
+++ Hilfe für Kinder und Jugendliche +++ Deutsches Kinderschmerzzentrum an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik, der Universität Witten/Herdecke gegründet Datteln 16. Januar 2012 – Mehr als 350.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Die Folgen dieser stillen Epidemie für die Betroffenen sind fatal – individuelles Leid und massive Schulausfälle drohen betroffenen Kindern. Am 16. Januar 2012 wurde an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln – Universität Witten/ Herdecke das Deutsche Kinderschmerzzentrum gegründet. Hier finden Kinder, Jugendliche und ihre Familien Hilfe auf dem Weg zurück in ein schmerz-freies Leben. Unter www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de finden Patienten, Eltern, Ärzte und Therapeuten umfassende Informationen rund um das Thema Kinderschmerztherapie. >>> |
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 Dr. Roman Rolke | +++ Neuropathischer Tumorschmerz +++ Seine Entstehung, seine Komorbiditäten und seine Therapie Mannheim, DGSS 2011 – Dauerhafte und ständig wiederkehrende Schmerzen gehören zu den umfassendsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Für die Betroffenen bedeuten Schmerzen körperliches und seelisches Leid, meist auch eine Verschlechterung ihrer sozialen Situation. Die Schmerztherapie soll das damit verbundene Leid lindern und zu einer erträglichen Lebensqualität verhelfen. Ziel und Zweck des „Schmerzmanagement“ ist es, allen Patienten eine ihren persönlichen Bedürfnissen angemessene, zeitnahe und nach den neusten medizinischen Erkenntnissen ausgerichtete Schmerz-therapie zukommen zu lassen. Auf einem Symposium anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses diskutierten Experten im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen aktuelle Aspekte zu Schmerzentstehung, Komorbiditäten und Management. Dabei standen Probleme der Einordnung und Therapie neuropathischer Schmerzen im besonderen Interesse. >>> |
+++ ASCO Highlights 2011 +++
Brustkrebs und Gynäkologische Malignome
Berlin, Charité – “Patients, Pathways, Progress“ – war das Motto des „ASCO 2011“. Dies bedeutet, dass sich die Forschung immer stärker auf den Nutzen konzentriert, die den Patienten eine bestimmte Therapie erbringt. Basis hierfür ist das Verständnis der „Pathways“ des Tumorgeschehens, was letztendlich den Fortschritt in der Tumor-therapie bringt. Hierauf ist die Entwicklung moderner zielgerichteter Medikamente ausgerichtet. In den Referaten wurden wichtige Beispiele für die Erfolge dieser Forschungsaktivitäten aufgeführt, stellvertretend seien hier einige Ergebnisse genannt. So sind Bevacizumab und Enzastaurin (Angiogenesehemmer) zu nennen, die beim Ovarialkarzinom eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens von fast vier Monaten erbrachten. Ein weiteres Beispiel ist das Nierenzellkarzinom, hier wurde in den vergangenen Jahren die Therapie durch zielgerichtete Substanzen vollkommen neu gestaltet. >>>
+++ Autonomie trotz Schmerz +++
Schmerzgeschehen und Schmerzmedikation bei Pflegeheimbewohnern: Das Projekt "PAIN Intervention"
Berlin, Charité-Universitätsmedizin – Schmerzen stellen ein bedeutsames Phänomen in der deutschen Bevölkerung dar. Im Alter sind Schmerzen die häufigsten Beschwerden. Auf Pflegeheime bezogene Studien zum Schmerzgeschehen liegen aus Deutschland nicht vor. Der Mangel an verlässlichen epidemiologischen Daten wird generell auch für das Ausland beklagt. In Studien sind Bewohner von Pflegeheimen und Personen mit eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit häufig unterrepräsentiert bzw. wurden ausgeklammert. Die Aussagekraft einer für die Altenbevölkerung repräsentativen Untersuchung wird sich künftig aber daran messen müssen, wie gut es ihr gelingt, schwer erreichbare Gruppen zu beteiligen. Das Projekt »PAIN Intervention« startet mit einer Studie zur Verbesserung des Schmerzmanagements bei älteren Menschen, die in Pflegeheimen leben. >>>
+++ Societal Impact of Pain (SIP) +++
Symposium zu den gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerz fordert eine ‘Road Map for Action’: EU Institutionen und Mitgliedsstaaten müssen das Thema ‘Schmerz’ in Europa anpacken.
Brüssel – Am 3. und 4. Mai trafen sich über 300 Akteure aus den Gesundheitswesen aus über 30 Ländern Europas, um im Europäischen Parlament die gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerz („Societal Impact of Pain“, SIP 2011) zu diskutieren. Das Symposium wurde dabei von 85 nationalen und internationalen Organisationen und Institutionen unterstützt, die sich für die Verbesserung der Schmerz-Therapie in Europa einsetzen. Unterstützt von allen drei EU-Institutionen, dem EU-Parlament, der EU-Kommission und der EU-Ratspräsidentschaft, machte das Symposium erfolgreich auf den Optimierungsbedarf in der Schmerzbehandlung aufmerksam und präsentierte ein Konsensus-Dokument „Road Map for Action“ mit konkreten Forderungen an die EU Regierungen. „Jeder von uns hat in seinem Leben schon einmal Schmerzen erlebt. Dieses Symposium verdeutlicht, welche tatsächlichen Auswirkungen Schmerz auf uns als Individuen, auf unser Arbeitsumfeld und unsere Gesellschaft insgesamt hat. Wir müssen uns auch klarmachen, dass mit dem demgraphischen Wandel und der damit immer älter werdenden Gesellschaft ‘Schmerz’ immer bedeutsamer werden wird. Deshalb müssen wir lernen‚ ‘Schmerz’ besser zu verstehen und korrekt zu managen,“ so John Dalli, EU Kommissar, Gesundheits- und Verbraucher-Politik. >>>
+++ Ambulante Palliativversorgung +++
Umfrage bei Hausärzten belegt großes Interesse, aber auch Skepsis
Bochum – Was wünschen sich Hausärzte von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)? Dieser Frage gingen Forscher aus Hannover und Heidelberg um Prof. Dr. Nils Schneider nach. In einer großen Umfrage unter knapp 2000 Ärzten gaben gut zwei Drittel an, den gesetzlichen Anspruch von Palliativpatienten auf die SAPV-Versorgung zu kennen. 86 Prozent gaben an, sich von SAPV-Teams beraten lassen und mit ihnen gemeinsam ältere Patienten versorgen zu wollen. Allerdings äußern sich viele skeptisch, ob die SAPV die Versorgung älterer Patienten – als große Zielgruppe im hausärztlichen Versorgungsalltag – tatsächlich verbessern wird. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe von „Der Schmerz“, dem offiziellen Organ der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS). >>>
+++ Optimale Schmerztherapie +++
Targin®: Verbesserung der Lebensqualität durch stärkere Schmerzreduktion
Frankfurt am Main, Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2011 – Jeder dritte deutsche Erwachsene leidet an chronischen Schmerzen und viele sind in ihrer Lebensqualität und Alltagsfähigkeit massiv beeinträchtigt. Verständlich, dass diese Schmerzpatienten bei ihrem Arzt wirksame Hilfe suchen und die bestmögliche Therapie wünschen. Doch Schmerztherapie – vor allem die Behandlung chronischer Schmerzen – ist äußerst vielschichtig, ungemein komplex und verlangt immer nach einem sensiblen, auf die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten des jeweiligen Patienten ausgerichteten Konzept. Auf einer vom Pharmaunternehmen Mundipharma einberufenen Presse-konferenz wurden jüngste Schritte zur Optimierung der Behandlung chronischer Schmerzphänomene vorgestellt und diskutiert. >>>
+++ Schmerztherapie im Alter +++
22. Deutscher interdisziplinärer Schmerz und Palliativkongress: Buprenorphinhaltiges 7-Tage-Pflaster – mit vielen Vorteilen für ältere Schmerzpatienten
Frankfurt, 24. März 2011 – Chronische Schmerzen führen nicht selten zu vielschichtigen physischen und psychosozialen Veränderungen des Patienten. Unerwünschte Nebenwirkungen von Arzneimitteln, Einschränkungen im alltäglichen Leben, Immobilität, Schlafstörungen, Ängste, Wut oder Depressionen können integraler Bestandteil des chronischen Schmerzzustandes werden und einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität nehmen. Umso wichtiger ist eine effiziente Schmerztherapie. Doch diese gestaltet sich oft gerade in der Gruppe der betagten und auch der hochbetagten Patienten besonders schwierig. ‚Underreporting of Pain‘, Störungen der Kommunikation oder aber veränderte Schmerzwahrnehmung können die Diagnostik erheblich erschweren. Die Folge: Gerade diese Patienten-Gruppe wird oft unzureichend behandelt. >>>
+++ Für ein Sterben in Würde +++
Die Themen Sterben, Tod und Trauer in den gesellschaftlichen Diskussionsprozess einbringen
Berlin, 25. März 2011 – „Schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Familien bedürfen unserer dringenden Hilfe. Sie ist lebendiger Ausdruck für ein solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft“, sagt Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung, die sich heute der breiten Öffentlichkeit vorstellt. „Die Stiftung will einen Teil der Verantwortung übernehmen und dafür Sorge tragen, dass das Bewusstsein der Gesellschaft für das Leid der schwerstkranken und sterbenden Patientinnen und Patienten, ihrer Familien und Freunde steigt“, so Dr. Weihrauch weiter. 80.000 Ehrenamtliche und zahlreiche hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospiz- und Palliativarbeit engagieren sich tagtäglich dafür, Menschen ein selbstbestimmtes Leben vor ihrem Tod zu ermöglichen. >>>
+++ Akutschmerz-/Postoperative Schmerztherapie +++
Postoperative Schmerztherapie durch Pharmakotherapie oder mit regionalen Verfahren?
Frankfurt/Main, 24. März 2011 – 45 Millionen Eingriffe oder medizinische Maßnahmen wurden 2009 an deutschen Kliniken durchgeführt. Das ist ein Anstieg um 7,7 Prozent im Vergleich zu 2008. Der Anteil der Operationen daran beträgt 33 Prozent. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Krankenhausverweildauer von 13,0 Tagen im Jahre 1991 auf 9,7 im Jahre 2008 gesunken. Medizinische Eingriffe können Schmerzen verursachen. Diese sollten frühstmöglich suffizient behandelt werden um eine Chronifizierung zu vermeiden und eine frühe Entlassung aus der Klinik verantworten zu können. >>>
+++ Der besondere Patient +++
Therapiezufriedenheit bei Tumorschmerzen
Frankfurt/Main, 24. März 2011 – Die Schmerztherapie bei Tumorpatienten stellt neben der reinen Symptomkontrolle des Schmerzes besondere Anforderungen an eine patientenbezogene, individuelle Therapie. Als erstes Ziel einer Tumorschmerztherapie sollte bei Patienten die Wiederherstellung der Nachtruhe erreicht werden, später sollte neben der Wiederherstellung einer größtmöglichen Funktionalität auch die Möglichkeit zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte unter Bewahrung der Patientenautonomie erreicht werden. Diese Zielsetzung kann oft nur durch eine besondere Auswahl des Analgetikums und seiner Wirkung im Patienten erreicht werden. >>>
+++ Versorgungssituation aus Sicht der Schmerzpatienten +++
Der Arzt ist für den Patienten immer noch die wichtigste Informationsquelle
Aachen – Was wissen wir über chronische Schmerzpatienten? Wie zufrieden sind sie mit ihrer Therapie? Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf ihren Alltag? Eine aktuelle Patientenbefragung der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) gibt Aufschluss über die Situation von Schmerzpatienten in Deutschland. Mehr als 80 Prozent haben Schwierigkeiten bei der Ausführung normaler Alltagstätigkeiten. Viele sind aufgrund ihrer chronischen Schmerzerkrankung dauerhaft in ihrer Bewegung eingeschränkt. Umso wichtiger ist die individuelle Betreuung der Betroffenen durch den behandelnden Arzt. Die Umfrage hat gezeigt, dass er – auch in Zeiten des Internets – immer noch die wichtigste Informationsquelle ist. „Bei der Behandlung chronischer Schmerzpatienten kommt dem Arzt eine entscheidende Rolle zu. Dieser Rolle muss er sich bewusst sein und sie bestmöglich im Sinne des Patienten nutzen“, so Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Vorsitzender der Initiative CHANGE PAINE. >>>
+++ 16. März: Tag gegen den Tumorschmerz +++
Experten informieren am Aktionstag
Bochum, 7.3. 2011 – Krebsschmerz muss man nicht aushalten! Unter diesem Motto steht der dritte Aktionstag gegen den Tumorschmerz, den Spezialisten der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) am 16. März 2011 ausrufen. „Bei über 90 Prozent der Patienten können wir den Tumorschmerz mit modernen Medikamenten beherrschen“, sagt Dr. Stefan Wirz vom Arbeitskreis Tumorschmerz der DGSS. Die Experten wollen am Aktionstag Ärzte und Patienten informieren und Vorurteile abbauen. Am Aktionstag planen die Mediziner zum Beispiel Fortbildungsveranstaltungen und Informationsangebote. Aktionen finden statt in Jena, Potsdam, Geesthacht, Verden, Bad Honnef, Königswinter und Frankfurt. Nähere Informationen auf der Webseite des Arbeitskreises: http://www.dgss.org/index.php?id=804 >>>
+++ Weltkrebstag 2011 +++
Es gibt noch viel zu tun in der Schmerztherapie
Limburg, 6. Februar 2011 – Rund 340.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich neu an Krebs. Knapp ein Drittel aller Betroffenen hat bereits bei der Erstdiagnose Schmerzen. Im fortgeschrittenen Tumorstadium leiden – je nach Tumorart – bis zu 90 Prozent aller Patienten an Schmerzen. „Diese Tumorschmerzen zu lindern, ist ein wesentlicher Beitrag, den wir Ärzte zur Lebensqualität der Patienten leisten können“, resümiert Dr. Stefan Wirz anlässlich des diesjährigen Weltkrebstages. „Dazu müssen wir starke Tumorschmerzen wirksam und verträglich lindern und eine langfristige Symptomkontrolle erreichen“, betonte der Schmerzexperte vom CURA-Krankenhaus Bad Honnef und Sprecher des Arbeitskreises Tumorschmerz der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS). Zudem unterstütze eine solche Analgesie die kurative Behandlung: Einem Patienten, der nicht durch Schmerzen beeinträchtigt ist, fiele es leichter, die Strapazen einer onkologischen Therapie zu ertragen. >>>
+++ Innovative Therapieansätze +++
Kooperation zwischen Onkologie und Palliativmedizin
Dresden – In der Behandlung von Tumorpatienten ist es heute mehr denn je wichtig nicht nur den kurativ onkologischen Aspekt aufzugreifen, sondern den Patienten in der Gesamtheit mit all seinen Bedürfnissen wahrzunehmen. Vor allem neue Optionen in der Tumorbehandlung und der Schmerztherapie geben die Möglichkeit den Patienten bedarfsorientiert zu versorgen, was jedoch eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen voraussetzt. Im Fokus sollte hier das Zusammenspiel von Onkologie und Schmerzmedizin stehen. Neben einer entsprechend suffizienten Dauer-/Basisbehandlung tumorbedingter Schmerzen muss ein wesentliches Augenmerk auf die Behandlung der nicht selten auftretenden Durchbruchschmerzattacken gelegt werden. Der Einsatz von oralen und transdermalen Opioiden als Basismedikation für den Dauerschmerz ist heute selbstverständlich. Für den zuweilen sehr schnell einschießenden, mit einer hohen psychischen Belastung einhergehenden Durchbruchschmerz stehen mittlerweile neue und innovative Optionen zur Verfügung, die eine schnelle Beschwerdelinderung ermöglichen. >>>
+++ Erfahrungen austauschen +++
Bestandsaufnahme zur Symptomkontrolle bei Tumorschmerzpatienten
Dresden – Krebspatienten mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankungen im letzten Lebensabschnitt angemessen zu versorgen, ist eine wichtige, jedoch erheblich vernachlässigte Aufgabe im deutschen Gesundheitssystem, wie auch in vielen anderen Ländern. Die Defizite sind in den letzten Jahren zunehmend in das Blickfeld von Öffentlichkeit, Politik und Fachkreisen gerückt. Als eine Reaktion darauf hat sich die Palliativversorgung mittlerweile enorm entwickelt, wenn man beispielsweise die Anzahl an spezialisierten Strukturen (Palliativstationen, Hospize, ambulante Hospiz- und Palliativdienste) als Maßstab nimmt, auch wenn der Bedarf nach Expertenschätzungen längst nicht gedeckt ist. In der palliativmedizinischen Versorgung von Krebspatienten gehören vor allem Schmerzen aber auch zahlreiche weitere Symptome zu den therapeutischen Herausforderungen. Im Fachsymposium „Erfahrungen austauschen – eine interaktive Bestandsaufnahme zur Symptomkontrolle bei Tumorschmerzpatienten“, das im Rahmen des 8. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Dresden stattfand, diskutierten zahlreiche Experten verschiedene Therapieoptionen zur Symptomkontrolle in der palliativmedizinischen Behandlung von Krebspatienten. >>>
+++ Palliative Sedierungstherapie +++
Palliative Sedierung am Lebensende von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen – eine Bestandsaufnahme
Dresden – In Deutschland erkranken jährlich ca. 2000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Bis zu 80 Prozent dieser Patienten überleben langfristig. Dementsprechend versterben 20 Prozent nach wie vor an ihren Erkrankungen oder den Komplikationen der multimodalen Therapie. In der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Münster werden jährlich ca. 120 neuerkrankte Patienten umfassend versorgt. Trotz stark verbesserter Heilungschancen versterben davon im Mittel 30 Patienten/Jahr. Wie bei Erwachsenen leidet ein Teil der Kinder und Jugendlichen in der terminalen Situation ihrer Erkrankung an schwer beherrschbaren Symptomen. Neben Analgetika werden in dieser Phase Sedativa, insbesondere Benzodiazepine und Neuroleptika, in verschiedenen Indikationen (Dyspnoe, Angst, Unruhe, Schlafstörungen, Krampfanfälle) eingesetzt. >>>
+++ Postgraduale Qualifikation in Palliative Care +++
Kontinuierliche Zunahme von Palliative Care und deren Ausbildungsformen
Dresden – Die Entwicklung und Bedeutungszunahme von Palliative Care zeichnet sich als weltweiter Prozess ab – mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität innerhalb der verschiedenen Länder. Dies erweist sich als zentrale Notwendigkeit vor dem Hintergrund eines steigenden palliativmedizinischen Bedarfs, der je nach nationalem und kulturellem Kontext variiert. Verbunden mit der verstärkten weltweiten Implementierung von Palliative Care ist die Frage nach der Aus- und Fortbildung der involvierten Professionsgruppen, da eine qualifizierte Ausbildung entscheidend zu einer adäquaten Versorgungsstruktur beiträgt. >>>
+++ Zwischen Regression und Selbstverantwortung +++
Besonderheiten der Palliativversorgung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Dresden – Fortschritte im Krankheitsverständnis und in der Supportivtherapie haben im Wesentlichen dazu geführt, dass immer mehr Kinder mit lebenslimitierenden Erkrankungen das Jugend- und jungen Erwachsenen Alter erreichen. Die Versorgung dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen stellt besondere Anforderungen an das betreuende Palliativteam. Dabei gilt es, altersbedingte Entwicklungsschritte zu erkennen, und die Erfüllung von alterstypischen Entwicklungsaufgaben angepasst an die individuelle erkrankungsbedingte physische und psychische Konstitution zu ermöglichen und zu fördern. >>>
+++ Palliativmedizin und Palliativversorgung +++
Verschiebt die Spezialisierung der Palliativmedizin die Grenzen?
Dresden – Bei der rasanten Entwicklung der Palliativmedizin und Palliativversorgung stellt sich die Frage nach Grenzen. Dies betrifft nicht nur die Grenzen der Behandlung, sondern auch zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und zu anderen Fachbereichen. Lag in den ersten Jahren der Palliativmedizin das Hauptaugenmerk neben der Etablierung der Inhalte von Palliativmedizin eher auf dem Aufbau stationärer hospizlicher und palliativmedizinischer Einrichtungen, so sind die letzten Jahre geprägt von der Etablierung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Dieses Thema hat nicht nur bei den Betreuenden, sondern auch bei Politik, Kostenträgern und in den Fach-gesellschaften eine hohe Priorität. Bei dem Versuch einer Antwort auf die Fragestellung, ob die Spezialisierung der Palliativmedizin die Grenzen verschiebt, muss sowohl die Sicht der Patientinnen und Patienten mit ihren Angehörigen als auch die Sicht der Betreuenden Beachtung finden. >>>
+++ Ärztliche Entscheidungen am Lebensende +++
Entscheidungen am Lebensende in der Notfall und Intensivmedizin
Dresden – Ärztliche Entscheidungen am Lebensende finden oft im emotionalen Spannungsfeld zwischen dem Gebot der medizinischen Behandlungspflicht, dem Patienten-willen und den rechtlichen Rahmenbedingungen statt. Arzt (und Patient) müssen eine Vielzahl medizinischer, ethischer, rechtlicher Gesichtspunkte bedenken. Aufgrund der Komplexität und Dynamik einer Erkrankungssituation, der persönlichen Wertevorstellungen und der kulturellen Rahmenbedingungen gibt es keine allgemein gültigen Algorithmen, so dass letztlich individuell entschieden werden muss. Im westlichen Kulturkreis wird das Selbstbestimmungsrecht der ärztlichen Entscheidung vorangestellt. Die Indikationsstellung einer Therapieoption obliegt jedoch dem Arzt und wird von diesem aufgrund medizinischer Überlegungen bezogen auf den individuellen Fall geprüft und eingefordert. >>>
+++ Grenzen onkologischer Therapien +++
Grenzenlose onkologische Therapien?
Dresden – Onkologie und Palliativmedizin sind eng miteinander verzahnt, da die Mehrzahl der palliativmedizinisch betreuten Menschen an Krebserkrankungen leidet. Mit zunehmendem Selbstbewusstsein von Palliativmedizinern und Sensibilisierung von Onkologen für palliativ-medizinische Prinzipien treffen sich beide in den Grenzbereichen onkologischen Handelns. Es stellt sich früher und schärfer die Frage nach den Grenzen onkologischer Therapien. Beide Disziplinen nähern sich dieser Grenzzone vor dem Hintergrund unterschiedlicher beruflicher Sozialisationen und Strategien: Beide haben eine naturwissenschaftliche Ausbildung. >>>
+++ Wie Palliativmediziner am Lebensende entscheiden +++
Bochumer Medizinethiker veröffentlichen Umfrage-Ergebnisse: Nehmen Ärzte häufig Lebenszeitverkürzung in Kauf?
Bochum, 6. August 2010 – Palliativmediziner führen bei mehr als drei Vierteln ihrer Patienten in der letzten Lebensphase Maßnahmen der Symptomlinderung mit einer möglichen Lebensverkürzung durch. Das hat eine Studie von Medizinethikern der Ruhr-Universität ergeben. In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin haben die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann erstmals ärztliche Mitglieder der Fachgesellschaft zu ihren Therapieentscheidungen befragt und konnten 780 Todesfälle auswerten. In 69 Prozent der Fälle wurden therapeutische Maßnahmen begrenzt und für einen Teil der betroffenen Patienten ein früherer Todeseintritt erwartet. In zehn Fällen gaben die Ärzte sogar an, den Tod des Patienten absichtlich herbeigeführt zu haben. Erste Ergebnisse der anonymen Befragung werden heute in der Fachzeitschrift Palliative Medicine veröffentlicht. >>>
+++ Palliativmedizin +++
Intranasale Sauerstofftherapie häufig ohne Vorteile
Durham/North Carolina, 4.9.2010 – Die intranasale Sauerstoffgabe wird sehr häufig in der Palliativmedizin eingesetzt. Bei Patienten ohne nachgewiesener Hypoxämie kann jedoch einer Studie zufolge die gleiche Wirkung erzielt werden, wenn den Patienten normale Raumluft zugeführt wird (Lancet 2010; 376: 784-93). In der letzten Lebensphase leiden die meisten Betroffenen unter quälender Atemnot. Die Prävalenz der Dyspnö liegt bei Krebspatienten bis zu 90 Prozent, bei COPD-Patienten bis zu 95 Prozent und bei der Herzinsuffizienz bis zu 88 Prozent. Nicht alle Patienten haben bei der Blutgasanalyse eine Hypoxämie. Die Palliativmedizinerin Amy Abernethy, Duke Universität in Durham/North Carolina und Mitarbeiter an acht weiteren Zentren in den USA, Australien und Großbritannien haben in einer randomisierten Studie untersucht, ob sich die nicht objektivierbare Luftnot durch eine Sauerstoffgabe lindern lässt. >>>
