei der Beurteilung von Wachkoma-Patienten häufiger einzusetzen. Wachkoma-Patienten zeigen augenscheinlich keinerlei Bewusstsein für ihre Umgebung oder sich selbst - obwohl ihre Augen offen sind.

+++ Wachkoma +++
Patienten kontaktfähiger als vermutet
11. Januar 2012 – Ärzte schätzen die Reaktionsfähigkeit von Wachkoma-Patienten häufig falsch ein, so die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). "Unsere Experten vermuten, dass die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten besser sein kann", sagt DGKN-Sprecherin Christina Weddig gegenüber pressetext. Die Forscher haben mit hochauflösender Elektroenzephalografie (EEG) und funktioneller Kernspintomografie (fMRT) gezeigt, dass Wachkoma-Patienten reagieren. Das Ergebnis der Untersuchungen: Jeder Fünfte weist etwa in speziellen EEG-Verfahren Hinweise für bewusste Reaktionen auf, die Standardverfahren nicht erkennen. Die DGKN fordert daher, funktionelle Bildgebungsverfahren sowie spezielle elektrophysiologische Verfahren bei der Beurteilung von Wachkoma-Patienten häufiger einzusetzen.  >>>  

 

„Die Erfahrungen mit Azilsartan im Praxisalltag sollen nach dessen Markteinführung im Januar in dem neu geschaffenen EARLY-Register (5.000 Patienten in bis zu 1.000 Praxen) gewonnen werden. Dieses wird vom Institut für Herzinfarktforschung in Ludwigshafen geführt“, so Professor Anselm Gitt, Oberarzt am Herzzentrum in Ludwigshafen.

+++ Essenzielle Hypertonie +++
Effektive Blutdrucksenkung mit dem neuen Azisartan
3. Januar 2012 – Seit Jahrzehnten stehen für die Hypertonie-Behandlung zahlreiche, unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Trotzdem stellt eine über 24-Stunden lang anhaltende Blutdruckkontrolle zur langfristigen Reduzierung der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität immer noch eine Herausforderung dar.

Noch in diesem Monat wird in Deutschland mit dem Wirkstoff Azilsartan ein neuer AT1-Rezeptorantagonist zur Verfügung stehen. Bereits am 9. Dezember 2011 hat Azilsartan (Edarbi®) von der Europäischen Kommission die Zulassung erhalten. Sie gilt für die Therapie von Patienten mit essenzieller Hypertonie. Edarbi® ist ein neuer, einmal täglich zu dosierender AT1-Rezeptorblocker (Angiotensin-II-Antagonist) zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen.  >>>   

 

Hypertonie und Komplikationen: Besonders häufig sind ältere Menschen betroffen, da der Blutdruck mit zunehmendem Alter physiologisch bedingt deutlich ansteigt. Bei den über 65-jährigen liegt die Prävalenz zwischen 60 und 70 Prozent.

+++ Hypertonie & Vorhofflimmern +++
Vor allem Risikopatienten profitieren von einer frühen Kombinationstherapie
12. Dezember 2011 – Nach wie vor besteht in der deutschen Bevölkerung eine hohe Hypertonieprävalenz. Dabei sollte heute flächendeckend bekannt sein, dass hoher Blutdruck einer der Hauptrisikofaktoren für Schlaganfall und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen bis hin zum Myokardinfarkt ist.

Wie wichtig vor allem für Risikopatienten das Erreichen therapeutisch angestrebter Blutdruck-Zielwerte ist, wurde in einem Symposium anlässlich des Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga in Köln diskutiert.    >>>   

 

+++ Risikofaktor Hypertonie +++
Moderne Kombinationstherapie zur effektiven Senkung von Blutdruck und kardiovaskulärem Risiko
9. Dezember 2011 – Einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Hypertonie. Schlaganfall, koronare Herzerkrankung oder Nierenschädigungen sind Komplikationen, die von atherosklerotisch bedingten Gefäßwandschädigungen ausgehen und den Hypertoniker gefährden. Die rasche, effektive Blutdrucksenkung auf Zielwerte von <140/90 mmHg mit modernen Antihypertensiva ist Voraussetzung dafür, letztendlich das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen zu senken und somit die Lebenserwartung des Hypertonikers zu verbessern.
Bereits eine Senkung des systolischen Wertes um 2 mmHg ist mit einer 10 Prozent niedrigeren Rate von Folgeerkrankungen wie z.B. Schlaganfall assoziiert. Vor diesem Hintergrund erweist sich eine antihypertensive Therapie mit einem AT1-Antagonisten wie Olmesartan zielführend, zumal Olmesartan neben der effektiven 24-Stunden-Blutdrucksenkung zudem antiatherosklerotische Effekte zu bieten scheint.  >>>  

  

+++ Erfolgreiches MS-Therapiemanagement +++
Patienten profitieren von frühzeitigem Therapiebeginn und über 21 Jahren Langzeit-Erfahrung mit Interferon beta-1b
5. Dezember 2011 – Patienten mit Multipler Sklerose profitieren von einer frühzeitigen Therapie mit Interferon beta-1b (Betaferon®). Aber nicht nur erste frühe Therapieerfolge, sondern auch die langfristigen Behandlungsergebnisse über viele Jahre hinweg sind bei einer chronischen Erkrankung wie der MS entscheidend. Aktuelle Daten zeigen, dass die Progression zu schweren Behinderungen über einen längeren Zeitraum verzögert und die Lebenserwartung bei früher und initialer Therapie mit Interferon beta-1b gesteigert werden können.

Die Auswertung der 21-Jahresdaten der RRMS-Zulassungsstudie besticht zudem durch eine hohe Patientenrekrutierung (98,4 % der ursprünglichen Patienten). Im Rahmen der Nachbeobachtungsstudie konnte gezeigt werden, dass Patienten, die während der fünfjährigen RRMS-Zulassungsstudie mit Betaferon® 250 µg behandelt worden waren, gegenüber der ursprünglichen Placebogruppe eine knapp 47-prozentige Risikoreduktion bezüglich der Sterblichkeit unabhängig von der Todesursache aufwiesen.  >>>   

Vor dem Hintergrund der BENEFIT 8-Jahresdaten zur MS-Frühtherapie und den 21-Jahresdaten zur RRMS Therapie zeigen sich Eckpfeiler eines modernen MS Therapiemanagements, das die Vorteile der MS-Frühbehandlung mit den Vorzügen der Langzeittherapie vereint.

 

+++ Multiple Sklerose +++
Orale Therapie in der Praxis - Erfahrungen, Einblicke, Erwartungen
Wiesbaden, 84. Kongress der DGN – MS ist durch eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS) charakterisiert, bei der sich körpereigene Abwehrzellen gegen das Myelin der Nervenzellfortsätze richten. Durch die Zerstörung der Myelinschicht entstehen Läsionen an vielen Stellen im Gehirn und Rückenmark. Entsprechend vielfältig ist die Symptomatik.
(Gilenya®) Fingolimod ist seit mehr als sechs Monaten in Deutschland auch in der Praxis verfügbar. Die Zulassung von Fingolimod basiert auf dem bislang größten Studienprogramm für ein MS-Medikament mit insgesamt vier Phase-III-Studien und zwei Phase-II-Studien. Darin wurden allein in klinischen Studien weltweit bis heute mehr als 6.300 Patienten mit einer Gesamtexposition von rund 12.000 Patientenjahren behandelt. Über 130 dieser Patienten befinden sich inzwischen im siebten Behandlungsjahr. >>>  

 

+++ Multiple Sklerose +++
Moderne Konzepte für eine wirksame und nachhaltige Therapie
Wiesbaden, 84. Kongress der DGN – Die MS-Forschung hat in den vergangenen zehn Jahren deutliche Fortschritte erzielt, so dass zahlreiche Patienten über mehrere Jahre hinweg ohne größere Beeinträchtigungen leben können, jedoch halten die Schübe bei einigen Erkrankten trotz Basistherapie weiter an. Die Darstellung und Diskussion der Wirksamkeit und Sicherheit aktueller Therapieoptionen der MS war Schwerpunkt des Symposiums „Innovative und individualisierte Ansätze für eine erfolgreiche MS-Therapie: Therapieoptimierung und Risikostratifizierung“. Vornehmliches Ziel der mit den bislang zur Behandlung der Multiplen Sklerose verfügbaren Therapieoptionen ist es, die krankheitsbedingte Behinderungsprogression möglichst langfristig zu verzögern bzw. weitgehend aufzuhalten.  >>>  

 

+++ PZ Innovationspreis 2011 +++
Fingolimod: Neuer Therapieansatz bei Multipler Sklerose
Düsseldorf – Der 17. PZ Innovationspreis würdigt eine Innovation in der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS): Fingolimod (Gilenya®) Fingolimod überzeugte die siebenköpfige unabhängige Jury, weil es die erste orale Therapie der Multiplen Sklerose ist und über einen neuartigen Wirkmechanismus verfügt.Mit Fingolimod steht seit März 2011 eine neue Therapie-option zur Verfügung, die einmal täglich als Kapsel eingenommen wird und durch die Vermeidung der parenteralen Applikationsform die Patienten-Compliance verbessern kann. Die Substanz ist indiziert zur Behandlung von Patienten mit schubförmiger MS, die trotz Therapie mit einem Interferon Beta-Präparat eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen oder an einer rasch voranschreitenden Verlaufsform leiden. „Fingolimod ist die Leitsubstanz einer neuen Klasse von Therapeutika zur oralen MS-Behandlung und stellt einen völlig neuen Therapieansatz dar“, betonte Prof. Dr. med. Bernd Kieseier, Düsseldorf. Im Rahmen des Deutschen Apothekertages nahm Dr. med. Ferenc Tracik, Leiter Klinische Forschung Spezialitätenmedizin, Novartis Pharma GmbH, den Preis in Düsseldorf entgegen.  >>> 

Von links nach rechts:  Professor Dr. Hartmut Morck (ehemaliger Chefredaktion der Pharmazeutischen Zeitung)  Dr. Ferenc Tracik (Leiter Klinische Forschung Spezialitätenmedizin, Novartis Pharma GmbH)  Dr. Rüdiger Merkel (Leiter der Geschäftseinheit Multiple Sklerose, Novartis Pharma GmbH)

 

Die Diffusions-Tensor-Bildgebung (diffusion-weighted imaging (DWI) hebt den Verlauf der Nervenbahnen im Gehirn hervor. FLAIR (für fluid-attenuated inversion recovery) blendet Flüssigkeitsansammlungen aus. Nach den vorgestellten Studienergebnissen ist ein Hirninfarkt dann jünger als vier bis fünf Stunden, wenn im DWI Infarktzeichen erkennbar sind, in FLAIR jedoch nicht.

+++ DWI-FLAIR +++
Multicenterstudie zeigt: Diffusions-Tensor-Bildgebung kann den Zeitpunkt eines Schlaganfalls bestimmen
Hamburg UKE – Die Information über den Zeitpunkt des Symptombeginns spielt eine entscheidende Rolle in der Akutbehandlung des ischämischen Schlaganfalls, der durch Durchblutungsstörungen bestimmter Hirnareale gekennzeichnet ist. Die Thrombolyse muss innerhalb von 4,5 Stunden erfolgen, da die Therapie, wenn sie zu spät erfolgt, wirkungslos ist und das Risiko von Hirn- blutungen birgt. Bisher war bei etwa 20 Prozent aller Patienten eine zeitliche Einordnung des Hirninfarkts jedoch nicht möglich, weil der Schlaganfall im Schlaf eintrat und sie die Symptome erst nach dem Aufwachen bemerkten. Bei dieser Gruppe wurde deshalb von vorneherein keine Thrombolyse durchgeführt. Unter der Leitung von PD Dr. Götz Thomalla, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Schlaganfallbildgebung, und Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Leiter des Kopf- und Neurozentrums sowie Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, konnte in der Studie nachgewiesen werden, dass es möglich ist, mit Hilfe eines MRT den Zeitpunkt des Schlaganfalls einzugrenzen. Die Forscher untersuchten 643 Patienten aus zehn Schlaganfallzentren.  >>>   

 

+++ Wie Rauschtrinken das Gehirn verändert +++
Neue Ausgabe des BZgA-Newsletters zur Alkoholprävention widmet sich den schädlichen Folgen riskanten Alkoholkonsums
Köln, 13. Oktober 2011
Rauschtrinken ist ein verbreitetes Phänomen bei Jugendlichen in Deutschland. Eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt, dass sich knapp jeder fünfte 16- bis 17-jährige junge Mann mindestens einmal wöchentlich einen Rausch antrinkt. Dieses riskante Trinkverhalten kann massive Auswirkungen auf die Gesundheit junger Menschen haben. Vor allem die Entwicklung des Gehirns wird durch hohen Alkoholkonsum beeinträchtigt.

Welche Schäden Rauschtrinken im jugendlichen Gehirn anrichten kann, ist Thema der heute erschienenen neuen Ausgabe des "Alkoholspiegel", dem Newsletter der BZgA zur Alkoholprävention.  Darüber hinaus zieht die BZgA nach mehr als zwei Jahren Laufzeit eine Zwischenbilanz ihrer bundesweiten Jugendkampagne zur Alkoholprävention "Alkohol? Kenn dein Limit."  >>>  

Die Kampagne wird vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) finanziell unterstützt. In einem Interview erläutert der Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte, warum sich die PKV in der Alkoholprävention engagiert.

 

+++ Seltene neurologische Erkrankungen +++
M. Fabry und M. Gaucher: Häufige Differenzialdiagnosen in der Neurologie
Wiesbaden, 84. Kongress der DGN – Morbus Fabry (M. Fabry) ist eine fortschreitende, multisystemische, X-chromosomal vererbte Erkrankung, die Männer und Frauen betreffen kann. Sie gehört zu einer Gruppe von genetischen Erkrankungen. Morbus Gaucher zählt zu den seltenen Erbkrankheiten, eine sogenannte lysosomale Speicherkrankheit. Trotz ihrer Seltenheit werden in der Neurologie bei beiden Krankheiten häufige Differenzialdiagnosen gestellt. Bei Schlaganfällen, Multipler Sklerose, somatoformen Schmerzstörungen oder Erkrankungen aus dem rheumatoiden Formenkreis sollte auch an M. Fabry gedacht werden. Als Screeningparameter eignet sich besonders der Basilarisdurchmesser. Liegt der Verdacht auf Morbus Parkinson, ist es wichtig, auch den Morbus Gaucher in die Differenzialdiagnostik mit einzubeziehen. Mutationen des Glukozerebrosidase-Gens, welche M. Gaucher verursachen, stellen den stärksten bekannten genetischen Risikofaktor für Parkinson dar.  >>>  

Morbus Gaucher ist laut Prof. Christine Klein aus Lübeck, die häufigste der Lipidosen und wird durch einen rezessiv vererbten Mangel des lysosomalen Enzyms Glukozerebrosidase (GBA) verursacht. GBA-Mutationen erhöhen das Risiko, einen Morbus Parkinson zu entwickeln und werden bei 8 - 14 % aller pathologisch gesicherten Fälle von M. Parkinson gefunden.

Prof. Christine Klein

 

Prof. Alexander Storch, Stellv. Klinikdirektor, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Klinikum Carl Gustav Carus.

Prof. Alexander Storch

+++ Dopaminagonist in Pflasterapplikation +++
Neue Therapieoptionen bei Parkinson und Restless-Legs-Syndrom

Wiesbaden, 84. Jahreskongress der DGN –  Bei der Parkinson-Erkrankung stehen zunächst die für M. Parkinson typischen Störungen der Motorik im Vordergrund, auch das zusätzliche Vorliegen eines Restless-Legs-Syndroms (RLS) kann die Lebensqualität der Patienten sehr beeinträchtigen und erfordert unter Umständen eine Veränderung der bisherigen Therapie. RLS kann unabhängig von Parkinson oder auch zusammen mit der Parkinson-Erkrankung auftreten und zählt mit einer Prävalenz von zwei bis neun Prozent in der Bevölkerung zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Mit dem Dopaminagonisten Rotigotin (Leganto®) wird eine weitere Option zur Therapie von Patienten mit einem Morbus Parkinson oder RLS verfügbar. Rotigotin als Pflasterapplikation ist für die symptomatische Behandlung der idiopathischen Parkinson-Erkrankung im Frühstadium und in Kombination mit Levodopa während des Krankheitsverlaufs einschließlich der Spätstadien zugelassen, wenn die Wirksamkeit von Levodopa nachlässt oder unbeständig wird.  >>>  

 

+++ Leben mit RLS +++
Die Qual der ruhelosen Beine ist eine kaum bekannte Volkskrankheit
Wiesbaden, 29. September 2011 – „Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung sind von einem Restless-Legs-Syndrom betroffen. Über zwei Millionen Menschen müssten behandelt werden, doch die Erkrankung ist deutlich unterdiagnostiziert“, beschrieb Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie der Philipps-Universität Marburg, die derzeitige Behandlungssituation eines Krankheitsbildes, das noch immer wenig bekannt ist und immer noch viele Menschen unnötig quält. Auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), die noch bis zum 1. Oktober in Wiesbaden stattfindet, gab der 1. Vorsitzende der Deutschen Gesell-schaft für Neurologie einen Überblick zu RLS in Deutschland und präsentierte aktuelle Therapieoptionen. Zudem kam eine RLS-Patientin zu Wort, die ihre erlebte Krankheits-geschichte schilderte und dieser so oft nicht erkannten Erkrankung ein persönliches Gesicht gab. Ihre Botschaft: „Ein besseres Leben mit RLS ist möglich!“  >>>  

 

+++ Aktuelles vom ESC-Kongress 2011 +++
Neue ESC-Richtlinien empfehlen Prasugrel als antithrombozytäre First-Line-Therapie für ACS-PCI-Patienten mit Nicht-STStreckenhebungsinfarkt oder instabiler Angina pectoris

Paris, Frankreich – In den neuen Richtlinien der European Society of Cardiology (ESC) erhielt der Thrombozyten-Aggregationshemmer Prasugrel eine Klasse-IB-Empfehlung zur Anwendung bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) und geplanter perkutaner Koronarintervention (PCI) bei Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) bzw. instabiler Angina pectoris (UA), sofern diese Patienten kein erhöhtes Blutungsrisiko oder andere Kontraindikationen aufweisen. Klasse IB besagt, dass Prasugrel eine „vorteilhafte, nützliche und wirksame“ Therapieoption für die Erstbehandlung dieser Patienten ist. Das Leitlinien-Kommitee befürwortete die Anwendung von Prasugrel bei UA/NSTEMI-Patienten – insbesondere bei Diabetikern –, die nicht auf Clopidogrel ansprechen, bei denen die Koronaranatomie bekannt ist, die kein erhöhtes Blutungsrisiko und sonstige Kontraindikationen haben und die eine PCI erhalten werden.  >>>    

 

Die bekannte Schauspielerin Jane Seymour, Botschafterin von 1 Mission 1 Million, kommentierte den Ausgang der Abstimmung: "Ich freue mich sehr, dass so viele Länder einen Nutzen aus dieser Initiative ziehen können. Ich bin aus sehr persönlichen Gründen an 1 Mission 1 Million beteiligt: Meine Mutter erlitt einen Schlaganfall, der auf Vorhofflimmern zurückzuführen war.

+++ Globale Aufklärungsinitiative 1 Mission 1 Million +++
Herzenssache Schlaganfall unterstützt 32 Projekte rund um die Welt
Paris, Frankreich und Ingelheim, Deutschland, 29. August 2011 – Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in Paris wurden gestern Abend die 32 Gewinner der globalen Aufklärungsinitiative 1 Mission 1 Million – Herzenssache Schlaganfall (Getting to the Heart of Stroke) bekannt gegeben. Die Öffentlichkeit hatte die Siegerprojekte in einer Wahl im Internet bestimmt; ein Expertengremium nominierte zusätzliche unterstützenswerte Initiativen. Die Gewinner erhalten nun Förderpreise in einer Gesamthöhe von 1 Million Euro zur Realisierung ihrer Projekte. Diese verfolgen das gemeinsame Ziel, bis zu 1 Million durch Vorhofflimmern bedingte Schlaganfälle zu verhindern. Über 45 Organisationen weltweit unterstützen die Initiative 1 Mission 1 Million, die von Boehringer Ingelheim finanziell gefördert wird. In Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie    die Schirmherrschaft übernommen. Auch die DAK unterstützt die Initiative.  >>>  

 

Etwa drei von tausend Schwangeren sind Epilepsie-Patientinnen. Da unvorhersehbar auftretende Krampfanfälle vor allem die Mutter und damit auch das Kind gefährden können, müssen die meisten Patientinnen ihre Medikamente auch in der Schwanger-schaft weiter einnehmen. Gleichzeitig können die Arzneien aber das Risiko für Fehlbildungen erhöhen. „Die neuen Daten helfen dem behandelnden Arzt, das Risiko für Mutter und Kind so gering wie möglich zu halten“, erklärt Elger.

Prof. Christian Elger

+++ Schwanger mit Epilepsie +++
Das Risiko fürs ungeborene Kind minimieren
Berlin, 11. August 2011 – Ärzte können mit der richtigen Medikamentenauswahl für schwangere Epilepsie-Patientinnen das Risiko für das Kind reduzieren. Neue Daten des EURAP Epilepsie- und Schwangerschaftsregisters, die in der Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlicht wurden, zeigen die Risiko-profile der vier am häufigsten verschriebenen Medikamente gegen Epilepsie. Die Auswertung von fast 4.000 Schwangerschaften in 42 Ländern durch Wissenschaftler um Prof. Torbjörn Tomson (Karolinska Institut, Stockholm) bestätigte zwar, dass alle vier Epilepsie-Medikamente bei hoher Dosierung das Risiko von Geburtsfehlern erhöhen können. „Insgesamt kann jedoch bei einer niedrig dosierten Therapie mit einem einzigen Medikament von einem Missbildungsrisiko ausgegangen werden, dass die Entscheidung für ein Kind nicht wesentlich beeinflussen sollte“, schätzt Prof. Christian Elger von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, die Ergebnisse ein.  >>>   

 

84. Jahreskongress der DGN in Wiesbaden - Ab dem 28. September 2011 diskutieren in Wiesbaden vier Tage lang rund 4500 Mediziner auf dem jährlichen Neurologen-Kongress neue Therapieoptionen bei neurologischen Erkrankungen. Der Schutz vor Schlaganfällen ist eines der großen Themen dieser Konferenz. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.dgn.org/presse und www.dgn2011.de.

+++ Risiko von Blutgerinnseln senken +++
Dabigatran: Neue Substanz zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern heute zugelassen
Berlin, 4. August 2011 – Daten aus einer der größten Studien zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern werden in naher Zukunft dazu beitragen, dass viele Risikopatienten einem Hirninfarkt sicherer und leichter vorbeugen können. Einer dieser Kandidaten ist das Arzneimittel Dabigatran, das heute zugelassen wurde.  „Die neue, altersbezogene Auswertung der internationalen RELY-Studie zeigt, dass ältere Patienten von der niedrigeren Dosis profitieren, Patienten unter 80 Jahren jedoch eher mit einer höheren Dosis behandelt werden sollten,“ so einer der federführenden Autoren, Prof. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).  „Jeder hundertste Mensch leidet bei uns an Vorhofflimmern, bei den über 80-Jährigen ist es sogar jeder Zehnte. “, erläutert  Professor Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der DGN. „Angesichts dieser Zahlen ist es ein großer Fortschritt, dass für diese Patienten bald schon eine neue Generation von Medikamenten bereit steht,  die das Risiko von Blutgerinnseln – und damit auch von Schlaganfällen – senken kann, ohne die Betroffenen durch den Zwang zur ständigen Überwachung der Blutgerinnung zu belasten“, so Grond.  >>>  

  

Mit der neuen Applikation „EPI-Interakt“, die für iPhone®, iPod touch® und iPad® geeignet ist, lassen sich bekannte Interaktionen von Antiepileptika schnell anzeigen.

+++ Neues App von UCB +++
„EPI-Interakt“ hilft, Interaktionen von Antiepileptika zu überprüfen
Monheim, 25. Juli 2011 – „EPI-Interakt“ hilft, Interaktionen von Antiepileptika zu überprüfen Als neuen Service für Ärzte bietet UCB ab sofort eine innovative Applikation im Indikationsfeld Epilepsie an. „EPI-Interakt“ hilft Ärzten dabei, sich rasch und unkompliziert über die Möglichkeiten und Stärken von bekannten Interaktionen zwischen Antiepileptika und einer Vielzahl anderer Medikamente zu informieren, die zur Behandlung von Komorbiditäten genutzt werden können. Mit der neuen Applikation „EPI-Interakt“, die für iPhone®, iPod touch® und iPad® geeignet ist, lassen sich bekannte Interaktionen von Antiepileptika schnell anzeigen. Die zugrunde liegende Datenbank wird ständig aktualisiert. Der innovative Service unterstützt Ärzte in ihrer täglichen Praxisarbeit und kommt den Patienten zugute.  >>>   

 

+++ Passendes Therapiekonzept +++
Beim Morbus Parkinson auch die chronische Obstipation effektiv behandeln
Wiesbaden – Patienten mit einem Morbus Parkinson leiden nicht nur an den Kernsymptomen Rigor, Akinesie und Tremor. Sie werden in ihrer Lebensführung und Lebens-qualität oft stärker noch durch mit der Erkrankung assoziierte, nicht-motorische Symptome beeinträchtigt. Dazu gehört unter anderem die Obstipation, die nach Privat-dozentin Dr. Jutta Keller, Hamburg, bis zu zwei Drittel der Parkinson-Patienten im Verlauf der Erkrankung entwickeln. „Die Obstipation ist oftmals ein frühes Symptom und tritt manchmal sogar lange vor allen anderen neurologischen Zeichen der Erkrankung auf“, so die Medizinerin. Grundlage der Verdauungsstörung beim Morbus Parkinson ist nach ihrer Darstellung eine Störung der Kolontransitzeit und der Stuhlentleerung.  >>>  

 

+++ Schlaganfall +++
Cholesterinsenker kann zum Risiko für Hirnblutungen werden
Berlin – Statine schützen erwiesenermaßen vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei Patienten, die bereits eine Hirnblutung erlitten haben, können sie jedoch das Risiko für weitere Hirnblutungen erhöhen. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich einer aktuellen Publikation hin. Neuere Auswertungen von Studien-ergebnissen weisen darauf hin, dass Statine bei Patienten, die bereits eine Hirnblutung erlitten haben, das Risiko einer zweiten Hirnblutung erhöhen. Die Berechnungen haben ergeben, dass das Risiko in vielen Fällen größer ist als die Vorteile durch die Verminderung anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  >>>  

 

+++ Arterielle Hypertonie +++
Moderne Dreifachkombination mit hohem Therapieeffekt
Wiesbaden, DGIM 2011 – Die arterielle Hypertonie ist ein äußerst bedeutsamer Risikofaktor, denn nahezu die Hälfte aller Schlaganfälle und aller ischämischen Herzerkrankungen sind auf diese Erkrankung zurückzuführen, in deren Folge jährlich weltweit über 7,5 Millionen vorzeitige Todesfälle registriert werden. Eine regelmäßige und langfristige Einnahme wirksamer Antihypertensiva gehört hier zu den unabdingbaren Voraussetzungen für eine effektive Reduktion kardiovaskulärer Komplikationen. Bei Patienten mit Hypertonie ist eine pharmakologische Monotherapie nur in den wenigsten Fällen für eine angemessene Blutdruckkontrolle ausreichend.  >>>  

 

+++ Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern +++
Wegweisende Doppelblindstudie ROCKET AF zum Vergleich von Rivaroxaban und Warfarin
Hamburg, 20. European Stroke Conference 2011 – Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende kardiale Rhythmusstörung. Die Zahl der Betroffenen in Deutschland wird auf ca. 800.000 bis eine Million Menschen geschätzt. Etwa ein Viertel aller ischämischen Schlaganfälle werden durch Vorhofflimmern verursacht. Somit ist Vorhofflimmern der wichtigste Risikofaktor für das Auftreten von ischämischen Insulten, auch sind durch Vorhofflimmern verursachte Schlaganfälle häufiger mit Tod oder bleibenden Organ-schäden assoziiert, als Schlaganfälle anderer Ätiologien. Berechnungen zufolge erleidet vermutlich jeder Vierte der heute 40-Jährigen mindestens einmal in seinem Leben eine Episode von Vorhofflimmern. Veränderungen der Altersstruktur in Deutschland lassen darüber hinaus vermuten, dass sich die Prävalenz der Erkrankung in den nächsten 30 Jahren verdoppeln oder aufgrund der Zunahme der Vorhofflimmern begünstigenden Grunderkrankungen sogar verdreifachen wird.  >>>  

 

+++ Aktuelle Auswertung von Krankenakten +++
Eigenmächtiges Absetzen von ASS erhöht Schlaganfallrisiko
Berlin, 19.4.2011 – Aspirin (Acetylsalicylsäure) oder ASS, gehört zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten. Ärzte verordnen es regelmäßig nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder anderen Kreislauferkrankungen, die Folge einer Gefäßverkalkung sind. Setzen die Patienten das Medikament eigenmächtig ab, erhöht sich ihr Schlaganfallrisiko erheblich. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen britischen Studie hin, die kürzlich im Fachmagazin Neurology erschienen ist.  >>>  

 

+++ Neues aus der Forschung +++

Warum Blutgerinnsel nicht gleich Blutgerinnsel ist
Professor Dr. med. Olav Jansen, Präsident der DGNR, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Berlin, 31. März 2011 – Die Kieler Neuroradiologen haben eine CT-Studie bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall durchgeführt. Durch eine von der Kieler Neuroradiologie entwickelte Technik (Dr. Christian Riedel, Stroke 2010) ist es möglich, an hierfür speziell ausgerichteten CT-Untersuchungsdatensätzen die Länge eines Blutgerinnsels bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall zu bestimmen. Mit dieser Technik wurden Patienten untersucht und ausgewertet, die an der Kieler Universitätsklinik einer Therapie mit einer systemischen (intravenös applizierten) Thrombolyse unterzogen wurden.  >>>  

 

+++ Schlaganfall immer ein Notfall +++
Telemedizin verbessert Schlaganfallversorgung auf dem Land: Überlebenschancen erhöhen und Folgeschäden vermeiden
Berlin, 31. März 2011 – Jährlich ereignen sich in Deutschland über 250.000 Schlaganfälle. Nur durch eine umgehende Behandlung lassen sich Folgeschäden wie bleibende Behinderungen vermeiden. Doch in ländlichen Regionen ist der Weg zur nächsten Klinik mit einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) häufig sehr weit. Telemedizinische Strukturen können hier Abhilfe schaffen. Wie diese die Versorgung von Schlaganfallpatienten auf dem Land verbessern können, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) heute auf einer Pressekonferenz in Berlin.  >>>  

 

+++ Therapiewahl bei Schlaganfall +++
Länge des Blutgerinnsels ist entscheidend - Neues Verfahren ermöglicht millimetergenaue Ausmessung
Berlin, 31.3.2011 – Bei etwa 80 Prozent aller Schlaganfälle ist der Auslöser eine Minderdurchblutung des Gehirns. Häufig wird diese durch ein Blutgerinnsel verursacht, das ein Hirngefäß verstopft. Mit einer neuen Technik können Neuroradiologen die Länge des Gerinnsels messen. Diese ist von entscheidender Bedeutung für die Wahl des Therapieverfahrens. Denn neueste Untersuchungen zeigen, dass sich Gerinnsel ab einer bestimmten Länge nicht mehr medikamentös auflösen lassen. In diesen Fällen kann eine Katheterbehandlung helfen. Über diese neuen Ansätze in Schlaganfalldiagnostik und -therapie informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) heute auf einer Pressekonferenz in Berlin.  >>>  

 

+++ Multiple Sklerose (MS) +++
Die neue Perspektive für Patienten: Orale Behandlung mit Fingolimod
München – Die Multiple Sklerose (MS), ist immer noch eine unheilbare Krankheit. Etwa 120.000 Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Der Wunsch nach einem möglichst normalen Leben ist bei Patienten mit MS von großer Bedeutung. Die aktuellen Therapieoptionen lindern zwar die Symptome der MS, aber nicht die Bedürfnisse von Arzt und Patient. Die Betroffenen müssen sich selbst spritzen oder sind auf Infusionen angewiesen. Hier besteht Handlungsbedarf um den Patienten die Einnahme zu erleichtern und somit die Compliance zu verbessern. Auch bei der Schubreduktion und Behinderungsprogression ist Verbesserung erforderlich. Mit Gilenya® (Fingolimod) steht jetzt eine neue orale Medikation, zugelassen durch die Europäische Kommission, zur Verfügung.  >>>  

 

+++ Therapiewahl bei Schlaganfall +++
Länge des Blutgerinnsels ist entscheidend Neues Verfahren ermöglicht millimetergenaue Ausmessung
Berlin – Bei etwa 80 Prozent aller Schlaganfälle ist der Auslöser eine Minderdurchblutung des Gehirns. Häufig wird diese durch ein Blutgerinnsel verursacht, das ein Hirngefäß verstopft. Mit einer neuen Technik können Neuroradiologen die Länge des Gerinnsels messen. Diese ist von entscheidender Bedeutung für die Wahl des Therapieverfahrens. Denn neueste Untersuchungen zeigen, dass sich Gerinnsel ab einer bestimmten Länge nicht mehr medikamentös auflösen lassen. In diesen Fällen kann eine Katheterbehandlung helfen. Über diese neuen Ansätze in Schlaganfalldiagnostik und -therapie informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) am 31. März 2011 im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin.  >>>  

 

+++ Multiple Sklerose (MS) +++
Schuppenflechtemedikament gegen MS macht Hoffnung auf schonende Therapie
Bochum, 28.2. 2011 – Fumarsäuresalze werden seit langem gegen Schuppenflechte eingesetzt. Vor rund zehn Jahren äußerten Bochumer Forscher die Vermutung, dass sie aufgrund ihrer Wirkmechanismen auch bei Multipler Sklerose eine günstige Wirkung haben müssten. Nachdem Studien dies bestätigt hatten, arbeitete die Forschung mit Hochdruck daran, die genauen Wirkmechanismen zu klären. Das ist jetzt einer Bochumer Arbeitsgruppe gelungen: Fumarsäuresalze greifen nicht ins Immunsystem ein, sondern entgiften Radikale, die während des Entzündungsprozesses freigesetzt werden. So schützen sie Nervenzellen. Neurologen der RUB-Klinik St. Josef Hospital um Prof. Dr. Ralf Gold und Dr. Ralf Linker berichten in der aktuellen online-Ausgabe des führenden Neurologie-Journals BRAIN.  >>>  

 

+++ Chancen der Herz- und Gefäßprotektion besser nutzen +++
Thrombozytenaggregationshemmer, Antikoagulantien und RAS-Blocker
Leverkusen,
25. Februar 2011 – Jeder zweite Todesfall in Europa geht auf das Konto der Herz- und Gefäßkrankheiten. Das liegt mit daran, dass die Chancen der Herz- und Gefäßprotektion noch längst nicht ausreichend genutzt werden. Darauf haben Experten bei einem von Bayer HealthCare im lettischen Riga ausgerichteten internationalen Symposium CURRENT TRENDS AND FUTURE STRATEGIES IN CARDIOLOGY TREATMENT aufmerksam gemacht. Rund 4,3 Millionen Menschen kommen in Europa jährlich durch kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder die Folgen einer venösen thromboembolischen Komplikation zu Tode. Die Rate kardiovaskulärer Todesfälle dürfte künftig sogar noch steigen, da infolge der demographischen Entwicklung Erkrankungen wie die Hypertonie, die koronare Herzerkrankung (KHK) und das Vorhofflimmern an Häufigkeit wohl weiter zunehmen werden.  >>>  

 

+++ Nabelschnurblut als Zellquelle +++
Funktionelle Regeneration nach Hirnschäden
Düsseldorf, 18. Februar 2011 – Die frühkindliche Hirnschädigung führt zu lebenslänglichen Behinderungen. Weltweit sind jährlich tausende Kinder davon betroffen. Spastische Paresen, Choreoathetosen, Ataxien oder sensomotorische Koordinationsstörungen sind die Folgen. In den USA werden die jährlichen Kosten für die Behandlung und Pflege dieser Kinder auf 11,5 Milliarden US Dollar geschätzt. Eine vielversprechende Therapieoption ist das Nabelschnurblut. Es enthält kostbare Stammzellen, deren Qualität einzigartig ist, sie sind jung, körpereigen und unbelastet. HUCBC (human umbilical cord blood cells) -Transplantation ist auf dem Weg in die klinische Anwendung. Innerhalb einzelner Studien wurden Stammzellen schon mit Erfolg bei Lähmungen nach Wirbelsäulenverletzungen, bei Querschnittslähmungen und bei Parkinson eingesetzt.  >>>  

 

+++ MS-Therapie mit AVONEX® +++
Das Leben im Mittelpunkt. Nicht die Multiple Sklerose
Berlin – Der Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose (MS) erfordert stets eine individuelle und auf die Patientenbedürfnisse abgestimmte Therapie. Für Menschen, die weder Einschränkungen im Alltag hinnehmen noch auf ein unabhängiges, aktives Leben verzichten möchten, ist die einmal wöchentliche Therapie mit Interferon beta-1a i.m. (AVONEX®) eine gut wirksame und sichere Option. Betroffene erhalten durch die Therapie mit AVONEX® die Möglichkeit, sich trotz MS auf ihr Leben und den Beruf zu konzentrieren, betonte Professor Dr. med. Volker Limmroth, Direktor der Klinik für Neurologie und Palliativmedizin am Klinikum Köln-Merheim. Sowohl der geringe Zeitaufwand als auch die sehr gute Hautverträglichkeit bei AVONEX® ermöglichen MS-Patienten positiv in die Zukunft zu blicken. Dies wird auch durch die 17 Jahre Erfahrung mit der AVONEX®-Therapie und die guten Wirksamkeitsdaten zur Reduktion der langfristigen Krankheitsprogression bestätigt. Daneben kann die Familienplanung für viele junge Paare zum zentralen Thema werden. Ergebnisse einer Studie belegen die Therapiesicherheit von AVONEX® für Schwangerschaften, sodass die MS in den Hintergrund rücken kann.  >>>  

 

+++ Hochwirksame MS-Therapie mit Natalizumab +++
Innovative Behandlungsziele - optimiertes Sicherheitsmanagement
Berlin – Im Fokus einer modernen Therapie von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) steht aktuell die erfolgreiche Besserung zahlreicher klinischer Parameter. Dieses Ziel kann durch die Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper Natalizumab (Tysabri®) realisiert werden. Das Ausbleiben klinischer sowie radiologischer MS-Aktivität wird als neues Konzept der Freiheit von Krankheitsaktivität bei MS-Patienten beschrieben und verbessert essentiell die Lebensqualität  von MS-Patienten. Daneben hilft ein umfassendes Forschungsprogramm zur Patientenstratifizierung und zum Therapiemonitoring, den individuellen Nutzen sowie die Risiko-Bewertung für jeden einzelnen Tysabri®-Patienten weiter zu optimieren. Die neuesten Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit der krankheitsmodifizierenden Therapie wurden am 10. Februar in Berlin diskutiert. Namhafte Experten präsentierten u. a. neue Daten, auf Basis derer sich der Anteil der Patienten unter Basistherapie mit der Indikation für eine Eskalation mit Natalizumab bestimmen lässt.  >>>  

 

+++ In klinischer Praxis erfolgreich +++
Weltweit erster Schlaganfall-Rettungswagen wurde in Homburg eingesetzt

Homburg/Saar, 11.2. 2011 – Insgesamt wurden bereits 80 Patienten im Rahmen einer Langzeitstudie (Ziel 200) eingeschlossen. Die weltweit ersten Patienten, die bereits am Notfallort, anstelle wie bisher in der Klinik behandelt wurden, belegen bereits eindeutig:
1.    Die prähospitale Behandlung des Schlaganfalles ist in der klinischen Realität durchführbar, dadurch dass das Krankenhaus (Mobile Stroke Unit) zum Patienten kommt.
2.   Eine Zeitersparnis (Notruf-Therapiebeginn) durch die Behandlung bereits am Notfallort gegenüber der Krankenhausbehandlung von bis zu 40 Minuten ist machbar!  Entsprechend dem allgemein akzeptierten Prinzip „Zeit ist Hirn“, ist dies von äußerster klinischer Relevanz. Professor Klaus Faßbender, Direktor der Klinik für Neurologie des UKS in Homburg, hat diese weltweit einzigartige Mobile Stroke Unit entwickelt, die über ein CT, Laborgeräte und Telemedizinanbindung zum Krankenhaus verfügt.  >>>  

 

+++ Mit Strom gegen Bluthochdruck +++
Verödung von Nierennerven: Methode erstmals in Sachsen-Anhalt angewendet
Halle (Saale), 7. Februar 2011 – Obwohl zunächst keine Symptome auftreten, ist die Hypertonie weltweit der Risikofaktor Nummer 1 für einen frühzeitigen Tod und betrifft etwa ein Drittel der Erwachsenen.  Klinische Studien zeigen nun, dass eine neue katheterbasierte Behandlung von Bluthochdruck zu einer deutlichen und nachhaltigen Senkung des Blutdrucks führt. Erstmals in Sachsen-Anhalt führte Dr. Alexander Plehn, Kardiologe der Universitätsklinik für Innere Medizin III, erfolgreich eine beidseitige Nierenarterienablation („renale Sympathikusablation“) zur Behandlung von Bluthochdruck bei vier Patienten durch.  >>>  

 

+++ Kommentierte Studie +++
Neue Studien, neue Diskussionen, aber keine neuen Regeln: Cholesterinsenker schützen Risikopatienten
Berlin, 3. Februar 2011
Zwei jüngst publizierte große Metaanalysen haben die Diskussion um den Nutzen der Statine neu entfacht. Die alte Regel bleibt aber bestehen: Bei sachgemäßer Anwendung gehören die Cholesterinsenker zum Standardrepertoire in der Behandlung von Patienten mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, ischämischen Schlaganfall und anderen kardiovaskulären Ereignissen. Dies betonen Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Prof. Dr. med. Joachim Röther, Präsident der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Es mache aber einen gewaltigen Unterschied, ob fachkundige Neurologen oder Kardiologen Statine an Patienten verschreiben, um ein wahrscheinliches und lebensbedrohliches vaskuläres Ereignis abzuwenden, oder ob man diese hochpotenten Wirkstoffe für gesunde Menschen frei verfügbar macht, wie dies beispielsweise in Großbritannien geschehen ist. Nach einer Studie durch die Cochrane Collaboration steht derzeit vor allem die Einnahme der Statine durch gesunde Menschen und ohne Rücksprache mit dem Arzt in der Kritik.   >>>  

 

Gemäß den seit 2005 geltenden internationalen Leitlinien des ECR ERC (European Resuscitation Council) sowie des ILCOR (International Liaison Committee on Resuscitation) muss der Patient nach erfolgreicher kardiopulmonaler Reanimation gekühlt werden, unabhängig von der Ursache des Kreislaufstillstandes. Ein Anstieg der Körpertemperatur über 37°C in den ersten 72 Stunden nach dem Ereignis ist durch Einleitung einer milden Hypothermie (32-34°C) zu vermeiden.

+++ Neue Studie aus Erlangen +++
Milde Hypothermie mit sovika®: einfach, effektiv und sicher
Rotenburg a. d. Fulda, 31. Januar 2011. – Gemäß den seit 2005 geltenden internationalen Leitlinien des ECR ERC (European Resuscitation Council) sowie des ILCOR (International Liaison Committee on Resuscitation) muss der Patient nach erfolgreicher kardiopulmonaler Reanimation gekühlt werden, unabhängig von der Ursache des Kreislaufstillstandes.Mit sovika® hat die HVM Medical GmbH aus Rotenburg an der Fulda 2010 ein neuartiges, mobiles und flexibles Thermosystem vorgestellt. Das Kernstück ist die mobile Kopfkühlung zur schnellen und frühzeitigen Neuroprotektion nach kardiopulmonaler Reanimation oder anderen Indikationen, bei denen eine milde Hypothermie von Nutzen sein kann, wie z. B. Schlaganfall. Aktuelle Ergebnisse einer Probandenstudie von Priv.-Doz. Dr. Rainer Kollmar, Leiter der Stroke Unit an der Neurologischen Universitätsklinik Erlangen, zeigen: Die Anwendung der sovika® Kopfkühlung an wachen, gesunden Erwachsenen ist sicher und senkt die tympanale Temperatur, die Körperkerntemperatur sowie die Herzfrequenz.  >>> 

  

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den Berichtsbogen verwenden, der regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird oder über die Homepage der AkdÄ abrufbar ist. Es besteht auch die Möglichkeit, über www.akdae.de direkt online einen UAW-Verdachtsfall zu melden.

+++ Neue Risikoinformation +++
Aus der UAW-Datenbank: Abhängigkeitspotenzial von Pregabalin (Lyrica®)
Berlin, 28.01.2011 – Pregabalin ist zugelassen zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen (beispielsweise bei Diabetes mellitus, Gürtelrose [Herpes zoster] oder Rückenmarksverletzungen), als Zusatztherapie bei Epilepsiepatienten mit partiellen Anfällen und bei generalisierten Angststörungen. Die AkdÄ wurde über den Fall eines 39-jährigen Patienten informiert, der wegen einer generalisierten Angststörung mit Pregabalin behandelt wurde. Mehrfache Versuche des Patienten, sich Rezepte zu erschleichen, und das Eingeständnis, bis zu 3000 mg des Medikaments täglich einzunehmen (empfohlene Tageshöchstdosis 600 mg), lassen auf eine Abhängigkeit schließen. Der meldende Arzt berichtet, dass ihm durch Kollegen weitere Fälle von Abhängigkeit von Pregabalin bekannt seien. Die Hinweise auf ein Missbrauchspotenzial von Pregabalin wurden in diesem Jahr unter die Warnhinweise in die Fachinformation aufgenommen   >>>  

  

+++ Jugendlicher Schlaganfall +++
Bei jugendlichem Schlaganfall an Morbus Fabry denken
Leipzig, 13. Januar 2011 – Morbus Fabry ist eine Multisystemerkrankung, die aufgrund der Enzymdefizienz zu einer Akkumulation des Sphingolipids Globotriaosylceramid (Gb3) in verschiedenen Organsystemen führt. Herz, Niere, Gefäße und Gehirn sind gleichermaßen betroffen. Nach den Daten des europäischen Fabry Outcome Survey (FOS) entwickeln 13 Prozent der Fabry-Patienten zerebrovaskuläre Ereignisse. Die Ätiologie dieser Ereignisse umfasst mikroangiopathische Veränderungen durch direkte Gefäßablagerungen und eine schwere arterielle Hypertonie sowie stenosierende aber auch dilatative Makroangiopathien. Prof. Dr. Arndt Rolfs, Rostock, hat auf einem Shire-Symposium der ANIM gefordert, dass jeder Schlaganfallpatient im Alter zwischen 18 und 55 Jahren eine spezifische Fabry-Diagnostik erhalten sollte, insbesondere wenn er eine Ektasie hat.  >>>  

 

+++ MS: Therapieziele im Wandel +++
Behandlungskonzepte der Multiplen Sklerose weiter optimieren
Hamburg – In der Behandlung der  Multiplen Sklerose (MS) zeichnen sich neue Optionen ab. Krankheitsaktivität bei MS verhindern ist das Ziel. Dieser Parameter wird definiert als ausbleibende klinische Aktivität und keine im MRT des Gehirns nachweisbare Aktivität. Hier kann TYSABRI® (Natalizumab) nachweislich wirksam sein, wie eine Post-Hoc-Analyse der AFFIRM-Studie bestätigt. Ein umfangreiches Forschungsprogramm um das Therapiemanagement zu evaluieren und die Sicherheit der Behandlung weiter zu optimieren ist angelaufen. Auch neue MS-Therapeutika werden sich Herausforderungen bezüglich nachhaltiger Wirksamkeit und Sicherheit stellen müssen.  >>>  

 

+++ Der Hochrisiko-Hypertoniker +++
Eine Übersicht neuer therapeutischer Strategien
Berlin – Wenn der Blutdruck systolisch um 20 mmHg oder diastolisch um 10 mmHg ansteigt, verdoppelt sich die kardiovaskuläre Mortalität, wie Metaanalysen zeigen. Dieses Risiko wird dann extrem erhöht, wenn weitere Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen dazu kommen. Darunter fallen stabile KHK, Typ 2-Diabetes, metabolisches Syndrom und eingeschränkte Nierenfunktion. Dieser Bluthochdruck-Patienten wird schnell zu einem „Hochrisiko-Hypertoniker“, der frühzeitig eine zuverlässige Blutdruck-senkung und zusätzliche protektive Strategien benötigt. Die Fixkombination Twynsta® (Telmisartan + Amlodipin) kann hier einen bedeutenden Beitrag zum Schutz dieser Patienten leisten. Für den Arzt bietet sich jetzt eine neue Therapieoption an, insbesondere für Patienten, die bisher noch nicht zufriedenstellend behandelt werden konnten. Durch die einmal tägliche Gabe und die gute Verträglichkeit können auch die Patienten zu einer dauerhaften, blutdrucksenkenden Therapie motiviert werden.  >>>  

 

+++ Initialtherapie der schweren Hypertonie +++
EFFEKTIVE-Studie zeigt: Schnelle und effektive Blutdrucksenkung mit Candesartan + HCT
Berlin – Etwa zwei Drittel aller Patienten mit essenzieller Hypertonie benötigen mehr als eine antihypertensive Substanz, um Normwerte zu erreichen. Dabei nimmt die Notwendigkeit einer antihypertensiven Kombinationstherapie zur Drucknormalisierung mit ansteigenden Werten zu. Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse von 57 Hochdruckstudien ergab, dass die Wahrscheinlichkeit, den diastolischen Blutdruck mit einer antihypertensiven Substanz um mehr als 9 mm Hg abzusenken, bei weniger als fünf Prozent liegt. Demzufolge ist eine Monotherapie ab diastolischen Blutdruckwerten von 10 mm Hg über dem gewünschten Zielblutdruck mit hoher Wahrscheinlichkeit inadäquat. Hier sollte beispielsweise eine hochdosierte Initialtherapie mit dem AT1-Antagonisten Candesartan in Kombination mit dem Thiazid-Diuretikum HCT (z.B. Blopress® forte 32 mg PLUS 25 mg) zum Einsatz kommen.  >>>  

 

+++ Neueinführung des sovika® Kühlsystems +++
Die sofortige Kühlung nach Reanimation beugt Hirnschäden vor
Rotenburg
Mit sovika® stellte die HVM Medical GmbH aus Rotenburg an der Fulda eine neuartige mobile und flexible Kopfkühlung zur schnellen und frühzeitigen Neuroprotektion bei Reanimation vor. Bereits seit 2005 wird die therapeutische milde Hypothermie für reanimierte Patienten nach Herzstillstand empfohlen. Jetzt ist ein praktisches, wieder verwendbares Hilfsmittel verfügbar. Damit wird die Kühlung bereits am Ort der Reanimation ermöglicht. Gemäß den seit 2005 geltenden internationalen Leitlinien des ERC (European Resuscitation Council) sowie des ILCOR (International Liaison Committee on Resuscitation) muss der Patient nach erfolgreicher kardiopulmonaler Reanimation gekühlt werden, unabhängig von der Ursache des Kreislaufstillstandes. Ein Anstieg der Körpertemperatur über 37°C in den ersten 72 Stunden nach dem Ereignis ist durch Einleitung einer milden Hypothermie (32-34°C) zu vermeiden. Doch längst nicht jeder reanimierte Patient kommt in den Genuss dieser Therapie. Laut einer Untersuchung von Wolfrum et. al werden in Deutschland und Großbritannien nur 23,5 % der Patienten nach einem Herzstillstand gekühlt. Auch beginnt die Kühlung, wenn sie denn angewendet wird, in der Regel erst in der Klinik, auf der Intensivstation.  >>>  

  

+++ Verspätete oder falsche Diagnose +++
Morbus Fabry wird immer noch sehr spät erkannt
Mannheim – Beim Morbus Fabry ist ein breites Spektrum möglicher Differenzialdiagnosen zu berücksichtigen, das viele medizinische Fachbereiche betrifft. Deshalb ist das Risiko für eine verspätete oder falsche Diagnose hoch. Zwischen dem Beginn der Symptome und der Diagnose liegen durchschnittlich mehr als zehn Jahre. Dies ist vor dem Hintergrund wichtig, dass seit einigen Jahren eine Enzymersatztherapie zur Verfügung steht, die gut verträglich und wirksam ist. Über die neurologischen Aspekte der Krankheit referierten Experten auf einem Satellitensymposium in Mannheim.  Frühe Symptome können intensive brennende Schmerzen, Hautläsionen (Angiokeratome), gastrointestinale Beschwerden, Wärmeintoleranz, Hörverlust und Hornhautveränderungen am Auge umfassen. Dass der Morbus Fabry häufiger zu sein scheint als bisher angenommen, belegt unter anderem eine neuere Untersuchung.  >>>  

 

+++ Schlaganfall +++
Lysetherapie auch im hohen Alter möglich
Berlin, 1.12. 2010 – Eine Thrombolyse kann auch bei Schlaganfallpatienten im Alter von über 80 Jahren sinnvoll sein. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich einer aktuellen Auswertung des internationalen Patientenregisters SITS-ISTR („Safe Implementation of Treatment in Stroke – International Stroke Thrombolysis Register“) hin. Bei der Thrombolyse wird das Blutgerinnsel im Gehirn, das den Schlaganfall verursacht hat, medikamentös aufgelöst. Die Ergebnisse der Datenanalyse sind kürzlich in der Fachzeitschrift „Stroke“ erschienen.  >>>   

 

+++ Mein Leben in Bewegung +++
COPAKTIV-Literaturwettbewerb war eine echte Erfolgsstory
Hamburg, – Über 140 MS-Betroffene sind dem Aufruf zum Literaturwettbewerb von COPAKTIV, der Initiative für Menschen mit Multipler Sklerose, gefolgt. Sie haben ihre Kurz-Geschichten und Gedichte zum Thema „Mein Leben in Bewegung“ eingesendet. Bewegende, humorvolle und emotionale Einsendungen beeindruckten die Jury und deren Vorsitzenden Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“). Nach der leidenschaftlichen Diskussion kürte sie die ersten drei Gewinner. „Bei aller Unterschiedlichkeit hatten die eingesandten Texte eines gemein: Sie haben mich sehr berührt“, sagt Bastian Sick, Schirmherr des COPAKTIV-Literaturwettbewerbs. Die vier Jurymitglieder waren begeistert von der Qualität und Vielfalt der Beiträge. „Das dichterische Schreiben ist ein Schöpfungsakt, bei dem man über sich selbst hinauswächst. 
Vorgestellt werden die Gewinner des COPAKTIV-Literaturwettbewerbs und ihre Einsendungen in einem Sonderheft des Patientenmagazins „COPAKTIV – Aktiv im Leben“ sowie auf www.aktiv-mit-ms.de. Hier finden Sie weitere Informationen rund um den COPAKTIV-Literaturwettbewerb, die Shortlist der Finalisten und Bilder des Jurytags.  >>>  

 

+++ Schlaganfall: Verlier keine Zeit – Wähl 112 +++
Breit angelegte Aufklärungsaktion der „Initiative: München gegen den Schlaganfall“ will die Bevölkerung in München  für richtige Reaktion im Notfall fit machen
München – In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 230.000 Menschen einen Schlaganfall. Um das Wissen über die Symptome des Schlaganfalls und die richtige Reaktion im Notfall zu verbessern, hat sich in der Region ein starkes Aktionsbündnis zusammen geschlossen: Unter der Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude starteten die Vertreter der vier Münchner Stroke Units, die Deutsche Stiftung Neurologie (DSN), die AOK Bayern sowie das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim im Oktober 2010 eine sechsmonatige Kampagne unter dem Motto „Schlaganfall – ein Notfall“. Die wichtigste Botschaft: "Time is brain" – nicht abwarten, sondern sofort den Notruf tätigen und die Versorgung in einem Schlaganfallzentrum veranlassen.  >>>  

 

+++ Herz und Hirn gezielt schützen +++
Von den Fettstoffwechselstörungen bis zur Demenz
Berlin – Ein gestörter Fettstoffwechsel kann nicht nur auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch von vaskulärer Demenz oder aber einer Alzheimer-Erkrankung Einfluss nehmen.  Spannende Erkenntnisse, die neue Therapieoptionen eröffnen, so das Fazit der Experten in einem Lunch-Symposium anlässlich des 58. Ärztekongresses/CHARITÉ Fortbildungsforums in Berlin. Zur Beurteilung des KHK-Risikos sollten beispielsweise neben dem LDL-Cholesterin auch die Triglyzeride genauer betrachtet werden. Eine adäquate Basistherapie im Falle erhöhter Werte ist die Gabe hochkonzentrierter, kardioprotektiven Omega-3-Fettsäuren. In der Therapie der vaskulären Demenz tritt zunehmend CDP-Cholin in den Fokus, eine körpereigene Substanz, die die Stoffwechselaktivität sowie die Regenerationsfähigkeit der Nervenzellen im Gehirn unterstützt.  >>>  

 

+++ Multifokale motorische Neuropathie +++
Wirksamkeit von Immunglobulinen durch pannationale niederländische Studie bestätigt
Berlin, 3. November 2010 – In einer beispielhaften Erhebung haben niederländische Neurologen systematisch alle Patienten erfasst, die in ihrem Land unter einer multifokalen motorischen Neuropathie (MMN) leiden. Sie gewannen dadurch solide Daten zu dieser seltenen, aber oft gut behandelbaren asymmetrischen Lähmung. Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten helfen, das klinische Bild einer MMN zu erkennen, schreiben die Autoren um Leonard H. van den Berg in Neurology. Van den Berg ist Koordinator der Abteilung Neuromuskuläre Erkrankungen am Medizinischen Zentrum der Universität Utrecht. Die Niederländer konnten zeigen, dass eine frühzeitige Behandlung der Patienten mit intravenösen Immunglobulinen (IVIg) den Zerfall der Nervenfortsätze (axonale Degeneration) sowie bleibende Defizite verzögern kann. „Auch den deutschen Patienten wird diese Arbeit nutzen“, kommentiert Professor Martin Stangel, leitender Oberarzt an der Neurologischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Die Art und Weise, wie Neurologen und Patientenverbände hier zusammengearbeitet haben, ist ebenso vorbildlich wie der Gebrauch einer landesweiten Datenbank zur Erfassung von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen.“  >>>

 

+++ Schlaganfall: Immer ein Fall für 112 +++
Bleibende Behinderungen durch richtiges Handeln vermeiden
Berlin – Mehr als 70 Prozent der Schlaganfallpatienten erreichen die Klinik zu spät, um mit einer Thrombolyse behandelt zu werden. Hierbei lösen Ärzte das Blutgerinnsel im Gehirn, das den Schlaganfall verursacht hat, medikamentös auf. Die Therapie darf jedoch nur in den allerersten Stunden nach Auftreten der Schlaganfallsymptome zum Einsatz kommen. Wichtig ist daher, Warnsignale zu erkennen und umgehend den Rettungsdienst mit der Nummer 112 zu rufen. Doch dies bleibt oft aus. Denn noch immer wissen viele Menschen zu wenig über Symptome und die richtige Handlungsweise bei einem Schlaganfall. Welche Warnsignale auf einen Schlaganfall hinweisen und wie Betroffene und Angehörige reagieren sollten.  >>>  

 

+++ Morbus Parkinson +++
Durch symptomorientierte Therapie Lebensqualität so gut wie möglich erhalten
Mannheim – Der Morbus Parkinson (MP) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen des höheren Lebensalters. Er ist gekennzeichnet durch das vornehmliche Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra mit dem Botenstoff Dopamin. Der Mangel an Dopamin führt letztlich zu einer Verminderung der aktivierenden Wirkung der Basalganglien auf die Großhirnrinde. Bei den Symptomen muss zwischen den motorischen Kardinalsymptomen und den fakultativen, nicht- motorischen Begleitsymptomen unterschieden werden. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und soll rechtzeitig und altersgerecht beginnen. Das Therapieziel ist neben der Symptomkontrolle die Erhaltung der Selbständigkeit und der möglichst lange Erhalt der Lebensqualität. Die Recover-Studie konnte die Wirksamkeit des transdermalen Systems auf die frühmorgendliche Beweglichkeit der Betroffenen und die nicht-motorischen Symptome, wie z.B. die Qualität des Nachtschlafes bestätigen.  >>> 

 

+++ Weltschlaganfalltag +++
World Stroke Organization fordert schnelles Handeln im globalen Kampf gegen den Schlaganfall
Genf, 28.10. 2010 – Mit dem Start ihrer Kampagne „One in Six“ anlässlich des Weltschlaganfalltages am 29. Oktober 2010 fordert die World Stroke Organization (WSO) zum schnellen Handeln im globalen Kampf gegen den Schlaganfall auf. Das Motto der Kampagne soll die Häufigkeit des Krankheitsbildes widerspiegeln: Weltweit erleidet einer von sechs Menschen im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall. Alle sechs Sekunden stirbt ein Mensch daran. Mit ihrem Kampf gegen den Schlaganfall haben sich WSO-Mitglieder aus 92 Ländern verbündet, um am World Stroke Day eine lebensrettende Botschaft zu verkünden: Gehen Sie kein Risiko ein! Einer von sechs Menschen ist gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden – es könnte Sie treffen! Lernen Sie, die Anzeichen zu erkennen! Retten Sie heute ein Leben! Reagieren Sie jetzt! Die Kampagne  zielt darauf ab, die Öffentlichkeit über die folgenden sechs Anforderungen zur Prävention von Schlaganfällen zu informieren:  >>> 

 

+++ Moderne mechanismen-orientierte Schmerztherapie +++
Tapentadol für einen besseren Therapieerfolg
Mannheim – In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Schmerz ist komplex und erfordert gerade bei starken chronischen Schmerzen eine mechanismen-orientierte Therapie. Eine zukunftsorientierte Therapieoption bietet der neue Wirkstoff Tapentadol  der als erster Vertreter der neuen Substanz-klasse MOR-NRI angesehen wird. Im Vergleich zu Oxycodon als Vertreter der starken klassischen Opioide konnte Tapentadol in Studien ein besseres Verträglichkeitsprofil bei vergleichbarer analgetischer Wirksamkeit nachweisen. Deutlich weniger Patienten brachen ihre Schmerztherapie ab und es zeigte sich eine verbesserte Lebensqualität.  >>> 

 

+++ Optimierung der MS-Therapie +++
Brennpunkte: Lebensqualität und Langzeiteffektivität
Mannheim – Die Progression der MS ist nicht nur eine Frage der Schübe. Das Gehirn der MS Patienten verändert sich langsam und schleichend. Verschiedene Vorgänge wie Entzündung, Neurodegeneration, Demyelinierung, spielen eine sehr wichtige Rolle. Konventionelle Parameter zur Beurteilung des Langzeitverlaufs der MS wie EDSS und klassisches MRT haben nur begrenzte Aussagefähigkeit. Neue paraklinische Parameter wie alternative MR Techniken und OCT geben zunehmend tiefere Einblicke. Und neue Aussichten auf Behandlungserfolge in der MS Therapie bieten zentral wirksame Medikamente. Für FTY720 existieren bereits präklinische und klinische Hinweise auf einen möglichen derartigen zentralen Effekt der Substanz. „Um langfristige irreversible Schädigungen bei der MS zu vermeiden ist ein früher Therapieansatz unumgänglich“, sagte Professor Dr. med. Ralf Gold, Universität Bochum.  >>> 

 

+++ Lambert-Eaton Myasthenisches Syndrom (LEMS) +++
LEMS-Patienten haben oftmals eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich
Mannheim – Beim Lambert-Eaton Myasthenischen Syndrom (LEMS) handelt es sich um eine sehr selten auftretende neuromuskuläre Transmissionsstörung, d. h. um eine Erkrankung, bei der die Reizweiterleitung von den Nerven zur Muskulatur beeinträchtigt ist. LEMS ist deutlich seltener, als die von den Symptomen sehr ähnliche Myasthenia gravis etwa 0,5:100.000 (Myasthenia gravis ca. 10:100.000). Im Unterschied zur Myasthenia gravis besteht eine beinbetonte Muskelschwäche und eine Schwäche der proximalen Schultermuskulatur. Dies hat eine zunehmende Schwäche der Ausdauerleistungsfähigkeit beim Gehen, Treppensteigen und Aufstehen zur Folge. Seit wenigen Monaten steht mit FirdapseTM erstmals ein einfach applizierbares Fertigpräparat zur Verfügung, das die LEMS-Therapie wesentlich erleichtert.  >>> 

  

+++ Ultraschall in der Neurologie +++
Time is brain – Schlaganfallursachen schnell diagnostizieren und behandeln
Mainz, 21. Oktober 2010 – Ultraschall ist heute ein wichtiges Werkzeug in der Hand der Neurologen – Voraussetzung ist aber, dass der Arzt gut ausgebildet ist und ein hochwertiges Gerät zur Verfügung hat. Besondere Bedeutung hat Ultraschall für die Notfalldiagnostik des Schlaganfalls: Schlaganfälle können ja ganz verschiedene Ursachen haben, die jeweils unterschiedlich behandelt werden müssen. Einige Beispiele sollen das veranschaulichen. Eine 70-jährige Patientin kommt mit akuter Lähmung der linken Körperhälfte in die Klinik....  >>>  

 

+++ Lysetherapie nicht immer sinnvoll +++
Schlaganfälle und ihre Ursachen mittels Ultraschall schnell diagnostizieren und wirksam behandeln
Mainz, 21. Oktober 2010 – Etwa alle drei Minuten erleidet ein Mensch in Deutschland einen Schlaganfall. Mehr als ein Viertel der Betroffenen stirbt daran. Überlebende bleiben oft lebenslang behindert und pflegebedürftig. Schlaganfälle können verschiedene Ursachen haben. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist deshalb die sofortige und korrekte Diagnose. Dass dies in vielen Fällen besonders gut mit Hilfe von medizinischem Ultraschall möglich ist, erläutern Experten heute bei der Pressekonferenz anlässlich der Tagung „Ultraschall 2010“. Schlaganfälle entstehen entweder durch eine plötzlich auftretende Hirnblutung oder durch eine akute Mangeldurchblutung des Gehirns bei Gefäßverschluss. In etwa 60 Prozent der Fälle liegt die Ursache eines solchen Gefäßverschlusses nicht im Gehirn selbst...   >>>  

 

+++ Früherkennung Parkinson +++
Nur die frühe Diagnose ermöglicht eine bessere Therapie
Mannheim – Trotz therapeutischer Fortschritte in der Parkinson-Therapie muss die Früherkennung verbessert werden, um Patienten früher behandeln und somit die Lebensqualität länger aufrechterhalten zu können, forderte Professor Dr. Daniela D. D. Berg, Zentrum für Neurologie der Universitätsklinik Tübingen im Rahmen eines von Boehringer Ingelheim unterstützten Symposiums auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Mannheim. Die Parkinson-Krankheit beginnt hauptsächlich zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und verläuft meist langsam fortschreitend. Früherkrankungen sind auch schon vor dem 40. Lebensjahr möglich. Durch das Auftreten im höheren Lebensalter sind oft gleichzeitig andere Krankheiten vorhanden, die die Diagnose einer Parkinson-Erkrankung erschweren können.  >>>  

 

MRT-Befunde über Anomalien des Gehirns und Bewegungsstörungen bei Patienten, die mit Sabril® (Vigabatrin) behandelt wurden

+++ Neue Risikoinformation +++
MRT-Befunde über Anomalien des Gehirns und Bewegungsstörungen bei Patienten, die mit Sabril® (Vigabatrin) behandelt wurden
Der Hersteller informiert über Fälle von Anomalien des Gehirns im Zusammenhang mit Vigabatrin, die in MRT-Befunden beschrieben wurden. Betroffen waren vor allem Kleinkinder, die mit hohen Vigabatrin-Dosen wegen infantiler Spasmen therapiert wurden. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist gegenwärtig nicht bekannt. Darüber hinaus wurden bei Patienten, die wegen infantiler Spasmen behandelt wurden, Bewegungsstörungen, inklusive Dystonie, Dyskinesie und erhöhtem Muskeltonus berichtet. Als Konsequenz aus diesen Informationen wird empfohlen, das Nutzen-Schaden-Verhältnis von Vigabatrin bei jedem Patienten individuell zu beurteilen. Wenn Bewegungsstörungen während der Therapie mit Vigabatrin neu auftreten, sollte eine Dosisreduktion oder ein graduelles Beenden der Therapie in Betracht gezogen werden.  >>>  

 

+++ Therapiemanagement der MS +++
Frühzeitiger Einsatz und Therapiekonzept mit Langzeit-Perspektive
Mannheim – Bei der Behandlung der Multiplen Sklerose ist der Basistherapie mit Interferonen unbestritten ein hoher Stellenwert beizumessen. Neben der zuverlässigen Wirkung auf die MS Symptome rücken zusehends auch kognitive Beeinträchtigungen durch die MS in den Fokus. Darüber hinaus sind die Langzeiterfahrungen für eine Therapieentscheidung von besonderem Interesse, wie bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Neurowoche 2010 in Mannheim deutlich wurde. Die Multiple Sklerose gilt als Prototyp einer entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems, betonte Professor Dr. Heinz Wiendl, Münster. Bei der Behandlung setzen die Mediziner auf Immun-Modulatoren, wobei nach Wiendl Interferon beta-1b (Betaferon®) als Mittel der Wahl für verschiedene Krankheitsformen wie die schubförmig-remittierende MS, die sekundär-progrediente MS und auch das Klinisch isolierte Syndrom (CIS) ist.  >>> 

 

+++ Schlaganfall wird zur größten Gefahr für die Gesundheit +++
Aktuelle Zahlen bestätigen, dass der Hirninfarkt den Herzanfall als häufigste Gefäßerkrankung ablöst
Mannheim, 22.9.2010 Jährlich erleiden in Deutschland rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall - mit steigender Tendenz. Eine internationale Studie mit deutscher Beteiligung aus dem renommierten Fachmagazin "Jama" zeigt, dass der "Schlaganfall-Tsunami" bereits an Stärke gewinnt, so Professor Martin Grond, Neurologe aus Siegen. Die REACH-Studie auf Basis eines Patientenregisters mit rund 45.000 Risikopatienten hatte über einen Zeitraum von vier Jahren deutlich mehr Schlaganfälle als Herzinfarkte ergeben. Damit bestätigt diese Untersuchung einen Trend, der sich schon seit Jahren angedeutet hat, berichtete heute die Deutsche Gesellschaft für Neurologie bei ihrer Jahrestagung in Mannheim.  >>> 

 

+++ Restless-Legs-Syndrom +++
Neue Daten zeigen langanhaltenden Nutzen von Rotigotin
Toronto – Auf dem 62. Kongress der American Academy of Neurology in Toronto, Kanada, wurden die Ergebnisse einer Fünfjahres-Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Rotigotin transdermales System (Neupro®) bei der Behandlung des mittelschweren bis schweren idiopathischen Restless-Legs-Syndrom präsentiert. Es zeigte sich, dass der IRLS (International Restless Legs Study Group Rating Scale) im Durchschnitt um über 65 % gesenkt, und bei über einem Drittel der Patienten Symptomfreiheit erzielt werden konnte. Die Symptomverbesserung hielt dabei über die gesamten fünf Jahre an. Bei vielen Betroffenen braucht es Monate oder gar Jahre, bis die Diagnose Restless-Legs-Syndrom (RLS) gestellt und mit einer wirksamen Therapie begonnen wird.  >>> 

 

+++ Fortschritte bei der MS-Therapie +++
Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit von Natalizumab
Dresden – Multiple Sklerose ist charakterisiert von heterogenen Krankheitsverläufen und -Symptomen. Eine möglichst gezielte, auf den Patienten abgestimmte Therapie ist daher von sehr hoher Bedeutung für einen optimierten Behandlungserfolg. Ein neu entwickeltes, Patientenmonitoringsystem eröffnet neue Perspektiven in der Sicherung und Steigerung der Qualität  bei der Behandlung von MS-Patienten unter innovativen Therapeutika. „Aufgrund individueller Verläufe der MS-Erkrankung und innovativer Therapie-optionen kann die Therapie von MS-Patienten durch die Implementierung eines interaktiven Patientenmonitorings in das Prozess- und Risikomanagement deutlich verbessert werden", so PD Dr. Tjalf Ziemssen, Dresden. Präsentiert wurden zudem aktuelle Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit von Natalizumab (Tysabri®) u. a. zur Sehfähigkeit und dem Schwangerschaftsverlauf unter dem Antikörper.  >>> 

 

+++ Fehlerhafte Medikamenteneinnahme kann Patienten schaden +++
Patientenbroschüre zur Compliance bei Morbus Parkinson

Im Schnitt nimmt jeder fünfte Parkinson-Patient seine Medikamente fehlerhaft ein, etwa zum falschen Zeitpunkt, zu häufig oder zu selten. Informationen und Tipps für Patienten rund um das Thema Compliance – inklusive Erinnerungshilfen und Medikamentenplan zum Ausfüllen – gibt es jetzt in der neuen Broschüre „Erfolgreiche Therapie braucht Ihre Unterstützung“ von Boehringer Ingelheim. Die Patientenbroschüre kann bei
info@boehringer-ingelheim.de angefordert werden.  >>> 

 

+++ S1P-Rezeptormodulation bei MS +++
Aufbruch in eine neue Therapiedimension?
Berlin
, Congress of the European Neurological Society – Zur Verbesserung der Therapien für Multiple Sklerose (MS)-Patienten wurde in den vergangenen Jahren viel in Forschung und Entwicklung investiert. Die Suche nach neuen Therapieansätzen spielt eine entscheidende Rolle, einerseits sollen diese eine hohe antii-nflammatorische Wirksamkeit haben, andererseits möglichst spezifisch in das pathogenetische Geschehen der MS eingreifen, um das Immunsystem nicht mehr als nötig zu beeinträchtigen. Sphingosin-1-phopsphate (S1P) und S1P-Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle für zentrale Abläufe im Immunsystem. Der neue Therapieansatz der Modulation von S1P-Rezeptoren rückt dadurch ins Zentrum der Aufmerksamkeit.  >>>  

 

+++ Therapie des Morbus Parkinson +++
Bessere Anwendung durch vereinfachte Dosisanpassung von Pramipexol
Berlin – In der Behandlung des M. Parkinson gibt es viele ungelöste Probleme: Wie kann man die Krankheitsprogression aufhalten, die medikamentöse Therapie vereinfachen, motorische Spätkomplikationen verhindern und nichtmotorische Symptome kontrollieren? Zwei neue Dosierungen von Pramipexol ermöglichen die Behandlung mit nur einer Tablette täglich. Ärzten und Parkinson-Patienten bietet dies eine bessere Anwendung durch vereinfachte Dosisanpassung und reduzierte Tablettenlast. Die neue Sifrol® Retard Tablette bietet bei einmal täglicher Einnahme eine mit dem bereits bewährten Pramipexol IR (Immediate Release, 3x täglich) vergleichbare Wirksamkeit, wobei eine 1:1-Umstellung auf Sifrol® Retard über Nacht empfohlen werden kann.  >>> 

 

+++ Morbus Parkinson – mehr als nur eine Bewegungsstörung +++
Mehr Lebensqualität durch effektives Behandlungsmanagement
München – Das frühe Erkennen bzw. die Abgrenzung des idiopathischen Parkinsonsyndroms zu anderen Erkrankungen hat entgegen älteren Auffassungen therapeutische Relevanz. Während man früher eine Therapie erst dann begonnen hat, wenn motorische Symptome den Patienten deutlich beeinträchtigten, so weiß man heute, u. a. aufgrund der Ergebnisse der ADAGIO-Studie, dass eine Frühtherapie mit dem Monoaminoxidase (MAO)-B-Hemmer Rasagilin (Azilect®) den Krankheitsverlauf verzögern kann. Da es häufig schon mehrere Jahre vor dem Auftreten der charakteristischen motorischen Kardinalsymptome Hinweise auf die Erkrankung durch vielfältige nicht-motorische Symptome gibt, ist die Kenntnis und die Beachtung dieser Frühindikatoren verstärkt in den Fokus der diagnostischen und therapeutischen Bemühungen gerückt. Nicht-motorische Symptome sind aber sowohl in der Früh- als auch in der Spätphase des Morbus Parkinson häufig und vermindern die Lebensqualität und Alltagsfunktionalität der Patienten.  >>> 

 

+++ Multiple Sklerose +++
Neuroprotektion durch frühzeitige Therapie jugendlicher MS-Patienten
Berlin – Multiple Sklerose (MS) tritt nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Datenanalysen haben gezeigt, dass es bei Kindern und Jugendlichen im Mittel rund zehn Jahre länger dauert als bei Erwachsenen bis sich bleibende Behinderungen entwickeln. Allerdings sind die Betroffenen durch die frühe Krankheitsmanifestation bei deren Auftreten durchschnittlich zehn Jahre jünger als Patienten, bei denen MS erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wird. Kinder und Jugendliche mit MS müssen daher damit rechnen, deutlich länger mit einer schweren und progressiv verlaufenden Multiplen Sklerose zu leben als Patienten mit späterem Krankheitsbeginn. Sie sind zudem in ihrer beruflichen Entwicklung und auch in ihrem Sozialleben durch körperliche Behinderungen und auch kognitive Beeinträchtigungen in besonderem Maße eingeschränkt.  >>> 

 

+++ Behandlung der Multiplen Sklerose +++
AAN 2010: MS-Therapie mit Natalizumab ­ – Aktuelle Daten, neue Perspektiven
München – Auf der 62. Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) wurden wieder neue Erkenntnisse aus der Erforschung und Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) vorgestellt. Die Daten zu Natalizumab (Tysabri®) belegen erneut die hohe Wirksamkeit des monoklonalen Antikörpers. Eine aktuelle Post-Hoc-Analyse der Zulassungsstudie zeigt, dass die Behandlung mit Tysabri® mit einer anhaltenden Verbesserung der Sehfähigkeit assoziiert wird. Zudem wurde erstmals der Zusammenhang zwischen einer Verbesserung des EDSS-Wertes und einem Anstieg der Lebensqualität von MS-Patienten nachgewiesen. Auch das Ausmaß der Fatigue und die kognitiven Funktionen der Patienten bessern sich unter Natalizumab-Therapie, so ein weiteres Ergebnis vom AAN. Neben der Wirksamkeit stand auch die Sicherheit von Natalizumab im Zentrum des Kongresses: Das Nutzen-Risiko-Profil ist nach der Neubewertung der EMA und der FDA im Januar 2010 trotz des sehr seltenen Risikos einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) nach wie vor positiv. Die Behandlung mit Natalizumab ist aus der MS-Therapie daher nicht mehr wegzudenken.  >>> 

 

+++ Neues Konzept soll Heilung verbessern +++
Schlaganfall auch mit Kathetereingriff behandeln
Berlin – Schlaganfall-Patienten sollten so schnell wie möglich in das nächste Krankenhaus transportiert werden, das über eine „Stroke Unit” verfügt. Mit Medikamenten können Ärzte dort das Blutgerinnsel im Gehirn auflösen, das den Schlaganfall ausgelöst hat. Doch diese Infusionsbehandlung, die Thrombolyse, kann das Blutgerinnsel nicht immer vollends entfernen. Deshalb sollte künftig nach der Thrombolyse vermehrt eine Katheterbehandlung zum Einsatz kommen. Mit ihr können Neuroradiologen verbleibende Gerinnsel entfernen und so den Therapieerfolg verbessern. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) anlässlich von zwei Studien hin, die vor Kurzem in den Fachzeitschriften „Stroke“ und „Lancet“ unter Beteiligung deutscher Neuroradiologen erschienen sind.  >>> 

 

+++ Therapie der Multiplen Sklerose +++
AAN 2010 – Aktuelles zu Langzeitwirksamkeit und Hautverträglichkeit von AVONEX®
München
Das Aufhalten der Krankheitsprogression ist ein wesentliches, langfristiges Ziel in der Behandlung der MS, gleichzeitig sollte die Lebensqualität der Patienten bestmöglich erhalten werden. Beides kann durch die Therapie mit dem intramuskulären Interferon beta-1a erreicht werden. Dies zeigen Daten aus 15 Jahren Erfahrung mit AVONEX®: Kumulativ über 1,2 Millionen Patientenjahre belegen die Langzeitwirksamkeit und die Sicherheit der AVONEX®-Behandlung. Auf der 62. Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) vom 10. bis 17. April 2010 in Toronto, Kanada konnte erneut gezeigt werden: Durch die konsequente Therapie mit AVONEX® können wichtige Prädiktoren der Krankheitsprogression langfristig effektiv reduziert werden. Einen wesentlichen Einfluss auf den Therapieerfolg hat zudem die Adhärenz. Hier zeigt sich für AVONEX®, dass die sehr gute Hautverträglichkeit und die einfache Anwendung die Therapietreue steigern und somit die Prognose verbessern. Erstmalig wurden darüber hinaus Daten vorgestellt, die die Sicherheit der Therapie mit intramuskulärem Interferon beta-1a hinsichtlich Schwangerschaften belegen.  >>> 

 

+++ Lähmung nach Schlaganfall +++
Physiotherapie auch Jahre später noch wirksam
Berlin 18. Juni 2010 – Lähmungen nach einem Schlaganfall können sich noch Jahre später zurückbilden. Darauf weisen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich einer aktuellen Studie hin. Diese hatte gezeigt, dass Patienten mit Hilfe einer intensiven Physiotherapie verloren gegangene Fähigkeiten wieder neu erlernen können, selbst wenn der Schlaganfall bereits Jahre zurückliegt. Die Untersuchung belegt außerdem erstmals, dass auch Trainingsroboter wirksam helfen. „Bisher gingen Experten davon aus, dass die Erholungsphase etwa sechs Monate nach dem Schlaganfall abgeschlossen ist”, so Professor Dr. med. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Häufig endete die Physiotherapie deshalb auch nach einem halben Jahr.  >>> 

 

+++ Parkinson-Krankheit +++
Zwei Varianten der tiefen Hirnstimulation bringen auf Dauer gleich gute Ergebnisse

Berlin – Eine wichtige Frage zur tiefen Hirnstimulation bei der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit ist nun geklärt: Zwei operative Varianten sind gleich gut geeignet, um Bewegungsstörungen wie auch nicht-motorische Symptome zu behandeln. Dies zeigt eine Vergleichsstudie mit 299 Patienten, die US-amerikanische Neurologen in der Juni-Ausgabe des New England Journal of Medicine veröffentlichten. „Die US-Ärzte bestätigen mit ihrer Arbeit die Erfahrungen in Deutschland, wonach die hierzulande vorwiegend praktizierte Stimulation des Nucleus subthalamicus (STN) langfristig wirksam ist und zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führt“, sagt Professor Günther Deuschl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, einer der führenden Experten auf dem Gebiet der tiefen Hirnstimulation.  >>> 

 

+++ Perspektivenwechsel Rückenschmerz +++
Aktivierung der nervalen Reparatur bei Wirbelsäulen-Syndromen
München – Rückenschmerzen, eine Volkskrankheit von der 85 % aller Bundesbürger mindestens einmal in ihrem Leben betroffen sind. Den Teufelskreis Rückenschmerzen zu durchbrechen, ist keine leichte Aufgabe. Häufig ist ein Umdenken erforderlich. Statt Schonhaltung ist körperliche Aktivität der Betroffenen gefragt und anstelle einer Schmerztherapie tritt zunehmend die Behandlung der Ursachen in den Vordergrund - Nervale Reparatur - und Regenerationsmechanismen können im Rahmen eines kausalen Therapiekonzeptes gezielt aktiviert werden.  >>> 

 

+++ MS-Therapie gestern und heute +++
Behandlungsansätze im Überblick – Nutzen und Risiko sorgfältig abwägen
Düsseldorf – Die Therapie der Multiplen Sklerose (MS) wurde im Verlauf der letzten Jahrzehnte stetig weiterentwickelt. Das Feld der MS-Therapie ist aktuell dynamischer wie kaum eine andere neurologische Indikation: Zahlreiche neue Substanzen werden das Behandlungsspektrum in den nächsten Jahren erweitern. Erwartet wird der Antikörper Daclizumab, das PEGylierte Interferon und Anti-Lingo, sowie die Zulassung oraler MS-Therapeutika, wie Fingolimod (FTY-720), Cladribin und BG-12. Ein neuer Ansatz ist auch Fampridin-PR zur gezielten Verbesserung der Signalübertragung in geschädigten Nervenbahnen. Sind die neuen Substanzen jedoch dem Wirk- und Sicherheitsprofil im Vergleich zu den über die Jahre gut evaluierten Daten etablierter Therapien überlegen? Aufgrund noch unvollständiger Kenntnisse über die neuen Medikamente kämen der Pharamakovigilanz und der Nutzen-Risiko-Abwägung daher zukünftig noch entscheidendere Rollen zu, so das Fazit der Veranstaltung.  >>> 

 

+++ Hirnödem +++
Ursache kann auch die Erkrankung HAE sein
Frankfurt am Main - Schwellungen im Gehirn können durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Die Folgen sind meist die gleichen: Es kommt zu diversen Zeichen von überhöhtem Hirndruck, wie Schwindel oder Bewusstseinsstörungen. Beim Auftreten von Gehirnödemen wird jedoch kaum in Betracht gezogen, dass auch eine sehr seltene Erbkrankheit die Ursache sein kann: HAE, das Hereditäre Angioödem, verursacht nicht nur Schwellungen im Bereich der Extremitäten, des Gesichts oder des Abdomen, sondern kann auch für Hirnödeme verantwortlich sein. Dr. Inmaculada Martinez-Saguer, Ärztin der HAE-Ambulanz der Universitätsklinik Frankfurt am Main, erklärt in diesem Interview, was HAE ist, inwiefern HAE für Gehirnödeme verantwortlich sein kann, warum Gehirnödeme gefährlich sein können und welche Therapieoptionen es gibt.  >>> 

 

+++ Unmet Needs der MS-Therapie +++
Was bringt die Zukunft?
München – Die Anzahl der MS-Patienten in der Bundesrepublik Deutschland ist nicht genau bekannt. Schätzungen aufgrund regionaler epidemiologischer Studien gehen von 138.000 MS-Patienten aus. Für viele Regionen Deutschlands sind die groben Versorgungsmerkmale jedoch häufig nur in Ansätzen bekannt oder veraltet. Detaillierte Erhebungen für Deutschland liegen nicht vor. Verlässliche Zahlen, wie viele Patienten gemäß den Empfehlungen für eine immunprophylaktische Therapie infrage kommen, gibt es nicht. Schätzungen gehen jedoch von 30.000 – 60.000 Patienten in Deutschland aus. Ebenfalls weitgehend unklar ist, welche Ärzte an der Behandlung von MS-Patienten maßgeblich beteiligt sind. Anlässlich eines Presseworkshops in München wurden erstmals vorläufige ausgewählte Interimsdaten einer bundesweit einzigartigen großen versorgungsstrukturellen Studie präsentiert sowie einige markante Versorgungsdefizite und Mängel aufgezeigt.  >>> 

 

+++ Berlin gegen den Schlaganfall +++
Symptome erkennen, schnell handeln und 112 wählen
Berlin, 10.05.2010 Der  Mundwinkel sackt herunter, ein Arm oder Bein wird taub, aus dem Mund dringt Unverständliches - all dies können Anzeichen eines Schlaganfalls sein. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin startet am 10. Mai die Kampagne »Berlin gegen den Schlaganfall«. Ziel der Gesundheitsinitiative, die unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit steht, ist es, bei den Berlinerinnen und Berlinern das Wissen um die Anzeichen der gefährlichen Erkrankung breiter zu verankern. »Nur dann kann man hoffen, dass die Betroffenen rechtzeitig eine spezialisierte Notfall-Station erreichen und den Schlaganfall ohne Behinderungen überstehen«, erklärt Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité und selbst Schlaganfall-Experte.  >>> 

 

+++ 9. Lundbeck Dialog ZNS +++
Neuroökonomie – der Blick ins Innere des Gehirns?
Bergisch Gladbach, 21. April 2010 – Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern wie das Gehirn sie auf Basis von Erfahrungen erwartet. Was nicht dazu passt, wird einfach gefiltert. Derzeit werden in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung mit zunehmender Intensität neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden hinzugezogen, um die Zustände und Prozesse der ,,Black Box“ des menschlichen Gehirns vor, während und nach ökonomischen Entscheidungen präziser erklären zu können. Neuroökonomie existiert als eigenständige Disziplin seit dem Jahr 1990 und  ist damit eine noch relativ junge Wissenschaft. 
>>>
 

 

+++ Studienteilnehmer zur Therapie der Multiplen Sklerose gesucht +++
SURPASS-Studie hat das Potenzial, die MS-Behandlung zu verbessern
Cambridge, USA
Biogen Idec und Elan melden die Registrierung des ersten Patienten der SURPASS-Studie. Die große, kontrollierte Studie hat das Ziel, durch den direkten Vergleich von TYSABRI® mit Copaxone® und Rebif® bessere Behandlungsentscheidungen zu ermöglichen und das Therapie-Ergebnis für Patienten zu verbessern. Biogen Idec und Elan Corporation, plc meldeten den Einschluss des ersten Patienten in eine weltweite, randomisierte, untersucherverblindete, kontrollierte Phase-IIIb-Studie. Die Studie hat das Ziel, den Wechsel von Copaxone® (Glatirameracetat) oder Rebif® (Interferon-beta-1a) auf TYSABRI® (Natalizumab) bei Patienten mit einer schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose (RRMS) zu bewerten. An der Studie mit dem Namen SURPASS werden voraussichtlich 1.800 Patienten in 27 Ländern teilnehmen. Die Studie soll direkte Vergleichsdaten zu den verschiedenen Behandlungsoptionen für Patienten mit schubförmig remittierender MS vorlegen, bei denen trotz Therapie Krankheitsaktivität durchbricht.  >>> 

 

+++ EMA Zulassung beantragt +++
Fampridine zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Multipler Sklerose
Ismaning – Zwischen 64 und 85 Prozent der weltweit an MS Erkrankten leiden an eingeschränkter Gehfähigkeit, welche die täglichen Aktivitäten und die Lebensqualität erheblich einschränken. Rund 70 Prozent fühlen sich durch den Rückgang ihrer Mobilität stark beeinträchtigt. Jetzt wurde erstmalig eine neue funktionelle Therapie entwickelt, mit der die Gehfähigkeit von MS-Patienten klinisch signifikant verbessert werden könnte: Fampridine, ein selektiver Kaliumkanal-blocker, der oral verabreicht wird. In den USA wurde Fampridine bereits im Januar 2010 zugelassen, die europäische Zulassung wird für 2011 erwartet. In den USA wird das Präparat von Acorda Therapeutics vermarktet, in Europa soll das Präparat nach der Zulassung von Biogen Idec vertrieben werden. Die Verbesserung der Gehfähigkeit von MS-Patienten unter Fampridine wurde in zwei Phase-III-Studien nachgewiesen.  >>> 

 

+++ Stent versus Operation +++
Bei verengter Halsschlagader immer eine Fall-zu-Fall-Entscheidung
Die Diskussion über die beste Behandlung bei schweren Ablagerungen in der Halsschlagader wurde jüngst durch die aktuellen Studien ICSS und CREST wieder angefacht. Zur Auswahl stehen zwei Therapieoptionen: einerseits die seit mehr als zwei Jahrzehnten eingeführte operative Eröffnung der Schlagader mit Entfernung der Kalkablagerungen (Endarteriektomie), andererseits die noch jüngere Methode der Aufdehnung der verengten Halsschlagader mit einem Ballon und das Einbringen einer Gefäßstütze (Stenting). Dieses Stenting wird kontrovers diskutiert, so auch in den aktuellen Studien. An den Therapieempfehlungen für Deutschland wird sich durch die beiden neuen Untersuchungen allerdings nichts ändern. Sie wurden im Ausland unter Bedingungen durchgeführt, die nicht mit deutschen Verhältnissen vergleichbar sind, insbesondere die Anforderungen an die Qualität der behandelnden Ärzte.  >>>  

 

EMA empfiehlt Rückruf für Clopidogrel-Generika

+++ Thrombozytenaggregationshemmer +++
EMA empfiehlt Rückruf für Clopidogrel-Generika
London - Die europäische Arzneimittelagentur EMA hat den Rückruf verschiedener Clopidogrel-Generika empfohlen. Betroffen seien Präparate, deren Wirkstoff Clopidogrelbesilat vom indischen Unternehmen "Glochem" hergestellt würden, bestätigte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn. Betroffen sind in Deutschland unter anderem Präparate der Generikaunternehmen Clopidogrel Acino, Clopidogrel Acino Pharma, Clopidogrel Acino Pharma GmbH, Clopidogrel Hexal, Clopidogrel Ratiopharm, Clopidogrel Ratiopharm GmbH und Clopidogrel Sandoz. Zulassungsinhaber für die Medikamente sind in allen Fällen das Baseler Unternehmen Acino Pharma.  >>> 

 

+++ Klinikbehandlung beim Schlaganfall +++
Kürzerer Aufenthalt, bessere Ergebnisse
Berlin – Schlaganfall-Patienten können heute nicht nur früher die Klinik verlassen als noch vor einigen Jahren. Auch der Gesundheitszustand der Patienten bei der Entlassung oder Verlegung in eine Rehabilitationsklinik hat sich verbessert. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen Studie hin. Befürchtungen, dass durch die Vergütung über Fallpauschalen Patienten in schlechterem Zustand entlassen werden, haben sich damit nicht bestätigt. Die höhere Behandlungsqualität führt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft auf die zunehmende Etablierung von speziellen Schlaganfallstationen, den Stroke Units, zurück.  >>> 

 

+++ Erster Zertifizierter Lehrgang zum MS-Spezialisten +++
Betroffenen stehen nun hoch qualifizierte Betreuer in ganz Deutschland zur Verfügung
Um eine optimierte Versorgung von MS-Patienten gezielt voranzubringen, hat Biogen Idec in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Dresden und dem Bildungswerk für Gesundheitsberufe (BIG) einen zertifizierten Lehrgang ins Leben gerufen, durch den medizinisches Fachpersonal speziell für die Betreuung von MS-Patienten geschult wird. Die Multiple Sklerose ist eine komplexe Erkrankung. Neben den Ärzten kommt hier den MS-Betreuern eine entscheidende Bedeutung zu. Ziel des MS-Spezialisten ist es, nicht nur theoretisches Fachwissen zur Erkrankung zu vermitteln, sondern darüber hinaus die praktische Kompetenz zu festigen und den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen engagierten Fachkräften anzuregen.  >>> 

 

Prof. W.-R. Schäbitz, PD Dr. J. Berrouschot, Prof. W.-D. Möller, J. Winter und Prof. D. Müller (v. l. n. r.)

+++ Neuroprotektion nach Schlaganfall +++
H. G. Creutzfeldt-Innovationspreis 2010 für das CDP-Cholin-Präparat Ceraxon®
Hamburg - Nach Herz-Kreislauf und Tumor-Erkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in den meisten Industrieländern. Die WHO geht davon aus, dass 2030 fast 23,6 Millionen Menschen weltweit an einer Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, vor allem an einer Herzkrankheit bzw. einem Schlaganfall sterben werden. Diese Erkrankungen werden eine führende Rolle bei diesen Todesursachen einnehmen. Etwa 40.000 Patienten versterben allein in Deutschland an einem Hirnschlag. Die häufigste Ursache für eine dauerhafte Behinderung ist der Schlaganfall. Mit dem innovativen CDP-Cholin-Präparat (Ceraxon®) kann das neurologische Outcome nach einem Schlaganfall erheblich verbessert werden. Dafür erhielt Ceraxon® den Innovationspreis 2010 vom renommierten H. G. Creutzfeldt-Institut zu Kiel.  >>> 

 

+++ Thrombolyse-Therapie bei Schlaganfall +++
Thrombolyse nach oraler Antikoagulation birgt ein erhebliches Risiko
Chicago, 8. März 2010 – Neurologen warnen vor einer Thrombolyse-Therapie bei Patienten, die unter der Wirkung von oralen Antikoagulanzien stehen. Laut der retrospektiven Studie ist das Risiko von Hirnblutungen auch bei einer INR von weniger als 1,7 dramatisch erhöht. Bei einigen Patienten mit Vorhofflimmern werden orale Antikoagulanzien eingesetzt, um einem ischämischen Schlaganfall vorzubeugen. Wenn es dennoch zu einem Insult gekommen ist, stellen diese Medikamente ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Thrombolyse mit tPA dar. Denn die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon oder Warfarin kann die gerinnselauflösende Wirkung von tPA in unkontrollierbarer Weise verstärken (Archives of Neurology 2010; 67: doi:10.1001/archneurol.2010.25).  >>> 

 

+++ Body-Mass-Index wertlos für die gesundheitliche Risikovorhersage +++
Studie: Mediziner am Münchner LMU-Klinikum empfiehlt neue Messgröße zur Bewertung des Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos
München - Kaum jemand bezweifelt, das auch Deutschland mitten im Zeitalter von Übergewicht und Fettleibigkeit steckt. Laut jüngsten Studien sind 75 Prozent aller deutschen Männer und fast 60 Prozent der Frauen übergewichtig, mehr als 50 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen gar fettleibig. Was indes die Zahlen medizinisch bedeuten, ist unklar. Denn gängige Statistiken beruhen auf Erhebungen mit dem Body-Mass-Index (BMI), der den meisten wohl vertraut sein dürfte. Doch dieses von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Maß steht seit einiger Zeit in der Kritik der Experten. "Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", betont Dr. Harald J. Schneider von der Medizinischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Innenstadt, nach einer neuen Studie, die er geleitet hat. Für derlei Risiko-Aussagen eignet sich viel besser der Wert, der sich ergibt, wenn man Taillenumfang durch Körpergröße teilt - kurz WHtR genannt (aus dem Englischen für waist-to-height-ratio).  >>> 

 

+++ Telmisartan - Setting a New Standard +++
Zulassungserweiterung für Telmisartan - Schutz für kardiovaskuläre Risikopatienten
Leverkusen, 22. Februar 2010 - Nach der im November letzten Jahres von der EMEA (European Medicines Agency) ausgesprochenen Zulassungserweiterung hat sich das Indikationsspektrum für den Angiotensin II-Rezeptorantagonisten Telmisartan (z. B. Kinzalmono®) erheblich erweitert. Bei Patienten mit kardiovaskulären Grunderkrankungen wie koronarer Herzerkrankung (KHK), Schlaganfall oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) sowie bei Typ 2 Diabetikern mit bereits nachweisbaren Endorganschäden kann Telmisartan nun als erstes und bislang einziges Sartan zur Reduktion der kardiovaskulären Morbidität verordnet werden - dies auch ohne begleitenden Bluthochdruck. Wissenschaftliche Grundlage der Zulassungserweiterung sind in erster Linie die Ergebnisse der ONTARGET-Studie. Sie haben Telmisartan zu einer Ausnahmestellung unter den Sartanen bei der Behandlung von Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko verholfen. Diese Einschätzung hat der Berliner Pharmakologe Prof. Dr. Thomas Unger nun bei dem von Bayer HealthCare veranstalteten 5. Internationalem Symposium "Telmisartan - setting a new standard" in Riga geäußert.  >>> 

 

+++ 8. Internationales Ostsee-Symposium 2010 +++

Yachthafenresidenz Hohe Düne

+++ 8. Internationales Ostsee-Symposium 2010 +++
Terminankündigung zum 8. Internationalen Ostsee-Symposium zur Klinischen Neuroimmunologie in Rostock,
CME-Zertifizierung beantragt
Termin: 28. – 30 Mai 2010
Dachthema: „Interdisziplinäre Aspekte von Autoimmunerkrankungen“
Veranstalter: Universität Rostock, Klinik für Neurologie und Poliklinik, AG Neuroimmunologie
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. U. K. Zettl, Dr. E. Mix PhD
Tagungsort: Yachthafenresidenz Hohe Düne GmbH, Am Yachthafen 1-8, 18119 Rostock-Warnemünde
Registrierung: Frau Iris Kell, Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Rostock, Gehlsheimer Str. 20, 18055 Rostock, Tel.: 0381 – 494 95 17  
>>>

 

+++ Schmerzversorgung in Deutschland ungenügend +++
Patienten mit Rückenschmerzen nicht ausreichend versorgt
Berlin, 16.02.2010 - In Deutschland werden die meisten Patienten, die an Rückenschmerzen leiden, unzureichend versorgt. Jedoch könnten gezielte Therapien hohe Folgekosten verhindern. Dies belegt der neue "Versorgungsatlas Schmerz". Etwa 85 Prozent aller Deutschen haben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Rückenprobleme, jeder Dritte davon einmal im Jahr. "Bisher wusste man zu wenig über die tatsächliche Versorgungssituation der Betroffenen", sagte Professor Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik aus Bremen, auf einer Pressekonferenz in Berlin.  >>> 

 

+++ Effektive Basistherapie der MS +++
Studienupdate zur Wirksamkeit von Interferon beta-1a
Die Ziele einer erfolgreichen MS-Behandlung sind eine langfristige Verzögerung der Behinderungsprogression und der Erhalt der Lebensqualität. Gerade in Zeiten zahlreicher Neuentwicklungen bei MS-Therapeutika zählt die Zuverlässigkeit einer etablierten Basistherapie mit bekanntem Wirk- und Sicherheitsprofil. Besonders bewährt hat sich seit Jahren das intramuskuläre Interferon beta-1a (Avonex®). 15-Jahres-Daten belegen die hohe und anhaltende Wirksamkeit: Bei einer konsequent durchgeführten Therapie mit Avonex® können die wichtigsten Prädiktoren des Voranschreitens der Erkrankung über einen langen Zeitraum effektiv verlangsamt werden. Über die Wirksamkeit hinaus haben Faktoren wie die einfache Anwendung und eine gute Hautverträglichkeit einen großen Einfluss auf die Therapietreue und auf den Erfolg der Behandlung, so das Fazit der Experten bei einem Presse-Roundtable. Es wurden Daten vorgestellt, die eine Reduktion der Verschlechterung kognitiver Fähigkeiten von MS-Patienten unter Interferon beta-1a i.m. belegen.  >>> 

 

+++ Kombinationspräparat mindert Schlaganfall-Risiko +++
Das frühe Hemmen der Blutplättchen und Mindern von Gefäßwandentzündung beugt Schlaganfall-Wiederholung vor
Ärzte raten Schlaganfall-Patienten derzeit, umgehend Aspirin einzunehmen, um das Risiko eines erneuten Schlaganfalls zu mindern. Die sofortige Gabe eines Kombinationspräparats aus Dipyridamol und Acetylsalicylsäure (ASS) wie Aspirin innerhalb von 24 Stunden ist jedoch bei gleicher Sicherheit wirkungsvoller. Zu diesem Ergebnis kam eine von Prof. Dr. Reinhard Dengler, Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), geleitete Studie, an der auch Professorin Dr. Karin Weißenborn, MHH-Klinik für Neurologie, und Professor Dr. Andreas Schwartz, Klinikum Nordstadt des Klinikums Region Hannover beteiligt waren. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studie in der aktuellen Ausgabe des renommierten Magazins Lancet Neurology. An der Untersuchung beteiligten sich mehr als 250 Neurologen und 543 Patienten aus 46 deutschen Spezialstationen für Schlaganfallpatienten, den so genannten Stroke Units.  >>> 

 

+++ Neuroprotektion bei Schlaganfall +++
Verbesserung des klinisch neurologischen Defizits durch CDP-Cholin?
Die körpereigene Substanz Cytidin-5´-diphosphocholin (CDP-Cholin) ist in der Lage, das Fortschreiten der Neurodegeneration in der Umgebung des Infarktherdes zu reduzieren und einen positiven Einfluss auf die Regenerationsprozesse auszuüben. Das bestätigen aktuelle Forschungsergebnisse. Bei Schlaganfall stehen aktuell vier evidenzbasierte Therapien zur Verfügung. In der Akuttherapie mit der Thrombolyse, der frühen Gabe von Aspirin, der Stroke Unit sowie der Hemikraniektomie bei raumfordernden Mediainfarkten.  >>> 

 

+++ Aktuelle Veröffentlichung von Phase-III-daten im NEJM +++
Der oral verfügbare Immunmodulator FTY720 von Novartis zeigt bei Multipler Sklerose eine überlegene Wirksamkeit
Nürnberg, 22. Januar 2010 – Im New England Journal of Medicine (NEJM) wurden aktuell Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien TRANSFORMS und FREEDOMS zu dem oralen Multiple Sklerose (MS)-Medikament FTY720 veröffentlicht. Die Daten aus dem größten Phase-III-Programm, das je zu MS durchgeführt wurde, fanden Eingang in die Zulassungsanträge, die der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln (EMA, ehemals EMEA) im Dezember 2009 vorgelegt wurden.  >>> 

 

+++ Orale Basistherapie gegen Multiple Sklerose für 2011 geplant +++
Cladribin und Fingolimod können MS-Schübe deutlich reduzieren
London 21.01.2010 - Oral einzunehmende Medikamente gegen Multiple Sklerose (MS) könnten nach vielversprechenden Ergebnissen bei zwei Tests 2011 auf den Markt kommen. Um die Zulassung wurde bereits angesucht. Derzeit ist eine Behandlung nur mit Injektionen oder Infusionen möglich. Jeweils mehr als 1.000 Menschen in mehr als 18 Ländern hätten an den entsprechenden Studien teilgenommen, berichtet das New England Journal of Medicine. Multiple Sklerose gehört zu den häufigsten körperlich beeinträchtigenden neurologischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen. Allein in Großbritannien sind laut BBC mehr als 100.000 Menschen betroffen. Weltweit leiden rund 2,5 Mio. Menschen an MS.  >>> 

 

+++ Ein ungewöhnlicher Fall +++
Neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
London - Besondere genetische Merkmale eines 30-jährigen Mannes, der an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) verstarb, bedeuten, dass es weitere erkrankte Menschen geben könnte, die derzeit ohne Symptome leben. Die Fragestellungen werden in einem aktuellen Fallbericht diskutiert, die Autoren sind Professor John Collinge von der MRC Prion Unit und der National Prion Clinic am UCL Institute of Neurology und dem National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London sowie Kollegen. Die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit wird durch infektiöse Substanzen, so genannte Prionen verursacht, die im wesentlichen abnorm gefaltete Proteine sind. Diese Prionen sind die gleichen, die bei Rindern die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE, auch als Rinderwahnsinn bezeichnet) auslösen.  >>> 

 

+++ Morbus Niemann-Pick Typ C (NP-C) +++
Miglustat als erste Therapieoption bei NP-C zugelassen
Zur Behandlung der lebensbedrohlichen Stoffwechselerkrankung Morbus Niemann-Pick Typ C steht seit Januar 2009 erstmalig eine zugelassene Therapieoption in der EU zur Verfügung. Zavesca® (Miglustat) ist zur Therapie der progressiven neurologischen Symptome bei Kindern und Erwachsenen mit NP-C indiziert. Die genetisch bedingte, fortschreitend neurodegenerative Erkrankung wird überwiegend bei Kindern diagnostiziert, wobei eine früh- und eine spätinfantile Verlaufsform unterschieden wird. NP-C kann sich auch erst im Erwachsenenalter manifestieren, verläuft jedoch immer letal. Diese neuroviszerale Erkrankung ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Blickdiagnose. Die willkürlichen (supranukleäre) vertikalen Augenbewegungen sind bei vier von fünf Patienten eingeschränkt. Wichtig ist, dass die Folgebewegungen der Augen bei NP-C erhalten bleiben. Fünfzig bis achtzig Prozent der Erwachsenen mit NP-C zeigen dieses pathognomonische Symptom der vertikalen supranukleären Blickparese. „Die Symptomatik ist breit gefächert und ist, wie viele andere seltene Erkrankungen, potenziell unterdiagnostiziert.  >>> 

 

+++ Neuronale Regeneration – Status Quo und Perspektiven +++
7. Herbstforum der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin e.V.
Berlin Lange Zeit galt in der Medizin als unumstößliche Gewissheit, was der spanische Nobelpreisträger Santiago Ramón y Cajal zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Dogma der Neurowissenschaften aufgestellt hatte: dass Nervenzellen sich im Unterschied zu vielen anderen Körperzellen nicht erneuern können. Die Bemühungen der Therapeuten nach Unfällen oder Schlaganfällen konzentrieren sich denn auch darauf, die Gebiete in der Umgebung des Defekts so zu aktivieren, dass die "Kollegen" aus diesen Bereichen nach und nach Aufgaben des untergegangenen Hirngewebes übernehmen können. Was auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation inzwischen geleistet wird, ist erstaunlich. In einer älter werdenden Gesellschaft, in der schon heute jedes Jahr 230.000 Menschen einen Schlaganfall erleiden, ist es zudem von großer menschlicher und volkswirtschaftlicher Bedeutung.  >>> 

 

+++ Aktuelle Studie +++
Migräne mit Aura erhöht das Schlaganfallrisiko
Berlin, 2. Dezember 2009 – Menschen, die an einer Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Eine Aura bezeichnet neurologische Symptome wie Seh- oder Empfindungsstörungen, die der Kopfschmerzattacke vorausgehen. Von dem erhöhten Schlaganfallrisiko sind vor allem Frauen betroffen, die unter 45 Jahre alt sind, rauchen und orale Kontrazeptiva (die „Pille”) einnehmen. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen Studie hin. Migräne ist bei jüngeren Menschen häufig. Bei jedem dritten Migränepatienten kündigt sie sich durch eine Aura an. Manche Patienten sehen Lichtblitze oder Zickzacklinien. Bei anderen kommt es vorübergehend zu blinden Flecken.   >>> 

 

+++ Morbus Parkinson (MP) +++
Frühe Behandlung zeigt krankheitsmodifizierende Wirkung
Nürnberg - Bei einem Satellitensymposium auf dem DGN-Kongress berichteten die Firmen Teva und Lundbeck über im NEJM veröffentlichte Ergebnisse der ADAGIO-Studie. Bei Patienten der Early-Start-Gruppe, von Beginn an mit 1 mg/Tag Rasagilin (Azilect®) behandelt, wurde der Krankheitsverlauf im Rahmen der Studie signifikant verbessert – verglichen mit der Delayed-Start-Gruppe, für die die Behandlung mit Rasigilin neun Monate später begann. Das Studiendesign wurde speziell für den Nachweis einer krankheitsmodifizierenden Wirkung entwickelt. Wie Professor Günther Deuschl, Kiel, erläuterte, bestätigen die ADAGIO-Ergebnisse auch die schon früher gezeigte symptomatische Wirksamkeit von Rasagilin und das gute Sicherheitsprofil der Substanz spiegelt vorherige klinische Erfahrungen wider.  >>>  

 

+++ Monotherapie des idiopathischen Parkinson-Syndrom +++
Therapieoptionen durch transdermales System Rotigotin

Nürnberg - Das transdermale System Rotigotin ist zugelassen zur Monotherapie des idiopathischen Parkinson-Syndrom im Frühstadium sowie in Kombination mit Levodopa auch zur Behandlung in der Spätphase. Welche Therapieoptionen sich durch das Pflaster bei Patienten ergeben, die sich einer Operation unterziehen müssen oder von gastrointestinalen Funktionsstörungen betroffen sind, war Thema auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Die große Mehrheit der Parkinsonpatienten (75-97 Prozent), so Privatdozent Dr. Dirk Woitalla, Bochum sind von gastrointestinalen Funktionsstörungen betroffen. In Untersuchungen konnten bei diesen Personen deutlich verzögerte Magenentleerungszeiten festgestellt werden.  >>> 

 

+++ Behandlung der Multiplen Sklerose +++
MS im Griff - Therapie heute und morgen
Nürnberg - Auf der 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), die vom 23. bis 26. September 2009 in Nürnberg stattfand, wurden aktuelle Erkenntnisse zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) vorgestellt. Neben vielversprechenden zukünftigen Substanzen stehen auch heute schon effektive Therapieoptionen zur Verfügung, so die Experten auf der Pressekonferenz „Neues vom DGN: Multiple Sklerose im Griff - Therapie heute und morgen", die im Rahmen des Kongresses stattfand. „In den letzten Jahren hat es bedeutende Fortschritte in der Behandlung der MS gegeben, sowohl in der Diagnostik als auch bei den Therapiekonzepten", betonte Professor Bernhard Hemmer, München. Eine Erweiterung im Therapiespektrum stellt der monoklonale Antikörper Natalizumab  dar, der bei der hochaktiven MS eingesetzt wird.  >>>  

 

+++ Aktivität und Lebensqualität bei Multipler Sklerose +++
Ein Feuerwerk an kreativen Ideen, Eigeninitiativen und am gemeinsam aktiv sein
Hamburg: Krankheit – sei sie akut oder chronisch – schränkt die Lebensqualität der Betroffenen ein. Lebensqualität, das ist die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen bezüglich ihrer Möglichkeiten, die Aktivitäten des täglichen Lebens zu meistern, die Angebote ihres sozialen Umfelds wahrzunehmen und anzunehmen und ein möglichst selbsterfülltes Leben zu führen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die oberste Instanz all unseres Tuns und Denkens, das Zentrale Nervensystem (ZNS) erkrankt ist. Der Projekt-Wettbewerb „Gemeinsam aktiv mit MS“ zeigt, dass ein aktives Leben mit Multipler Sklerose (MS) möglich ist. Die interessanten Einsendungen begeisterten die Jury und deren Vorsitzende Nina Ruge. Nach spannender Bewertung kürten sie die drei Sieger in den Kategorien „Familie“, „Freizeit“ und „Beruf“. Die Gewinner erhalten jeweils 500 Euro für ihre Projekte. Zudem spenden die Sponsoren des Projekt-Wettbewerbs – die Firmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und TEVA Pharma GmbH – 5.000 Euro für einen guten Zweck in Sachen MS.  >>>  

 

+++ Therapie der Altersepilepsie +++
Levetiracetam als Mittel der Wahl
Monheim – Altersepilepsien zeigen ein eigenes Gesicht. Ihre Ätiologie, das klinische Bild und ihre Prognose sind anders als bei jungen Menschen. Die Therapie der Altersepilepsie folgt deshalb eigenen Kriterien: Bei älteren Patienten sollte die Wahl des am besten geeigneten Antiepileptikums nicht nur auf eine gute Wirksamkeit ausgerichtet sein, sondern vor allem eine günstige Pharmakokinetik und gute Verträglichkeit berücksichtigen. Hier sprechen viele Argumente für Levetiracetam: die niedrige Inzidenz für Nebenwirkungen, geringe kognitive Effekte, kein bekanntes Osteoporoserisiko, keine relevanten Auswirkungen auf das Körpergewicht und die einfache Anwendung. Besonders wichtig für den älteren Patienten ist ein geringes Interaktionspotenzial, das Levetiracetam zu einem Mittel der ersten Wahl in der Epilepsietherapie bei älteren Menschen macht.  >>> 

 

+++ Kardiovaskuläre Prävention für Risikopatienten +++
Positive CHMP-Bewertung zur Indikationserweiterung von Telmisartan bei Patienten mit kardiovaskulärem Risiko
Leverkusen, 28. Oktober 2009 - Bayer Schering Pharma hat vom Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (European Medicines Agency, EMEA) eine positive Bewertung für eine Indikationserweiterung von Kinzalmono® (Telmisartan) erhalten. Die neue Indikation umfasst die Reduktion der Kardiovaskulären Morbidität bei Patienten mit manifester atherothrombotischer kardiovaskulärer Erkrankung (koronare Herzkrankheit, Schlaganfall oder periphere Gefäßerkrankung in der Vorgeschichte) oder Typ-2-Diabetes mellitus mit dokumentiertem Endorganschaden. Mit der neuen Indikation wird Telmisartan das einzige Sartan mit der Zulassung zur kardiovaskulären Prävention für viele Risikopatienten sein.  >>> 

 

+++ Behandlung der Multiplen Sklerose +++
Betaferon® (Interferon ß-1b) - Tradition mit Zukunft
Nürnberg - Bei der Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose gibt es Fortschritte auf mehreren Ebenen. Dadurch gelingt es zunehmend besser, die Schubrate der Erkrankung zu reduzieren und der Progression von Behinderungen entgegen zu wirken. Diese Entwicklung dürfte sich künftig fortsetzen, verlangt aber auch eine intensive Betreuung der betroffenen Patienten, wie bei einem Pressegespräch von Bayer HealthCare beim 82. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg dargelegt wurde. Nicht zuletzt die verbesserten diagnostischen Möglichkeiten erlauben zunehmend eine Frühtherapie der MS. So lässt sich nach Professor Dr. Michael Sailer, Magdeburg, mittels der Magnetresonanztomographie (MRT) bereits früh die Aktivität der MS fassen und daraus die Prognose der Patienten abschätzen. Ist eine relevante Läsionslast im MRT fassbar und zeigt sich dabei sogar eine Aktivitätszunahme, so ist dies als Indikation zur Frühtherapie zu werten, betonte der Mediziner in Nürnberg.  >>> 

 

+++ Therapie bei Morbus Parkinson +++
Boehringer Ingelheim erhält Marktzulassung von der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat die Marktzulassung für Pramipexol (Sifrol®) Retardtabletten zur symptomatischen Behandlung der idiopathischen Parkinson-Krankheit im frühen und fortgeschrittenen Krankheitsstadium in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Norwegen und Island erteilt. Die neue Formulierung bietet durch die verzögerte Wirkstofffreisetzung die Vorteile einer einmal täglichen Anwendung. Die Marktzulassung beruht auf den eingereichten Ergebnissen klinischer Studien, nach denen das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil der neuen Retardtablette mit dem der bewährten, dreimal täglich einzunehmenden Tablette mit sofortiger Freisetzung vergleichbar ist.  >>> 

 

+++ Epilepsietherapie +++
Leitlinien seit einem Jahr im Praxistest

Gut ein Jahr ist es her, seitdem das Antikonvulsivum Lacosamid  in der Epilepsietherapie eingesetzt werden kann. Ebenfalls vor einem Jahr hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie die neuen Leitlinien „Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter“ vorgestellt. Anlässlich des 82. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg gaben Experten auf einem von der UCB GmbH unterstützten Satellitensymposium einen Rückblick sowohl über ihre Praxiserfahrungen mit Lacosamid als auch auf die Umsetzbarkeit der leitliniengerechten Epilepsietherapie in Klinik und niedergelassener Praxis. Besonderes Augenmerk legten sie dabei über die Umsetzung der Leitlinien im Alltag des niedergelassenen Neurologen sowie auf die Abstimmung zwischen Kliniken und Vertragsärzten bei der Epilepsietherapie. Darüber hinaus berichteten sie über ihre Praxiserfahrungen mit Lacosamid.  >>> 

 

+++ Klebstoffe fürs Gehirn +++
Gefäßfehlbildungen sicher verschließen

Köln – Epileptische Anfälle und chronische Kopfschmerzen können Warnzeichen für Fehlbildungen von Blutgefäßen im Gehirn sein. Menschen, die an solchen arteriovenösen Malformationen leiden, weisen ein erhöhtes Risiko für eine Hirnblutung auf. Mit einer Katheterbehandlung lässt sich dieser vorbeugen. Neuroradiologen dichten die betroffenen Gefäße mit einem Embolisat, einem speziellen Klebstoff, ab. Durch den Einsatz neuer Klebstoffe gelingt ein kompletter Verschluss der AV-Malformationen nun deutlich häufiger als noch vor wenigen Jahren. Die Fortschritte auf diesem Gebiet sind ein Schwerpunkt von neuroRAD, der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR).  >>>  

 

+++ Schlaganfalltherapie: Infusionsbehandlung allein hilft nur wenigen +++
Neuroradiologen fordern effektiveres Vorgehen mit Einsatz von Kathetern und Stents

Köln – Die Thrombolyse, kurz Lyse, sorgt nach einem Schlaganfall dafür, dass sich Blutgerinnsel im Gehirn auflösen. Doch die Mehrzahl der Schlaganfall- patienten profitiert gar nicht von dieser Therapie. Warum dies so ist und welche neuen Konzepte die Versorgung von Schlaganfallpatienten verbessern können, diskutierten Experten der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) im Rahmen von neuroRAD, ihrer 44. Jahrestagung.  >>> 

 

+++ Fitnesstraining schützt die grauen Zellen +++
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Nürnberg, 25.09.2009 - Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren halten das Gehirn fit. Wie Experten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg berichteten, belegt eine Vielzahl aktueller Studien, dass körperliche Aktivität sogar vor der Alzheimer Krankheit schützen kann, so wie vor Depressionen und Schlaganfällen. „Jeder Erwachsene sollte täglich mindestens 30 Minuten körperlich aktiv sein“, rät die Neurologie-Professorin und erfolgreiche Triathletin Barbara Tettenborn.  >>> 

 

+++ Hirntumore: Studienergebnisse aus Deutschland werden die Nebenwirkungen verringern +++
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
Nürnberg, 24. September 2009 - Eine der bislang größten Untersuchungen zur Therapie einer Tumorvariante wird wahrscheinlich weltweit die Behandlungsstandards verändern. Diese anaplastischen Gliome sind mittelbösartige Hirntumore, die in Zukunft differenzierter und damit mit weniger Nebenwirkungen behandelt werden können. Statt wie bisher üblich nach der Operation die erweiterte Tumorregion zu bestrahlen oder Strahlen- und Chemotherapie zu kombinieren, können Ärzte nunmehr den jährlich rund 750 Neuerkrankten in Deutschland eine alleinige Chemotherapie anbieten. Damit werden mindestens gleich gute Resultate erzielt, die Präferenzen und Lebensumstände der Patienten können aber besser berücksichtigt werden. 
>>> 

 

+++ Neurologen warnen vor Stammzellentherapie für Parkinson-Patienten +++
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Nürnberg, 23. September 2009 - Der Behandlung von Parkinson-Patienten mit so genannten adulten Stammzellen fehlt nach dem aktuellen Kenntnisstand jegliche wissenschaftliche Grundlage. Parkinson-Experten warnten am Mittwoch auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg daher eindringlich vor Therapieangeboten, die für mehrere Tausend Euro vom XCell-Center in Köln und Düsseldorf angeboten werden.  „Der angebotenen Stammzelltherapie mit adulten Stammzellen fehlt nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand jeglicher Nutzen. Dies müssen Patienten, die ihre Hoffnungen hierauf richten, wissen“, warnt Professor Wolfgang Oertel, 1. Vorsitzender der Deutschen Parkinson-Gesellschaft und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.  >>>  

 

+++ Idiopathisches Parkinson-Syndrom +++
Transdermale dopaminerge Therapie
Die Erkrankung beginnt schleichend und mit ihrem Fortschreiten treten die Symptome stärker hervor. Charakteristisch für die motorische Symptomatik bei MP ist ihr unilateraler Beginn und der dauerhaft assymetrische Verlauf. Eines der Frühzeichen ist das reduzierte und später fehlende Mitschwingen eines Armes. Mehr und mehr rücken heute aber auch die nicht-motorischen Begleit-symptome wie Riechstörungen, gastrointestinale Beschwerden oder depressive Verstimmungen in den Fokus.  >>>   

 

+++ Selen erobert die Intensivmedizin +++
Von einem Einsatz selenhaltiger Arzneimittel profitieren

Nach aktueller Studienlage könnte sich bei Patienten, die in der Intensivstation betreut werden müssen, das Outcome durch eine frühzeitige Gabe mit dem Spurenelement Selen verbessern. Nach schweren Operationen oder Herzstillstand ist bei Patienten ein erniedrigter Plasma-Selenspiegel zu beobachten. Das liegt daran, dass kritisch kranke Patienten bereits im frühen Krankheitsstadium einen hohen oxidativen Stress unterlegen sind und somit einen erhöhten Bedarf an Radikalfängern zeigen, erläuterte Dr. med. Johann Reisinger vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern im österreichischen Linz.  >>>  

 

+++ Wichtige Parameter für eine effektive MS-Behandlung +++
Optimaler Therapiestart mit Interferon beta-1a

Eine hohe Wirksamkeit, eine patientenfreundliche Anwendung und eine gute Verträglichkeit sind die wichtigsten Parameter für eine effektive Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). Als die ideale Therapieoption hat sich das intramuskuläre Interferon beta-1a (Avonex®) seit Jahren bewährt. Die Wirksamkeit, die Applikation und das umfassende Serviceangebot gewährleisten einen optimalen Therapiestart, so das Fazit der Experten auf einem Presse-Roundtable der im Rahmen des 25. Kongresses des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) stattfand. „Vor allem die nur einmal wöchentliche Anwendung ist eine erhebliche Erleichterung für den Beginn der Behandlung", betont Dr. Norman Putzki, St. Gallen/Schweiz. Ein optimierter Therapieeinstieg stellt die Weichen für den weiteren Behandlungsverlauf: Langzeitdaten belegen, dass die Krankheitsprogression bei Patienten, die bis zu 15 Jahre lang mit Interferon beta-1a behandelt wurden, signifikant verlangsamt wird und die Lebensqualität deutlich ansteigt.  >>> 

 

+++ Interferon beta-1b schützt möglicherweise vor Schädigung des Gehirngewebes +++
Neue Daten auf dem Europäischen Multiple-Sklerose-Kongress ECTRIMS präsentiert

Düsseldorf, 10. September 2009 - Das Multiple-Sklerose (MS)-Medikament Betaferon® (Interferon beta-1b)  könnte auch eine wichtige Rolle beim Schutz des Gehirngewebes spielen. Hierauf deuten die Ergebnisse von zwei neuen Studien hin, die heute auf dem 25. Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) präsentiert wurden. Demnach unterstützt Betaferon körpereigene Mechanismen zum Abbau von oxidativen Stress, der bei MS-Patienten mit einer Schädigung des Nervengewebes einhergeht. Oxidativer Stress entsteht, wenn sich während des Entzündungs- prozesses im Hirngewebe reaktive Sauerstoffmoleküle bilden, die antioxidative Schutzmechanismen überwinden und so die Schädigung des Nervengewebes hervorrufen und fördern. Derzeit mehren sich die Erkenntnisse, dass oxidativer Stress ein wichtiger Begleitfaktor in der Pathogenese der MS ist.  >>> 

 

+++ Besser sehen durch Computerspiele +++
Sakkadentraining hilft Menschen mit Gesichtsfeldausfall
München – Nach einem Hirnschaden leiden bis zu 40 Prozent der Betroffenen unter einer Sehstörung. Bei vielen Patienten fallen dabei Teile des Gesichtsfeldes aus, sie erblinden halbseitig. Ein computerbasiertes Sehtraining kann ihnen helfen, sich besser in ihrer Umwelt zu orientieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Tübinger Augenärzten. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) befürwortet den Einsatz der Methode zur Rehabilitation von neurologischen Patienten.  >>> 

 

+++ Neue Erkenntnisse zur Prävention von Gefäßerkrankungen +++
Aspirin auch bei Typ-2-Diabetikern nur gezielt zur „Sekundärprävention“ einsetzen

Bochum – Herzinfarkt und Schlaganfall sind eine häufige Folge der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus. Eine blutgerinnungshemmende, antithrombotische Therapie im Rahmen der Diabetes-Behandlung erscheint somit sinnvoll. „Neue Erkenntnisse lassen jedoch vermuten, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne ein vorheriges Gefäßereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall von einer solchen Therapie insgesamt nicht profitieren und auch Nachteile durch Nebenwirkungen wie zum Beispiel Magen-Darmblutungen haben“. Darauf weist Professor Dr. med. Helmut Schatz, Bochum, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), hin.  >>> 

 

+++ Einfachere und sicherere Schlaganfall-Prophylaxe +++

Bald einfachere Vorbeugung für bis zu 300.000 Patienten mit Vorhofflimmern in Deutschland
Berlin, 2. September 2009 - Größte Medikamentenstudie zum Vorhofflimmern veröffentlicht. Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Neurologie begrüßen die Aussicht auf eine einfachere und sicherere Schlaganfall-Prophylaxe. Patienten mit unregelmäßigem Herzschlag können bis Ende des kommenden Jahres auf ein neues, einfach zu handhabendes, Medikament hoffen, um ihr Risiko für einen Schlaganfall oder einen systemischen Gefäßverschluss zu senken.  >>> 

 

+++ Warfarin bei Dialysepatienten +++
Schlaganfall durch Gerinnungshemmer?

Das blutverdünnende Medikament Warfarin soll Menschen mit Herzrhythmusstörungen vor einem Schlaganfall schützen. Bei Dialysepatienten hat dieses Medikament möglicherweise einen gegenteiligen Effekt, berichten US-amerikanische Forscher in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Journal of the American Society of Nephrology (JASN)" (doi: 10.1681/ ASN.2009030319). Sie raten zu größter Vorsicht bei der Verordnung von Warfarin an Nierenkranke.  >>> 

 

 

+++ Zulassungsstudie für neuen Wirkstoff gegen bösartige Gehirntumore +++
Antisense Pharma GmbH geht in die letzte Phase der klinischen Prüfung für ihren Wirkstoff Trabedersen

Das anaplastische Astrozytom und das Glioblastom, die zwei häufigsten Formen primärer Gehirntumore, sind Erkrankungen mit hohem medizinischem Behandlungsbedarf. Erwachsene und Kinder können betroffen sein, wobei der Altersgipfel zwischen 45 und 65 Jahren liegt. Therapieoptionen sind derzeit Operation, Bestrahlung und/oder Chemotherapie. Ungeachtet jüngster Fortschritte verstirbt ein Großteil der Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Erstdiagnose. Wie das biopharmazeutische Unternehmen Antisense Pharma bekannt gab, hat im März 2009 die Behandlung von Patienten mit der Krankheit „rekurrentes oder refraktäres  anaplastisches Astrozytom“, einer besonders aggressiven Form von Gehirntumoren, im Rahmen einer international angelegten klinischen Phase-III-Studie begonnen.  >>> 

 

+++ Enorme Effekte durch schnelle Behandlung einer TIA +++
Identifikation von Hochrisikopatienten: So einfach wie das ABC

Kürzere Liegezeiten, weniger Kosten und ein um 80 Prozent verringertes Schlaganfallrisiko innerhalb der ersten 90 Tage – all dies kann durch die umgehende Behandlung einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) erzielt werden. Daher sollten vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen unbedingt ernst genommen werden. Die Symptome einer TIA verschwinden oft spontan, spätestens jedoch nach 24 Stunden. Aus diesem Grund wird sie von vielen betroffenen Patienten verharmlost und zuweilen auch von Erstversorgern nicht erkannt. Die Folge ist häufig eine zu späte Behandlung, die die Prognose deutlich verschlechtert.  >>> 

 

+++ Isolierte systolische Hypertonie (ISH) – Ein eigenständiges Krankheitsbild! +++
Im Fokus: Fixkombination aus Calcium-Antagonist und ACE-Hemmer

In den westlichen Industrienationen ist die arterielle Hypertonie eine sehr weit verbreitete Krankheit. Sie ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen, die weltweit die häufigste Todesursache sind. Vor allem bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr beobachten Epidemiologen eine Steigerung von Inzidenz und Prävalenz. „Mittlerweile weiß man, dass dieser Anstieg vorwiegend durch den systolischen Blutdruck bedingt ist”, erläuterte Professor Jürgen Scholze von der Charité in Berlin auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt. Hier hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden, denn: bis vor einigen Jahren galt der diastolische Blutdruckwert als der prognostisch entscheidende.  >>> 

 

+++ Transdermale Therapie bei Morbus Parkinson +++

Neupro® wieder für alle Patienten in Europa verfügbar

Am 29. Juni 2009 wurden die Restriktionen der Europäischen Kommission für Neupro® aufgehoben, so dass dieses transdermale System nun wieder allen Patienten in den zugelassenen Indikationen zur Verfügung steht. Eine durchgängige Kühlkette von der Herstellung bis zur Anwendung von Neupro® dient der gleichbleibenden Qualität des Rotigotin-Pflasters. Studien bestätigen eine gute Verträglichkeit und einen positiven Einfluss auf die Symptome der transdermalen Wirkstoffapplikation, unabhängig von gastrointestinalen Störungen.  >>> 

 

+++ Klebstoffe fürs Gehirn: Gefäßfehlbildungen sicher verschließen +++

neuroRAD – 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie 8. bis 10. Oktober 2009, Gürzenich Köln

Köln – Epileptische Anfälle und chronische Kopfschmerzen können Warnzeichen für Fehlbildungen von Blutgefäßen im Gehirn sein. Menschen, die an solchen arteriovenösen Malformationen leiden, weisen ein erhöhtes Risiko für eine Hirnblutung auf. Mit einer Katheterbehandlung lässt sich dieser vorbeugen. Neuroradiologen dichten die betroffenen Gefäße mit einem Embolisat, einem speziellen Klebstoff, ab. Durch den Einsatz neuer Klebstoffe gelingt ein kompletter Verschluss der AV-Malformationen nun deutlich häufiger als noch vor wenigen Jahren. Die Fortschritte auf diesem Gebiet sind ein Schwerpunkt von neuroRAD, der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR). Der Kongress findet vom 8. bis zum 10. Oktober 2009 in Köln statt. Weitere Informationen zu neuroRAD, der Jahrestagung der DGNR, finden sich unter: www.neurorad.de>>>  


+++ Analyse des hessischen Schlaganfallregisters +++

Bestmögliche Schlaganfall-Therapie auch nachts und am Wochenende gewährleistet

Berlin - Patienten mit Schlaganfall erreichen die Klinik in der Regel zu spät. Vor allem wenn die Symptome am Sonntag einsetzen und relativ gering ausgeprägt sind, zögern die Angehörigen oftmals zu lange. Ohne Grund, wie eine aktuelle Auswertung des hessischen Schlaganfallregisters zeigt: Die Patienten erhielten auch am Wochenende und in den Nachtstunden eine qualitativ hochwertige Behandlung. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) fordert deshalb: Jeder Patient mit Verdacht auf einen Schlaganfall muss sofort in eine Klinik mit Stroke Unit und das unabhängig von Uhrzeit oder Wochentag.  >>>  


+++ Glioblastom: Aggressive und schwer zu behandelnde Tumorart +++

Cilengitide: Studie zeigt verlängertes Gesamtüberleben bei Patienten mit Glioblastom
„Diese Ergebnisse machen uns Hoffnung“, erklärte der Studienleiter Prof. Burt Nabors, Professor der Neurologie an der Universität Alabama, Birmingham, USA. „Das Glioblastom ist eine sehr aggressive und schwer zu behandelnde Tumorart mit einer sehr schlechten Prognose. Wir müssen dringend neue Therapieoptionen wie Cilengitide in der letzten Prüfphase vor Marktzulassung erforschen, um relevante Verbesserungen zu erzielen“, so Nabors weiter. >>>  


+++ BETAPATH-Studie bei MS-Patienten ist angelaufen +++

Pocket-MDA-Injektionshilfe soll Selbstmanagement und Therapietreue optimieren

Innovative Injektionssysteme und eine engmaschige Betreuung durch eine speziell geschulte MS-Nurse, wie sie mit dem Betaplus®-Programm geboten werden, unterstützen die Compliance von Patienten mit Multipler Sklerose bei der Behand-lung mit Interferon-beta 1b. Nun will Bayer Schering Pharma noch einen Schritt weiter gehen: Um die Therapietreue bei der Behandlung mit Betaferon® weiter zu verbessern, wurde das elektronische Pocket-Tagebuch BETAPOCKET-MDA (Mobile Digital Assistant), das  mit einer Erinnerungsfunktion gekoppelt werden kann, entwickelt.  >>>  


+++ Antiepileptische Therapie +++

Verbesserung kognitiver Parameter unter Levetiracetam

Monheim, 22. Juli 2009 – Die Epilepsie hat vielfache Entstehungs­möglichkeiten. Dies bedeutet zugleich, dass auch der kognitive Status und der zeitliche Verlauf der kognitiven Leistungsfähigkeit bei Patien­ten mit Epilepsie von zahlreichen Faktoren bestimmt wird. Das zugrunde liegende morphologische Korrelat spielt eine ebenso be­deutende Rolle für die kognitive Leistung wie soziodemographische und funktionelle Faktoren. Die mit einer Epilepsie assoziierten kognitiven Defizite können sehr vielgestaltig sein, wie Prof. C. Helmstaedter von der Klinik für Epileptologie in Bonn kürzlich während der Ligatagung in Rostock be­richtete.  >>>  


+++ Bewusstsein bei Komapatienten oft übersehen +++
Fehldiagnose wegen zu hohem Vertrauen in Krankenbett-Beobachtungen

Die standardisierte Beobachtung des Verhaltens reduziert Fehldiagnosen bei Patienten, die ein minimales Bewusstsein besitzen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Coma Science Group der Universität Liege in der Zeitschrift BMC Neurology. Sie verglichen die Ergebnissen bei zwei Formen der Diagnose von Patienten, die anscheinend ihr Bewusstsein verloren hatten. In ihrer Untersuchung befanden sich 40 % der Menschen, bei denen die Ärzte ein vegetatives Stadium diagnostiziert hatten, in Wahrheit bei minimalem Bewusstsein.  >>> 


+++ Neuroleptika der zweiten Generation +++

Einschränkungen für Clozapin könnten weltweit Tausende zusätzliche Todesfälle schizophrener Patienten verursacht haben

Die auf Grund von Sicherheitsbedenken eingeführten Beschränkungen in der Anwendung des Neuroleptikums Clozapin könnten weltweit Tausende zusätzliche Todesfälle zur Folge gehabt haben. Denn wie eine neue Studie zeigt, geht der Gebrauch von Clozapin (ein Medikament der zweiten Generation) - oder auch anderer Antipsychotika - im Vergleich mit der Anwendung von Perphenazin, dem Standardmedikament der ersten Generation, mit einer um 26 Prozent geringeren Sterblichkeit einher. Darüber hinaus liegt die Mortalität bei Neuroleptikaeinnahme insgesamt um etwa 20 Prozent niedriger, als wenn keine entsprechenden Medikamente verabreicht werden. Zu diesen Ergebnissen kommt ein veröffentlichter Artikel in The Lancet von Professor Jari Tiihonen, Universität Kuopio und dem Niuvanniemi-Hospital in Finnland, und Kollegen.  >>>  

 

+++ Behandlungseinheiten für Patienten mit TIA +++

Eigene "Unit" für Patienten mit transitorischen ischämischen Attacken (TIAs) macht keinen Sinn – in den bestehenden Stroke Units sind TIA-Patienten optimal versorgt

Anfang des Monats wurde erstmals in Hamburg eine sogenannte TIA-Unit eröffnet. Diese besondere Einheit als Teil einer Stroke Unit soll ausschließlich Patienten behandeln, die eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten haben. Die TIA ist eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung, die durch einen kurzfristigen Durchblutungsmangel eines Teils des Gehirns ausgelöst wird. Eine TIA äußert sich durch Ausfallerscheinungen wie Halbseiten- lähmungen, Hautsinnesstörungen, Seh- oder Sprachstörungen, die jedoch meist nur Minuten anhalten. Allerdings besteht in den Tagen nach einer Attacke ein besonders hohes Risiko, einen Schlaganfall mit bleibenden Folgen zu erleiden. Eine TIA unterscheidet sich von einem Schlaganfall lediglich durch den zeitlichen Verlauf und die Rückbildung der Symptome.  >>>  


+++ 3. Experten-Treffen „Schlaganfall im Dialog“ +++

Auch kleine Warnsignale ernst nehmen
„Patienten haben auch nach einem stummen Hirninfarkt (silent stroke) oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) ein erhöhtes Risiko für einen erneuten Schlaganfall“, betonte Prof. Dr. Hans-Christoph Diener (Essen) beim 3. Experten-Treffen „Schlaganfall im Dialog“ am 26. Juni in Offenbach. „Beim Verdacht auf eine TIA sollte daher umgehend gehandelt werden“, empfahl Prof. Dr. Roman L. Haberl (München). Auf der von Boehringer Ingelheim ausgerichteten Veranstaltung, die zum dritten Mal stattfand, stellten insgesamt zehn Schlaganfall-Experten aktuelle Studien und Entwicklungen zum Thema Schlaganfall vor und diskutierten mit rund 150 Ärzten die Konsequenzen für die tägliche Praxis.  >>> 

+++ DPG und DGN warnen vor Parkinson-Therapie mit adulten Stammzellen +++

(23. Juni 2009) Von verschiedenen Anbietern weltweit, seit einiger Zeit auch vom Kölner XCell-Center, wird Patienten, die an einem Morbus Parkinson leiden, eine Therapie mit aus ihrem Knochenmark gewonnenen Stammzellen angeboten. Die Stammzellen werden den Patienten direkt in die Gehirnflüssigkeit oder direkt in das Gehirn transplantiert oder intravenös injiziert. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist ein Nutzen dieser Therapie nicht gegeben.  >>>  


+++ Bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an +++

TIA – oft unterschätzt und nicht ausreichend behandelt

„Eine transitorische ischämische Attacke ist nicht der vermeintlich harmlose kleine Bruder, sondern eher der böse Kumpel des Schlaganfalls“, betonte Prof. Dr. Frank Erbguth, Nürnberg, beim Satellitensymposium von Boehringer Ingelheim auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin Ende April in Wiesbaden. „Nach einer TIA ist das Risiko für einen Schlaganfall genau so hoch wie nach einem Schlaganfall“, erklärte Prof. Dr. Roman Haberl, München. Daher bräuchten auch TIA-Patienten eine Schlaganfall-Sekundärprävention. Über die Akuttherapie des Schlaganfalls mit Alteplase referierte Prof. Martin Grond, Siegen: „Trotz der positiven Daten aus ECASS 3 zählt für den Patienten weiterhin jede Minute.“  >>> 


+++ Facetten der Epilepsie: Alter, Kognition und Angststörung +++

Was muss ich als Spezialist beachten?

Neurologen stehen bei der Konfrontation mit älteren Epilepsiepatienten vor zahl­reichen Problemen. Da die Fragen beim altwerdenden und bei neubeginnenden Epilepsiepa­tienten verschieden sind, macht eine Trennung in der Konzeptbildung Sinn. Der altwerdende Epilepsiepatient ist in der Mehrzahl der Fälle weitgehend unkompliziert. In der medikamentösen Behandlung chronischer Epilepsien ist neben der Anfallsfreiheit die Erhaltung der psychosozialen und kognitiv-amnestischen Leistungsfähigkeit und die Vermei­dung psychisch-psychiatrischer Nebenwirkungen von zentraler Bedeutung. Nach einem aktuellen Review (Beyenburg und Schmidt 2005) zeigen 66 % der Patienten mit Epilepsie Angstsymptome, bei 15 bis 25 % ist eine Angststörung zu diagnostizieren.  >>> 


+++ Empfehlungen der neuen Leitlinien zur Therapie der Epilepsie +++

Standortbestimmung: Empfehlungen zu Lacosamid

Die Therapie der Epilepsie hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Vor allem die Verfügbarkeit neuer, innovativer Antiepileptika hat hierzu beigetragen. Mit dem neuen Wirkstoff Lacosamid (Vimpat®) steht seit August 2008 in Deutschland ein hoch effektives Antiepileptikum zur Zusatztherapie fokaler epileptischer Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisie­rung bei Patienten ab 16 Jahren zur Verfügung. Über aktuelle As­pekte der Therapie diskutierten Experten jetzt auf der 6. Gemeinsa­men Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizeri­schen Sektionen der Internationalen Liga gegen Epilepsie in Rostock.  >>>


+++ Effektive Therapie der Multiplen Sklerose +++

Avonex® macht den Unterschied in der MS-Therapie - zum Einstieg und auf Dauer

Interferone werden seit Jahren erfolgreich in der Basis­therapie der Multiplen Sklerose eingesetzt. Das intramuskuläre Interferon beta-1a Avonex® ist das weltweit am häufigsten verschriebene MS-Medikament, das sich bei vielen Patienten als Mittel der Wahl etabliert hat. Durch die Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit gewährleistet das Interferon beta-1a einen effizienten Therapiestart für neu eingestellte Patien­ten sowohl in der Frühtherapie als auch für den schubförmig remittierenden Verlauf. Hierzu trägt wesentlich bei, dass Avonex® als einziges Interferon nur einmal wöchentlich injiziert werden muss - eine zusätzliche Therapieerleichterung, so dass von Anfang an die Weichen für eine effektive Therapie ge­stellt werden. Dadurch kann der Krankheitsprogression dauerhaft entgegen­gewirkt werden. Je früher die Therapie dabei einsetzt, desto günstiger ist die Prognose: „Verlorene Zeit kann bei der Behandlung nicht mehr aufgeholt wer­den", betonte Prof. Bernd Kieseier, Düsseldorf, bei einem Presseworkshop am 5. Mai 2009 in Berlin.   >>>


+++ TIA: Ernst nehmen und richtig handeln +++

Neue Online-Kurzfortbildung von Boehringer Ingelheim

Eine transitorische ischämische Attacke (TIA, muss als Vorbote des Schlaganfalls sehr ernst genommen werden. Eine TIA wird von vielen Patienten und auch von Ärzten oft unterschätzt. Dies ist fatal, wenn man bedenkt, dass rund zehn Prozent aller TIA-Patienten innerhalb der ersten sieben Tage nach dem Ereignis einen Schlaganfall erleiden. Ein erhöhtes Risiko für eine TIA haben insbesondere Menschen über 60 Jahre mit erhöhtem Blutdruck. Rauchen und Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus erhöhen die Gefahr zusätzlich. Um Ärzte für die Brisanz einer TIA zu sensibilisieren und für das richtige Handeln zu schulen, hat die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG eine neue Kurzfortbildung für Ärzte mit dem Titel „Sekundärprävention nach ischämischem Schlaganfall und TIA“ entwickelt. Die interaktive Kurzfortbildung ist kostenlos im Internet bis Ende Juni 2009 unter dem Link www.fortbildung.aggrenox.de abrufbar.  >>>


+++ Verbreitete Irrtümer zum Schlaganfall +++

Aufklärungsarbeit bei Ärzten verschiedener Fachrichtungen

In den vergangenen Jahren haben das Wissen und die Aufklärung rund um das Thema Schlaganfall kontinuierlich zugenommen. Gleichzeitig ist in Deutschland die Zahl der Schlaganfall-Spezialeinheiten (Stroke-Units) auf 195 angestiegen. Dadurch hat sich die Prognose für Schlaganfall-Patienten entscheidend verbessert. Trotzdem hat die Aufklärungsarbeit bei Ärzten verschiedener Fachrichtungen und in der Öffentlichkeit nach wie vor eine große Bedeutung. Denn noch immer gibt es beim Thema Schlaganfall zahlreiche verbreitete Irrtümer.  >>>


+++ Internetportal Schlaganfall: Neue Services für Patienten +++

Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen zur Vermeidung eines ersten Schlaganfalls

In seinem Internetportal www.medworld.de bietet das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim ab sofort noch umfangreichere Informationen rund um das Thema Schlaganfall. Patienten, Angehörige und weitere Interessierte können die neuen Inhalte frei zugänglich abrufen und außerdem eine Reihe kostenfreier Services in Anspruch nehmen. Neben Hintergrundinformationen zum Thema Schlaganfall greift das Internetportal auch solche Aspekte auf, die aufgrund ihres selteneren Auftretens nicht so oft thematisiert werden – zum Beispiel den Schlaganfall in jungen Jahren oder während der Schwangerschaft.  >>>


+++ Prävention am besten sofort beginnen +++

Nach Schlaganfall oder vorübergehender Attacke vorbeugen

Wiesbaden, 20. April 2009 – Jeder zehnte Patient, der eine schlaganfall-ähnliche „Transiente ischämischen Attacke“ (TIA) erlebt hat, erleidet innerhalb eines Monats danach einen Schlaganfall. TIA-Patienten sollten deshalb wie Schlaganfallpatienten unmittelbar nach dem Ereignis vorbeugend behandelt werden. Betroffene aus Hochrisikogruppen – etwa aufgrund eines hohen Blutdrucks – gehören auf eine Überwachungsstation. Dies betonen Experten auf dem 115. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.  >>>


Antikoagulantien sind ein wirksames Mittel, Thrombosen bei Herzpatienten vorzubeugen

Rotterdam – Bei Anwendern von Acetylsalicylsäure (ASS) finden sich einer Studie in den Archives of Neurology (2009; 66: doi:10.1001/archneurol.2009.42) zufolge häufiger Mikroeinblutungen im Gehirn. Ein Team um Dr. Meike Vernooij vom Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam (NL) hatte 1.062 Probanden mit Hilfe von MRT untersucht. Die Studienteilnehmer waren älter als 59 Jahre und litten nicht an Demenz. Die klinische Relevanz des Befunds ist jedoch unklar.   >>>


+++ Schlaganfall-Vorstufen +++
Schnelles Handeln verhindert große Hirninfarkte und Behinderungen bei sinkenden Kosten

(Berlin, 20.3. 2009) Patienten mit vorübergehenden neurologischen Ausfallerscheinungen – so genannte TIA – sollten von ihren Ärzten sofort an eine Stroke Unit überwiesen und dort unmittelbar behandelt werden. Das schnelle Eingreifen verringert drastisch die Häufigkeit weiterer Schlaganfälle um 80 Prozent. Hierdurch verkürzt sich die durchschnittliche Liegezeit im Krankenhaus auf ein Drittel, die Klinikkosten sinken um 60 Prozent. Mit diesen eindrucksvollen Effekten überzeugt jetzt die Studie einer englischen Forschergruppe in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift The Lancet Neurology>>>

+++ Durchblutungsstörungen verkürzen Lebenszeit bei Diabetes +++
Deutsche Diabetes-Gesellschaft fordert regelmäßige Untersuchungen

Bochum – Ist der Zuckerhaushalt gestört, leiden als Folge die großen und kleinen Blutgefäße. Menschen mit Diabetes mellitus erkranken deshalb doppelt so häufig an einer peripheren Durchblutungsstörung (pAVK) wie Menschen ohne Diabetes. Eine aktuelle Studie bei fast 7.000 älteren Menschen zeigt, dass die Kombination pAVK und Diabetes die Lebenserwartung deutlich verkürzt. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) empfiehlt daher, dass Ärzte Diabetiker regelmäßig auf die Verschlusskrankheit untersuchen. Wird diese früh erkannt, können Risiken wie Schlaganfall und Herzinfarkt reduziert werden.   >>>

+++ Für eine bessere Versorgung von Arteriosklerose-Patienten +++
Deutsche Gesellschaft für Angiologie veröffentlicht neue S3-Leitlinie zu PAVK

13. März, Berlin. Unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) haben mehr als 20 Fachgesellschaften gemeinsam eine interdisziplinäre S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) erarbeitet. Seit heute ist sie auf der Website der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht. Damit löst sie die S2-Leitlinie ab, die die DGA im Jahr 2001 herausgegeben hatte.  >>>

+++ Bei Kopfschmerzen und Migräne zum Neurologen +++
Warnung vor unzureichender oder gefährlicher Behandlung - Tipps für Patienten

(9. März 2009) Da bei der Migräne die Schmerzen nicht nur am Kopf, sondern beispielsweise auch im Gesicht, am Nacken, in den Augen oder an den Zähnen auftreten können, erhalten Patienten oft jahrelang die falsche Behandlung. Manche Patienten erhoffen sich sogar Linderung durch die sogenannte Corrugator-Methode, die im Internet für mehrere tausend Euro angeboten wird. Dabei durchtrennen Chirurgen einen über der Nasenwurzel sitzenden Muskel. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt Patienten vor diesem unseriösen Verfahren. „Dabei handelt es sich um ein tragisches Beispiel der vorsätzlichen Körperverletzung“, sagt Professor Dr. Hans-Christoph Diener, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Duisburg-Essen.  >>>

+++ Gemeinsam stark bei Multipler Sklerose +++
Das MS-CARE Therapiebegleitprogramm

Die Diagnose Multiple Sklerose (MS) wirft für die Betroffenen tausend Fragen auf: Wie geht das Leben mit Erkrankung weiter? Wie reagieren Arbeitgeber, Freunde und Familie? Welche Medikamente sind wirksam? Ein Serviceprogramm für Menschen mit MS hilft: Das MS-CARE Therapiebegleitprogramm von dem Unternehmen Biogen Idec steht Betroffenen in allen Lebenslagen zur Seite, so die Experten auf der Pressekonferenz „You’ll never walk alone: MS-CARE Therapiebegleitprogramm – Starker Partner für MS-Patienten“ in München.  >>>

+++Epilepsien im Erwachsenenalter +++
Neue Leitlinien berücksichtigen erstmals Levetiracetam
Zu den wichtigsten Zielen in der antiepileptischen Therapie zählt die Anfallsfreiheit. Sofern dies nicht möglich ist, sollte mindestens eine deutliche Reduktion der Anfallshäufigkeit und -stärke angestrebt werden. Dank neuer Therapeutika hat sich das Arsenal der zur Verfügung stehenden medikamentösen Behandlungsoptionen in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. In den erst kürzlich publizierten neuen Leitlinien „Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter“ wurde die Substanz Levetiracetam (Keppra®) als Mittel der ersten Wahl für die Behandlung in der Monotherapie empfohlen. Levetiracetam zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit und eine vorteilhafte Pharmakokinetik ohne klinisch relevante Interaktionen aus.  >>>

+++ ECASS 3-Studie: ESO empfiehlt erweitertes Zeitfenster für Actilyse® +++
Anerkennung von der European Stroke Organisation (ESO) und „The Lancet“
Als Reaktion auf die Ergebnisse der European Cooperative Acute Stroke Study (ECASS 3) empfiehlt die European Stroke Organisation (ESO) in ihren aktualisierten Leitlinien den Einsatz von Alteplase (Actilyse®) bis zu 4,5 Stunden nach Einsetzen der Symptome eines ischämischen Schlaganfalls – auch wenn die Behandlung außerhalb eines Drei-Stunden-Zeitfensters nach Einsetzen des Schlaganfalls derzeit nicht Teil der europäischen Zulassung ist>>>

+++ Multiple Sklerose erfordert Therapie bereits nach dem ersten Schub +++
Frankfurt am Main – Ein Dogma ist über Bord zu werfen:
Die Therapie der Multiplen Sklerose (MS) ist nicht mehr, wie bislang vielfach praktiziert, erst nach dem zweiten, sondern schon nach dem ersten Schub einzuleiten. Dank dieses sofortigen Vorgehens lässt sich die Schubrate reduzieren und darüber hinaus die Progredienz verlangsamen.
Die Autoimmunkrankheit MS tritt bevorzugt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, befällt Frauen etwas häufiger als Männer und verringert die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität. Um die Diagnose rasch zu sichern, sind die Patienten bereits nach dem ersten Schub einer Kernspin-Tomographie zu unterziehen.  >>>

+++ Effektive Alternative für die Zweitlinientherapie +++
 
CRESTOR - Cholesterinsenker in Deutschland zugelassen
Weltweit gehen schätzungsweise über 4 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr (7,9 % der Todesfälle insgesamt) auf Hypercholesterinämie zurück; sie ist für 18 % der Schlaganfälle und 56 % der koronaren Herzkrankheit global verantwortlich. "CRESTOR® (Rosuvastatin)
ist ein entscheidender Meilenstein im Kampf gegen zu hohe Cholesterinwerte", begrüßte der Internist und Genetiker Professor Dr. med. Herbert Schuster die Markteinführung von CRESTOR® in Deutschland. "Rosuvastatin ist im Vergleich zu anderen im Markt befindlichen Statinen ein besonders wirksamer Cholesterinsenker." Studien zeigen, dass etwa 80 % der Patienten bereits bei einer niedrigen Dosierung von nur 10 mg ihre Zielwerte erreichen.  >>>

+++ Die akute ischämische Schlaganfallbehandlung +++
Thrombolyse mit Alteplase auch nach drei Stunden noch wirksam und sicher

Nach wie vor gilt für die Thrombolyse bei akutem ischämischen Schlaganfall ein zugelassenes Zeitfenster von maximal drei Stunden nach Auftreten der ersten Symptome. In Deutschland erhalten heute lediglich drei bis vier Prozent aller Patienten mit ischämischem Insult eine Lysetherapie. Ein Grund für die geringe Lyserate ist nach Ansicht des Experten die zögerliche Haltung vieler Anwender gegenüber der Thrombolyse. In der Therapie des akuten ischämischen Schlaganfalls zeigte sich die Thrombolyse mit Alteplase (Actilyse®) auch nach Ablauf des zugelassenen Drei-Stunden-Zeitfensters als wirksam und sicher. Die Studie ECASS 3 (European Cooperative Acute Stroke Study), die nun erstmalig in Deutschland vorgestellt wurde, konnte zeigen, dass Patienten bis zu 4,5 Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome eines Schlaganfalls von Alteplase profitieren können.  >>>

+++ Das Management des Status epilepticus +++
Wie erkennt und behandelt man den non-konvulsiven Status epilepticus?

Ein Status epilepticus ist nach wie vor eine ernst­zunehmende Komplikation der Epilepsie. Im klinischen Alltag muss man dif­ferentialdiagnostisch allerdings zwischen einem konvulsiven und einem nicht-konvulsiven Status epilepticus unterscheiden. Über aktuelle Aspekte der Diagnostik und Therapie des Status epilepticus diskutierten führende Epileptologen jetzt auf einem Symposium während der 26. Arbeitstragung für Neurologische Intensiv- und Not­fallmedizin in Leipzig.  >>>

+++ Behandlung des ischämischen Schlaganfalls +++
CDP-Cholin (Citicolin) - verbessert therapeutischen Outcome nach Schlaganfall

Das oberste Ziel der Therapie des ischämischen Schlaganfalls ist es, die Infarktgröße – und damit den späteren Behinderungsgrad des Patienten – so gering wie möglich zu halten. Die neuroprotektive Substanz CDP-Cholin (Cytidin-5´-Diphosphocholin, Citicolin) verkleinert das Infarktvolumen und verbessert das neurologische Defizit nach akutem ischämischen Insult im Vergleich zu Plazebo signifikant. Unter der Leitung von Prof. Martin Grond, Siegen und Prof. Joachim Röther, Minden diskutierten Experten über das Potential von CDP-Cholin in der Schlaganfalltherapie im Rahmen der 26. Arbeitstagung für Neurologische Intensiv- und Notfallmedizin (ANIM).   >>>
 
+++ Effektive Therapie der hochaktiven, schubförmig remittierenden MS +++
Mehr Lebensqualität durch nachhaltige Behinderungsreduktion
Die Schubrate zu senken und ein Fortschreiten von Behinderungen aufzuhalten ist das Ziel einer Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). Hier hat sich der monoklonale Antikörper Natalizumab (Tysabri®) als effektive Therapie der hochaktiven, schubförmig remittierenden MS erwiesen: Studien belegen einen hohen Anteil krankheitsfreier Patienten, sowohl klinisch als auch kernspintomographisch. Neue Daten zeigen jetzt erstmals, dass mit dem Antikörper nicht nur die Behinderungsprogression aufgehalten werden kann, sondern auch die körperlichen Funktionen wieder verbessert werden. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Jahresauftakt-Pressekonferenz am 22. Januar in Berlin vorgestellt. Dieser erstmals nachgewiesene Rückgang von Behinderungen unter Tysabri® ist ein neuer, sehr wichtiger Schritt in der MS-Therapie.  >>>


Mobile Stroke Unit) zur Vor Ort- Behandlung des Schlaganfalles  (Prähospital-Lyse)
Die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) hat seit 17. November 2008 einen Schlaganfalls-Rettungswagen (Mobile Stroke Unit) im Einsatz. Diese weltweit einzigartige Mobile Stroke Unit beherbergt einen Computertomographen und Laborgeräte, die für die Diagnostik des Schlaganfalls unentbehrlich sind. Per Telemedizin können die Bilddaten in die Klinik gesandt werden, um ggf. weitere Expertise einholen zu können.Das Besondere: Patienten verlieren keine Zeit für den Transport in die Klinik, da bereits vor Ort eine Diagnose gestellt und dann auch eine Behandlung eingeleitet werden kann. Es gilt: Je schneller die Behandlung, desto geringer der Hirnschaden („time is brain“!).   >>>


Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass die tiefe Hirnstimulation die Beweglichkeit und die Lebensqualität der fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung besser erhält als eine medikamentöse Behandlung. Dies bestätigt die Ergebnisse einer großen deutschen Studie aus dem Jahre 2006. Nebenwirkungen sind bei der Behandlung häufiger als in der medikamentös behandelten Gruppe. Es kommt aber durch die Operation nicht zu psychiatrischen Nebenwirkungen oder zu einer Gedächtnis-Verschlechterung. Die Therapie kann damit als wissenschaftlich erprobt und empfehlenswert für Patienten gelten, die ausgeprägte Schwankungen der Beweglichkeit aufweisen und nicht mehr zufrieden stellend medikamentös behandelbar sind.  >>>

+++ Die Behandlung der Multiplen Sklerose +++
Neue Daten zu Tysabri® und Avonex® belegen anhaltende Wirksamkeit

Die neuen Daten belegen, dass Tysabri® (Natalizumab) die Krankheitsaktivität der Multiplen Sklerose modulieren kann. Sie wurden beim World Congress on Treatment and Research in Multiple Sclerosis vom 17. bis 20. September in Montreal (Kanada) vorgestellt. Langzeitdaten zu Avonex® (Interferon beta-1a) belegen eine bis zu 15 Jahre anhaltende Wirksamkeit, die sich auch für die Lebensqualität der Patienten günstig auswirkt. Biogen-Idec hat darüber hinaus verschiedene Substanzen zur Behandlung der MS in der klinischen Entwicklung, die auf eine weitere Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten hoffen lassen.  >>>

+++ Service für Patienten: Neuer Internetauftritt zu RLS +++
Hilfe bei unruhigen Beinen gibt es bei Boehringer Ingelheim jetzt nicht mehr nur in Tablettenform:
Unter
www.hilfe-bei-unruhigen-beinen.de leistet das Pharmaunternehmen mit einem neuen Internetauftritt einen Beitrag zur Aufklärung über das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Denn obwohl die neurologische Erkrankung anhand von vier Minimalkriterien einfach zu diagnostizieren ist, bleibt sie häufig unerkannt und damit auch unbehandelt.  >>>

+++ Warnhinweis: Zweiter Todesfall an PML unter Psoriasismedikament Efalizumab +++
Unter der Therapie mit dem Psoriasismedikament Efalizumab (Raptiva®) ist es zum zweiten Mal zu einer tödlichen Hirninfektion mit dem JC-Virus gekommen.
Dies teilt der US-Hersteller Genentech in einer Pressemitteilung mit. Beide Patienten, der erste im Alter von siebzig Jahren, der jetzige im Alter von 73 Jahren, starben an einer progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML), nachdem sie über vier Jahre mit Raptiva behandelt worden waren.  >>>
 
5-Jahres-Daten der BENEFIT-Studie
Eine konsequente Frühtherapie der Multiplen Sklerose mit Interferon beta-1b wirkt sich eindeutig positiv auf das Krankheitsbild aus und verbessert nachhaltig die Langzeit-Prognose. Das dokumentieren die nun vorliegenden 5-Jahres-Daten der BENEFIT-Studie (BEtaferon in Newly Emerging multiple sclerosis For Initial Treatment). Demnach verringert sich unter der Therapie das Risiko, einen erneuten MS-Schub zu erleiden und damit eine klinisch manifeste Multiple Sklerose zu entwickeln signifikant. Zugleich kann späteren Behinderungen vorgebeugt werden. Insgesamt zeigte sich, dass der Vorsprung einer sofortigen Therapie mit Interferon beta-1b gegenüber dem späteren Therapiebeginn im Beobachtungszeitraum nicht mehr aufholbar war.  >>>


+++ Fumarat mildert schubförmig-remittierende MS +++
Ist bald ein orales Medikament gegen Multiple Sklerose verfügbar?
Oral verabreichtes Fumarat kann die mit der schubförmig-remittierende multiplen Sklerose (RRMS) verknüpfte Läsionen im Gehirn signifikant verringern. Nun müssen die laufenden Phase-III-Studien (The Lancet) zeigen, ob das Medikament seinen Platz in der MS-Therapie finden wird. BG00012 ist ein oral verabreichtes Fumarat mit einer immunmodulierenden, möglicherweise aber auch einer direkten neuroprotektiven Wirkung. Wissenschaftler um Professor Ludwig Kappos vom Schweizer Universitätsspital Basel untersuchten in der Phase-II-Studie 257 RRMS-Patienten im Alter von 18 bis 55 Jahren.  >>>


+++ Neue Hoffnung für Skleroseleidende+++
Leukämiemittel wirkt bei multipler Sklerose
Eine einmal jährliche Therapie mit dem Leukämiemedikament Alemtuzumab scheint bei Patienten mit multipler Sklerose im Anfangsstadium den Krankheitsverlauf sehr günstig zu beeinflussen. In einer Phase-II-Studie im New England Journal of Medicine (2008; 359: 1786-1801) war der monoklonale Antikörper der derzeitigen Standard-Therapie mit einem Beta-Interferon deutlich überlegen. Es kam jedoch zu schweren Komplikationen, die nach Einschätzung eines Editorialisten den Einsatz des Medikamentes derzeit noch infrage stellen.  >>>

+++ Für das Thema sensibilisieren - Facetten der Epilepsie +++
Mehr Leben, weniger Epilepsie! 
Eine Epilepsie greift tief in das Leben der betroffenen Patienten und ihrer Angehörigen ein. Unkenntnis und Vorurteile in der Bevölkerung tragen das ihrige zu der schwierigen Situation bei. Epilepsien gehören zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nerven-Systems. Sie sind zumeist chronisch, das heißt Betroffene haben ein ganzes Leben lang eine Neigung zu Anfällen. Damit trifft sie jedes Lebensalter. Etwa 5 % der Bevölkerung erleiden einmal im Leben einen epileptischen Anfall. Eine Epilepsie entwickelt hingegen etwa 1 % der Bevölkerung, dies entspricht ca. 600.000 bis 800.000 Menschen in Deutschland. Der Beginn der Erkrankung ist aber am häufigsten entweder im Kindesalter oder im Alter über 70 Jahren. In den meisten Fällen liegt keine Erbkrankheit vor, bei etwa 10 % der Menschen wird lediglich eine erhöhte Bereitschaft zu Anfällen weitergegeben. >>>

+++ Studie belegt Nutzen von Alteplase nach ersten Symptomen des Schlaganfalls +++
Die frühzeitige Intervention ist und bleibt der Eckpfeiler in der Therapie des  akuten Schlaganfalls.
Erste Ergebnisse der Studie ECASS 3 wurden auf dem 6. World Stroke Congress in Wien vorgestellt. Die Daten bestätigen das positive Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil von Alteplase und belegen einen signifikanten Nutzen  in der Therapie des akuten ischämischen Schlaganfalls auch nach Ablauf des aktuell zugelassenen 3-Stunden-Fensters.  >>>

+++ Comprehensive Care of Epilepsy in Europe
+++
Epilepsy (= repeated unprovoked seizures) is a frequent neurological disorder with a world-wide prevalence of 0.5 to 0.8%.
Epilepsy affects a human being in all dimensions. At the same time, even in the 21st century societies seem not to be prepared to deal with this disease leading to sudden unexpected “non-functioning” and occasionally frightening appearance. Despite enormous advances both in medical treatment and new techniques such as epilepsy surgery and stimulation procedures, 1/3 of all epilepsy patients remain refractory with all somatic and psychosocial sequel.  >>>

 
AdipositasDiabetologieGynäkologieNephrologiePädiatrieSucht & Drogen
AllergologieEndokrinologieHAENeurologiePneumologieThrombose
AndrologieErholsamer SchlafInfektiologieOphthalmologiePsychiatrieTransplantation
AngiologieGastroenterologieInkontinenzOrthopädieRheumatologieUrologie
DermatologieGeriatrieKardiologieOsteoporoseSchmerz 

 

 

 



© 2006-2012 MT Verlag Susanne Daneyko | designed by R. Daneyko MEDIZIN-TELEGRAMM® - info@medizin-telegramm.de