Blutdrucksenker Aliskiren im Verdacht, Risiko für Herz-Kreislauf- und Nierenkomplikationen zu steigern! 12. Februar 2012 – Menschen mit Diabetes Typ 2 haben häufig einen zu hohen Blutdruck. Hypertonie erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen. Die Beobachtung und gegebenenfalls Senkung der Blutdruck-Werte sind deshalb Teil der Diabetes-Therapie. Der Wirkstoff Aliskiren ist ein noch neues Medikament gegen Bluthochdruck. Die Zwischenauswertung einer Studie hat jedoch kürzlich ergeben, dass Aliskiren-haltige Arzneimittel möglicherweise das Risiko für Herz-Kreislauf- und Nierenkomplikationen steigern. Die Herstellerfirma Novartis hat daher einen Warnhinweis zu ihren Aliskiren-haltigen Arzneimitteln veröffentlicht. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe rät Betroffenen, ihren behandelnden Arzt auf eine Überprüfung ihrer Medikation anzusprechen. Eigenverantwortlich absetzen sollten sie den Blutdrucksenker jedoch nicht. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zur strengeren kardiovaskulären Überwachung bei Beginn einer Therapie mit Gilenya® (Fingolimod) Berlin, 26. Januar 2012 – Fingolimod ist ein selektives Immunsuppressivum; seit März 2011 ist es als Monotherapie zugelassen zur Behandlung von Patienten mit hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose, die eine hohe Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit einem Beta-Interferon zeigen oder die einen rasch fortschreitenden, schweren Verlauf haben. In der aktuellen Fachinformation wird bereits darüber informiert, dass Fingolimod nach der ersten Dosis eine vorübergehende Bradykardie verursachen und möglicherweise einen AV-Block auslösen kann. Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass innerhalb der ersten 6 Stunden nach Behandlungsbeginn mit Fingolimod eine intensivere Überwachung der kardiovaskulären Funktionen erforderlich ist und ggf. noch länger weitergeführt werden sollte. >>>
+++ Rote-Hand-Brief +++ Korrekte Verabreichung von Velcade® (Bortezomib) erfolgt nur intravenös! Berlin, 16. Januar 2012 – Bortezomib ist ein Zytostatikum und wird in Kombination mit Melphalan und Prednison oder als Monotherapie bei der Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom eingesetzt. Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief daraufhin, dass Bortezomib ausschließlich intravenös verabreicht werden darf. Die Information enthält darüber hinaus Empfehlungen, um das Risiko einer unsachgemäßen Applikation zu reduzieren. Hintergrund des Rote-Hand-Briefs sind drei Fälle einer versehentlichen intrathekalen Applikation mit tödlichem Ausgang, die seit der Erstzulassung berichtet wurden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Potenzielle Risiken unerwünschter kardiovaskulärer oder renaler Ereignisse bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Nierenfunktionsstörungen und/oder kardiovaskulären Erkrankungen unter Aliskiren-haltigen Arzneimitteln Berlin, 6. Januar 2012 – Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass bei Patienten unter Behandlung mit Aliskiren-haltigen Arznei-mitteln eine Überprüfung notwendig ist: Diabetiker sollten nicht mit einer Kombination von Aliskiren und Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorblockern (ARB, Sartane) behandelt werden. Liegt bei Diabetikern eine solche Kombination vor, sollte Aliskiren abgesetzt und eine alternative blutdrucksenkende Medikation in Betracht gezogen werden. Betroffene Patienten sollten die Einnahme jedoch nicht beenden, bevor sie dies mit ihrem Arzt besprochen haben. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Berlin, 13. Dezember 2011 – Strattera® (Atomoxetin): neue Sicherheitsinformationen zum Risiko eines Blutdruck- und Herzfrequenz-anstiegs In einem Rote-Hand-Brief wird auf neue Sicherheitsinformationen bezüglich des bereits bekannten Risikos für einen Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg aufmerksam gemacht. Eine aktuelle Analyse der Daten aus klinischen Studien mit Atomoxetin durch den Hersteller hat gezeigt, dass bei ca. 6–12 % der behandelten Kinder und Erwachsenen eine klinisch bedeutsame Zunahme der Herzfrequenz (20 Schläge pro Minute oder mehr) und des Blutdrucks (15–20 mmHg oder mehr) auftritt. Bei etwa 15–32 % der Patienten mit klinisch relevanten Blutdruck- oder Pulsänderungen während der Atomoxetinbehandlung war der Anstieg persistierend oder zunehmend.
Der Rote-Hand-Brief informiert über die verschärften Empfehlungen zur Anwendung von Atomoxetin, die Kontraindikationen, Warnhinweise und erforderliche Untersuchungen vor und während der Behandlung betreffen. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Berlin, 23. November 2011 – Rote-Hand-Brief zu Vectibix® (Panitumumab) Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass die Kombination von Vectibix® (Panitimumab) mit Oxaliplatin-haltiger Chemotherapie bei Patienten mit KRAS-mutiertem metastasiertem kolorektalem Karzinom oder bei unbekanntem KRAS-Status kontraindiziert ist und der Nachweis des Wildtyp-KRAS-Status vor Beginn der Behandlung mit Vectibix® (Panitimumab) erforderlich ist. Vectibix® (Panitimumab) ist ein rekombinanter, vollständig humaner monoklonaler Antikörper gegen den humanen EGF-Rezeptor (epidermal growth factor) und indiziert zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom mit Wildtyp-KRAS in der Erstlinientherapie in Kombination mit FOLFOX, in der Zweitlinientherapie in Kombination mit FOLFIRI bei Patienten, die in der Erstlinientherapie eine Fluoropyrimidin-haltige Chemotherapie erhalten haben (ausgenommen Irinotecan) und als Monotherapie nach Versagen von Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-haltigen Chemotherapieregimen. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Zusammenhang von Cipramil® (Citalopramhydrobromid / Citalopramhydrochlorid) mit dosisabhängiger QT-Intervall-Verlängerung. Berlin, 31. Oktober 2011 – Citalopram ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und indiziert zur Behandlung von depressiven Erkrankungen sowie Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie. In einem Rote-Hand-Brief berichtet der Hersteller, dass Citalopram mit einer dosis-abhängigen QT-Intervall-Verlängerung in Zusammenhang gebracht wird. Die Maximaldosis von Citalopram wurde daher auf 40 mg täglich reduziert. Bei älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion beträgt sie 20 mg täglich. Citalopram ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter QT-Intervall-Verlängerung oder angeborenem Long-QT-Syndrom sowie bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern. Bei Anwendung von Citalopram bei Patienten mit erhöhtem Risiko für eine Torsade-de-Pointes-Tachykardie (z. B. bei Herzinsuffizienz, kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt, Bradyarrhythmien oder Neigung zu Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie) ist Vorsicht geboten. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Risiko für das Auftreten sekundärer Primärmalignome bei Patienten, die mit Lenalidomid (Revlimid®) behandelt werden. Berlin, 21. Oktober 2011 – Revlimid® ist in der Europäischen Union in Kombination mit Dexamethason zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben, zugelassen. Aufgrund der Beobachtung einer 4-fach höheren Inzidenz sekundärer Primärmalignome bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom unter Lenalidomid im Vergleich zu den Kontrollgruppen, wurde das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Revlimid® in der zugelassenen Indikation vom CHMP überprüft. Um auf das Risiko für das Auftreten von SPM aufmerksam zu machen, wurde in die Fachinformation ein neuer Warnhinweis aufgenommen. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Lenalidomid wurden nur in Kombination mit Dexamethason zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben, nachgewiesen. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Potentielle Risiko für veränderte Blutspiegel bei bestimmten Chargen von Advagraf® 0,5 mg Hartkapseln, retardiert. Berlin, 20. Oktober 2011 – Verordner sollten bei der Kontrolle der Tacrolimus-Blutspiegel und der klinischen Verträglichkeitsbeurteilung von Patienten, bei denen möglicherweise das Medikament aus einer der betroffenen Chargen verwendet wurde, dieser Problematik Rechnung tragen. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Patienten liegen, bei denen die Tagesgesamtdosis bei der 0,5 mg Kapsel liegt. Bei einer Erhöhung von Cmax könnten folgende typischen unerwünschten Ereignisse auftreten: Verminderung der Nierenfunktion, Störungen des Glukosestoffwechsels oder Tremor. Die Erhöhung der Exposition ist jedoch gering, so dass größere Erhöhungen von Cmax sehr unwahrscheinlich sind.
Es wird umgehend eine Rückrufaktion der betroffenen Chargen bei Apotheken und Arzneimittelgroßhändlern eingeleitet. Ersatzchargen stehen zur Verfügung. >>>
Erhöhtes Mortalitätsrisiko von pädiatrischen Patienten mit Pulmonaler Arterieller Hypertonie (PAH) bei der Verwendung von höheren als den empfohlenen Dosen von Revatio® (Sildenafilcitrat) Berlin, 8. Oktober 2011 – Revatio® enthält als wirksamen Bestandteil Sildenafil, einen Hemmstoff der Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5). Es ist unter anderem zugelassen zur Behandlung von pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis 17 Jahren mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH). In der Fachinformation wird für Patienten = 20 kg eine Dosierung von 10 mg dreimal täglich und für Patienten > 20 kg von 20 mg dreimal täglich empfohlen. Der Hersteller erinnert die verordnenden Ärzte in einem Rote-Hand-Brief daran, dass höhere Dosierungen als in der Fachinformation empfohlen, nicht verwendet werden sollten. Pädiatrische Patienten, die derzeit höhere Dosierungen verordnet bekommen, sollten innerhalb eines angemessenen Zeitraums auf die in der Fachinformation empfohlenen Dosierungen herunter titriert werden. Hintergrund ist eine klinische Studie mit Sildenafil zur Behandlung von pädiatrischen Patienten mit PAH mit Dosierungen von 10 bis 80 mg dreimal täglich, bei der unter den höheren Dosierungen ein erhöhtes Mortalitätsrisiko gegenüber den niedrigeren Dosierungen beobachtet wurde. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Tödliche infusionsbedingte Reaktionen im Zusammenhang mit der Anwendung von MabThera® (Rituximab) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis Berlin, 5. August 2011 – Rituximab ist ein chimärer, monoklonaler Antikörper, der sich gegen das auf B-Lymphozyten exprimierte CD20-Antigen richtet. Rituximab ist in bestimmten Situationen zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit bestimmten Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen und mit chronischer lymphatischer Leukämie sowie zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Zu den wesentlichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen gehören infusionsbedingte Reaktionen. In einem Rote-Hand-Brief weist der Hersteller nun darauf hin, dass die infusionsbedingten Reaktionen im Zusammenhang mit der Anwendung von Rituximab (MabThera®) auch bei Patienten mit rheumatoider Arthritis in seltenen Fällen tödlich sein können. Die Fachinformation von MabThera® wird derzeit entsprechend aktualisiert. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Informationen über das potentielle Risiko einer präkapillären, pulmonalen arteriellen Hypertonie bei Behandlung mit Dasatinib (Sprycel®) Berlin, 4. August 2011 – Dasatinib (Sprycel®) ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der im November 2006 von der European Medicines Agency (EMA) für die Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver (Ph+) chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase sowie mit CML in der chronischen bzw. akzelerierten Phase oder in der Blastenkrise mit Resistenz oder Intoleranz gegenüber einer vorherigen Behandlung einschließlich Imatinib zugelassen wurde. Angezeigt ist Dasatinib auch für die Behandlung von Erwachsenen mit Ph+ akuter lymphatischer Leukämie (ALL) oder lymphatischer Blastenkrise der CML mit Resistenz oder Intoleranz gegenüber einer vorherigen Therapie. Die Patienten sollten vor Beginn einer Behandlung mit Dasatinib auf Anzeichen und Symptome einer zugrundeliegenden kardiopulmonalen Erkrankung untersucht werden. Bei jedem Patienten, der Symptome einer Herzerkrankung aufweist, sollte zu Behandlungsbeginn eine Echokardiographie durch-geführt werden und bei Patienten mit Risikofaktoren für eine kardiale oder pulmonale Erkrankung ist eine Echokardiographie in Erwägung zu ziehen. Patienten, die nach Behandlungsbeginn Dyspnoe und Müdigkeit entwickeln, sollten hinsichtlich häufiger Ursachen, einschließlich Pleuraerguss, pulmonales Ödem, Anämie oder Lungeninfiltration untersucht werden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Hepatitis im Zusammenhang mit Umckaloabo® Berlin, 29. Juli 2011 – Umckaloabo® ist ein nicht rezeptpflichtiges pflanzliches Arzneimittel, das zur Behandlung der akuten Bronchitis bei Erwachsenen und bei Kindern ab einem Jahr zugelassen ist. Die Behandlung von Kindern unter sechs Jahren sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Der AkdÄ wurde der Fall eines 40-jährigen Mannes ohne bekannte Vorerkrankungen und ohne Dauermedikation berichtet (AkdÄ Fall-Nr. 153572), der wegen eines grippalen Infekts mit Husten für einen kurzen Zeitraum Umckaloabo® einnahm. Etwa zwei Wochen später kam es zu dumpfen Oberbauch-schmerzen und Ikterus, die stationär abgeklärt wurden.
Laborchemisch waren die Leberenzyme und das Bilirubin deutlich erhöht (ALT max. 1694, AST 787, GGT 430, AP 144 U/l, Bilirubin 110 µmol/l entspr. 6,4 mg/dl). Serologische Hinweise auf eine virale Hepatitis (Hep. A, B, C sowie EBV, CMV) oder eine Autoimmunhepatitis ergaben sich nicht. Der sonographische Befund zeigte eine Hepatosplenomegalie, endosonographisch konnte eine posthepatische Ursache ausgeschlossen werden. Die Leberhistologie wurde als medikamentös-toxische Hepatitis mit kanalikulärer Cholestase ohne Nekrosen bewertet. Im deutschen Spontanmeldesystem sind insgesamt 145 Verdachtsberichte unerwünschter Arzneimittelwirkungen von Umckaloabo® erfasst (Stand: Anfang Juni 2011). >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ EMA empfiehlt neue Kontraindikationen und Warnhinweise für pioglitazonhaltige Arzneimittel aufgrund eines leicht erhöhten Blasenkrebsrisikos London, 22. Juli 2011 - Seit Frühjahr 2011 hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) das Nutzen-Risiko-Verhältnis von pioglitazonhaltigen Arznei-mitteln im Rahmen eines Risikoverfahrens bewertet. Grundlage für die Bewertung waren Hinweise auf ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko unter Pioglitazon. In seiner Juli-Sitzung hat der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (CHMP) die Bewertung mit folgenden Empfehlungen abgeschlossen: Aufgrund eines leicht erhöhten Risikos für Blasenkrebs sollten Ärzte Pioglitazon nicht bei Patienten mit Blasenkrebs, einem Blasenkrebs in der Vorgeschichte oder einer nicht weiter untersuchten Makrohämaturie (sichtbares Blut im Urin) verschreiben. Risikofaktoren für Blasenkrebs wie Alter, Raucherstatus oder Kontakt zu bestimmten Chemikalien (z.B. aromatische Amine) sollten bei der Entscheidung für die Behandlung mit Pioglitazon berücksichtigt werden. Pioglitazon sollte nur dann angewendet werden, wenn die Patienten eindeutig von der Behandlung profitieren. Dies ist drei bis sechs Monate nach Therapiebeginn und dann in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Die Entscheidung für eine Pioglitazontherapie sollte unter Berücksichtigung der altersbedingten Risikofaktoren bei älteren Patienten besonders vorsichtig getroffen werden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Vorhofflimmern (VHF): EMA informiert erneut über die Nutzen-Risiko-Bewertung von Dronedaron (Multaq®) London, 21. Juli 2011 - Derzeit wird von der Europäischen Arzneimittelagentur eine Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Antiarrhythmikums Dronedaron durchgeführt. In einer randomisierten kontrollierten Studie (PALLAS) zeigte sich ein signifikant größeres Risiko für kardiovaskuläre Neben-wirkungen, wie kardiovaskulären Tod, Schlaganfall, oder Krankenhauseinweisungen bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern, die Dronedaron einnahmen im Vergleich zu Patienten, die Placebo erhielten. Diese Daten führten aktuell zum Abbruch der PALLAS-Studie. In der Studie sollte der Einfluss von Dronedaron als Zusatz zu einer Standardtherapie bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern und kardiovaskulären Risikofaktoren untersucht werden. Bereits im Januar 2011 wurde vom CHMP ein Verfahren zur Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses aufgrund von Berichten über schwere Leberschädigungen einschließlich Leberversagen durch Dronedaron eingeleitet. Die Daten der abgebrochenen PALLAS Studie werden derzeit in die Bewertung einbezogen, Empfehlungen werden im September erwartet. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zu Anwendungsbeschränkungen für Cardioxane® (Dexrazoxan) Berlin, 19. Juli 2011 – Cardioxane® (Dexrazoxan) ist ein Analogon der Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) mit einer Topoisomerase-II-hemmenden Aktivität. Es wird bei Krebspatienten zur Vorbeugung der Anthrazyklin-induzierten Kardiotoxizität eingesetzt. Der genaue Mechanismus der Kardio-protektion durch Dexrazoxan ist nicht abschließend geklärt. Im Juli 2010 wurde ein Rote-Hand-Brief zu Hinweisen auf ein erhöhtes Risiko für sekundäre Neoplasien bei mit Cardioxane® vorbehandelten Kindern versendet.
Aktuell informiert der Hersteller über folgende, ab sofort gültige Anwendungsbeschränkungen: Dexrazoxan ist kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen aufgrund eines erhöhten Risikos für weitere primäre Neoplasien (insbesondere akute myeloische Leukämie und myelodysplastisches Syndrom), schwerwiegender Knochenmarkdepression und schwerwiegender Infektion sowie aufgrund des unzureichenden Nachweises der klinischen Wirksamkeit. Bei erwachsenen Patienten ist die Anwendung von Dexrazoxan auf fortgeschrittenen und/oder metastasierten Brustkrebs beschränkt. Die Anwendung in Kombination mit einer adjuvanten Brustkrebstherapie oder Chemotherapie mit kurativer Zielsetzung wird nicht empfohlen.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ PALLAS-Studie zu Multaq® (Dronedaron) bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern abgebrochen Berlin, 18. Juli 2011 – Multaq® ist seit November 2009 in der EU zugelassen für erwachsene, klinisch stabile Patienten mit nicht-permanentem Vorhof-flimmern (VHF), um ein Wiederauftreten von VHF zu verhindern oder die ventrikuläre Herzfrequenz zu senken. Aufgrund von Fällen von Leberversagen hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA im Januar 2011 ein Verfahren zur Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils von Dronedaron begonnen, dessen Ergebnis aussteht. Aktuell teilen der Hersteller und die EMA mit, dass die PALLAS-Studie aufgrund von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten, die Dronedaron eingenommen hatten, abgebrochen wurde. Mit der Studie sollte der Einfluss von Dronedaron als Zusatz zur Standard-therapie auf die Rate von kardiovaskulären Ereignissen oder Todesfällen bei Patienten über 65 Jahre mit permanentem Vorhofflimmern gegenüber Placebo untersucht werden. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) bei der EMA will noch im Juli über die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen entscheiden. Dronedaron sollte nur in den zugelassenen Indikationen eingesetzt werden, nicht bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern. Da es weniger wirksam ist als Amiodaron, kommt es aus Sicht der AkdÄ vor allem in Betracht, wenn Amiodaron nicht vertragen wurde. >>>
Paris/London, 10.6.2011 – Die französische Arzneibehörde Afssaps hat beschlossen, die Zulassung für das orale Antidiabetikum Pioglitazon (Actosund Competact) zu suspendieren. Grund hierfür sind die seit gestern verfügbaren Ergebnisse einer französischen Kohortenstudie. In dieser Studie wurde die Häufigkeit des Auftretens von Blasenkrebs bei Diabetikern, die pioglitazonhaltige Arzneimittel einnahmen, mit dem von Diabetikern verglichen, die keine pioglitazon-haltigen Arzneimittel einnahmen. Ärzte sollten derzeit keine Patienten neu auf ein pioglitazonhaltiges Arzneimittel einstellen. Auch das BfArM rät derzeit vom Gebrauch pioglitazonhaltiger Arzneimittel ab. Patienten, die zur Zeit ein pioglitazonhaltiges Arzneimittel einnehmen, wird geraten, die Anwendung nicht ohne vorherige Beratung durch ihren behandelnden Arzt zu beenden, da sonst die Möglichkeit eines unkontrollierten Anstieges der Blutzuckerkonzentration mit gesundheitlichen Risiken besteht. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Muskeltoxizität – FDA warnt vor 80mg-Simvastatin Tagesdosisdosis zu Beginn einer Therapie
Rockville, 8.6.2011 – Die US-Arzneibehörde rät, Simvastatin (Zocor) in der Tagesdosis von 80 mg nur noch den Patienten zu verordnen, die das Mittel bereits seit 12 Monaten ohne Muskeltoxizität vertragen haben. Bei Patienten, die erstmalig eingestellt werden, sollte diese Therapie nicht mehr mit einer Tagesdosis von 80 mg begonnen werden. Patienten, die unter der Dosis von 40 mg Simvastatin das Therapieziel nicht erreichen, empfiehlt die FDA einen Wechsel auf andere Präparate.
Die Behörde weist weiterhin auf die Notwendigkeit hin, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten.
Medizinisches Fachpersonal und Patienten sind aufgefordert, unerwünschte Ereignisse, Nebenwirkungen oder Probleme im Zusammenhang mit der Verwendung dieser Produkte an die FDA MedWatch Sicherheitshinweise und Adverse Event Reporting Program zu melden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Keratitis und ulzerativer Keratitis im Zusammenhang mit Vectibix® (Panitumumab). Berlin, 16.5.2011 – Nach der Zulassung wurden seltene Fälle von schwerwiegender Keratitis und ulzerativer Keratitis berichtet. Keratitis und ulzerative Keratitis können zu einer dauerhaften Schädigung des Sehvermögens führen. Eine ulzerative Keratitis stellt einen augenärztlichen Notfall dar. Patienten, die unter Behandlung mit Panitumumab Symptome entwickeln, die auf eine Keratitis hindeuten, wie Entzündung des Auges, verstärkte Tränensekretion, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, Schmerzen im Auge oder gerötetes Auge, sollten umgehend an einen Augenarzt überwiesen werden. Panitumumab ist ein rekombinanter, vollständig humaner monoklonaler Antikörper gegen den humanen EGF-Rezeptor (epidermal growth factor). Er ist als Monotherapie zugelassen zur Behandlung des metastasierten, EGFR-exprimierenden kolorektalen Karzinoms mit nicht-mutiertem (Wildtyp-) KRAS-Gen bei Patienten, bei denen Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-haltige Chemotherapieregime versagt haben. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Pankreaskarzinome im Zusammenhang mit Exenatid (Byetta®) Berlin, 13.5.2011 – Exenatid gehört zur Gruppe der Inkretinmimetika und ist in Kombination mit Metformin, Sulfonylharnstoffen oder einem Glitazon zugelassen zur Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, wenn durch eine orale Therapie allein keine angemessene Blutzuckerkontrolle erreicht werden kann. Zu den häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Exenatid gehören gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Häufig wird unter Exenatid ein (oft auch erwünschter) Gewichtsverlust beobachtet. Die AkdÄ hat im Jahr 2008 auf Fälle von Pankreatitiden im Zusammenhang mit der Anwendung von Exenatid aufmerksam gemacht. Der AkdÄ wurden zwei Fälle gemeldet, bei denen bei mit Exenatid behandelten Patienten ein Pankreaskarzinom diagnostiziert wurde. >>>
Rote-Hand-Brief zum Auftreten von Thromboembolien im Zusammenhang mit Thalidomide Celgene(TM) (Thalidomid)
Berlin, 27. April 2011 – Thalidomid ist in Kombination mit Melphalan und Prednison zugelassen für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit unbehandeltem multiplen Myelom ab einem Alter von 65 Jahren bzw. von Patienten, für die eine hochdosierte Chemotherapie nicht in Frage kommt.
Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von arteriellen thromboembolischen Ereignissen (einschließlich Myokardinfarkte und zerebrovaskuläre Ereignisse) zusätzlich zu dem bekannten Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse bei Patienten, die mit Thalidomid behandelt werden.
Bei den meisten Patienten mit venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignissen im Zusammenhang mit einer Thalidomid-Behandlung lagen erkennbare Risikofaktoren für Thromboembolien vor. Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um alle beeinflussbaren Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse (z. B. Rauchen, Hypertonie und Hyperlipidämie) zu mindern. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Informationsbrief zur Einstellung der Produktion von Anemet® 200 mg Tabletten (Dolasetronmesilat) aufgrund des potentiellen Risikos für das Auftreten von Arrhythmien
Berlin, 27. April 2011 – Dolasetron ist ein selektiver Serotonin-(5-HT3-)Rezeptorantagonist. Bislang war die Darreichungsform 200 mg Tabletten zugelassen zur Vorbeugung und Behandlung vonÜbelkeit und Erbrechen bei zytostatischer Chemotherapie einschließlich hoch dosierten Cisplatins. Im Februar dieses Jahres hat der Hersteller über den Verzicht auf die Zulassung der intravenösen Formulierung von Dolasetronmesilat aufgrund des Risikos von Arrhythmien informiert (AkdÄ Drug Safety Mail 2011-144). Aktuell wird mitgeteilt, dass weitergehende pharmakokinetische Auswertungen nahelegen, dass auch nach Einnahme der Dosis von 200 mg als Tablette höhergradige Verlängerungen des QT-Intervalls nicht auszuschließen sind. Der Hersteller hat daher entschieden, die o. g. Indikation für alle Darreichungsformen und Stärken aufzugeben und aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion aller Wirkstärken und Darreichungsformen von Dolasetron einzustellen. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Information über die freiwillige Marktrücknahme von Onsenal® (Celecoxib) im Anwendungsgebiet Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP)
Berlin, 12. April 2011 – Die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) beruht auf der Mutation eines Tumorsuppressorgens. Sie ist eine obligate Präkanzerose und geht mit einem sehr hohen Entartungsrisiko ab dem 15. Lebensjahr einher. Onsenal® wurde zugelassen zur Reduzierung der Anzahl von adenomatösen Darmpolypen bei FAP, als Ergänzung zu chirurgischen Maßnahmen und endoskopischen Kontrollen. Der Hersteller informiert über die freiwillige Marktrücknahme des Arzneimittels in den Ländern der EU, da es bislang nicht gelungen ist, die von der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geforderten Wirksamkeitsdaten zur Bestätigung des klinischen Wirksamkeit von Celecoxib bei FAP vorzuweisen. Dies wird auf den nur langsam fortschreitenden Einschluss von Patienten in die Children's International Polyposis (CHIP)-Studie begründet.
Patienten, die aktuell mit Onsenal® behandelt werden, sollte geraten werden, innerhalb eines Monats ihren Arzt aufzusuchen. Die Celecoxib-haltigen Produkte mit Zulassung zur Behandlung anderer Indikationen, wie z. B. Osteoarthritis, rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen und Morbus Bechterew, sind weiterhin verfügbar.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Potentielles Risiko für das Auftreten von primären Zweittumoren bei Patienten, die mit Revlimid® (Lenalidomid) behandelt werden
Berlin, 4. April 2011 – Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über eine höhere Inzidenz an primären Zweittumoren bei Patienten, die im Rahmen klinischer Studien außerhalb der zugelassenen Indikation (Off-Label-Use) mit Lenalidomid behandelt wurden, im Vergleich zu den Kontroll-gruppen. Aufgrund dieser Beobachtung wird derzeit das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Lenalidomid in der zugelassenen Indikation vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) überprüft.
Eine Empfehlung, die Anwendung von Lenalidomid in der zugelassenen Indikation zu verschieben, zu ändern oder einzuschränken gibt es bislang nicht; beim nicht empfohlenen Off-Label-Use sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden. Weitere Informationen sind nach Abschluss der CHMP-Bewertung zu erwarten. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zum Risiko von Thromboembolien bei subkutaner oder unsachgemäßer intravenöser Anwendung von Vivaglobin® (humanes Immunglobulin).
Berlin, 30. März 2011 – Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief auf das Risiko von Thromboembolien bei subkutaner oder unsachgemäßer intravenöser Anwendung von Vivaglobin® hin. Vivaglobin® enthält normales Immunglobulin vom Menschen und wird zur Substitutionstherapie bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt.
Seltene Fälle arterieller und venöser thromboembolischer Ereignisse wurden nach Anwendung von Vivaglobin® berichtet. Insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse ist Vorsicht bei der Verschreibung von Vivaglobin® geboten.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zur Einschränkung aller Anwendungsgebiete von Tygacil® (Tigecyclin) aufgrund erhöhter Mortalität in klinischen Studien Berlin, 17.03.2011 – Tigecyclin ist ein Glycylcyclin-Antibiotikum. Es ist zugelassen zur Behandlung von komplizierten Haut- und Weichgewebsinfektionen (außer bei Infektionen des Diabetischen Fußes) und komplizierten intraabdominellen Infektionen. Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass Tigecycylin nur noch dann angewendet werden sollte, wenn bekannt ist oder vermutet wird, dass andere Antibiotika nicht geeignet sind. Hintergrund der Anwendungsbeschränkung sind klinische Studien, in denen bei Patienten, die mit Tigecyclin behandelt wurden, höhere Mortalitätsrate beobachtet wurden als bei Patienten, die andere Antibiotika als Vergleichsmedikationen erhielten. Bei Patienten, bei denen es unter Behandlung mit Tigecyclin zu einer Superinfektion kommt, vor allem zu einer nosokomialen Pneumonie, scheinen die Therapieergebnisse ungünstiger zu sein. Patienten sollten daher engmaschig hinsichtlich Superinfektionen überwacht und ggf. auf eine alternative antibiotische Therapie umgestellt werden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Multiple aktinische Keratosen (Carcinomata in situ der Haut) nach langjähriger topischer Anwendung von Tacrolimus (Protopic®) Berlin, 11.3. 2011 – Systemisch wird Tacrolimus von Astellas Pharma zur Prophylaxe und Behandlung der Transplantatabstoßung bei Leber-, Nieren- oder Herztransplantatempfängern angewendet. Wegen eines wahrscheinlich erhöhten Risikos für das Auftreten von Lymphomen und eines nicht aus- zuschließenden erhöhten Risikos von Hautkrebserkrankungen im Zusammenhang mit topisch angewendetem Tacrolimus und Pimecrolimus sollten sich die Anwendung und die eingesetzten Dosierungen strikt an den zugelassenen Indikationen orientieren. Wegen eines wahrscheinlich erhöhten Risikos für das Auftreten von Lymphomen und eines nicht auszuschließenden erhöhten Risikos von Hautkrebserkrankungen im Zusammenhang mit topisch angewendetem Tacrolimus und Pimecrolimus sollten sich die Anwendung und die eingesetzten Dosierungen strikt an den zugelassenen Indikationen orientieren. Die beiden Substanzen sollten nur zur Zweitlinienbehandlung eingesetzt werden und eine Anwendung bei Kindern unter zwei Jahren sowie bei immungeschwächten Patienten muss vermieden werden. Während der Behandlung sollte die Haut nicht dem (natürlichen oder künstlichen) Sonnenlicht ausgesetzt werden. Bei längerfristiger Anwendung sind regelmäßige Untersuchungen auf suspekte Hautveränderungen empfohlen. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Einschränkung der Anwendungsgebiete von Zerit® (Stavudin) aufgrund potenziell schwerer Nebenwirkungen Berlin, 8.2.2011 – Stavudin ist ein nukleosidanaloger Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI) und in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zugelassen für die Behandlung von HIV-infizierten Patienten. Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über die Einschränkung der Anwendungs-gebiete von Stavudin. Die Substanz sollte nur verwendet werden, wenn es keine Alternativen gibt und in diesen Fällen nur über den kürzest möglichen Zeitraum. Eine neue Bewertung des Sicherheitsprofils von Stavudin hat ergeben, dass das Risiko einer potentiell schweren Toxizität im Vergleich zu anderen HIV-Therapien erhöht ist. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die zu einer Neubewertung des Nutzen-Risiko-Profils von Stavudin geführt haben, gehören Laktatazidose, Lipoatrophie und periphere Neuropathie. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Anemet® 100 mg i.v. Injektionslösung (Dolasetronmesilat): Verzicht auf Zulassung der intravenösen Formulierung aufgrund des Risikos von Arrhythmien
Berlin, 10.02.2011 – Dolasetron ist ein selektiver Serotonin-(5-HT3-)Rezeptorantagonist. Die intravenöse Formulierung war bislang zugelassen zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei zytostatischer Chemotherapie einschließlich hoch dosierten Cisplatins. Der Hersteller informiert in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko von kardialen Nebenwirkungen durch eine dosisabhängige Verlängerung des QT-, PR- und QRS-Intervalls. Das Risiko wird bei intravenöser Verabreichung als nicht vertretbar eingestuft. Der pharmazeutische Unternehmer verzichtet auf die Zulassung und zieht die intravenöse Formulierung von Anemet® vom Markt zurück; die oralen Darreichungsformen sind von der negativen Nutzen-Risiko-Analyse nach Aussage des pharmazeutischen Unternehmers nicht betroffen. Es wird empfohlen, keine neuen Verordnungen von Anemet® i.v. vorzunehmen und andere verfügbare intravenöse Therapieoptionen für diese Indikationen in Betracht zu ziehen.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Einschränkung der Anwendungsgebiete von Modafinil (Vigil®) Berlin, 8.2.2011 – Modafinil ist ein zentral wirksames Sympathomimetikum, das über einen nicht exakt bekannten Wirkmechanismus die Wachheit fördert. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat aufgrund von schwerwiegenden Hautreaktionen, von psychiatrischen Erkrankungen (Suizid-gedanken, Depression und psychotische Reaktionen) und kardiovaskulären Reaktionen (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen) im Zusammenhang mit Modafinil das Nutzen-Risiko-Profil in den verschiedenen zugelassenen Indikationen bewertet.
Die Zulassung in den Indikationen obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) und chronisches Schichtarbeitersyndrom (SWSD) wurde aufgrund eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses zurückgezogen. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Aus der UAW-Datenbank: Abhängigkeitspotenzial von Pregabalin (Lyrica®) Berlin, 28.01.2011 – Pregabalin ist zugelassen zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen (beispielsweise bei Diabetes mellitus, Gürtelrose [Herpes zoster] oder Rückenmarksverletzungen), als Zusatztherapie bei Epilepsiepatienten mit partiellen Anfällen und bei generalisierten Angststörungen. Die AkdÄ wurde über den Fall eines 39-jährigen Patienten informiert, der wegen einer generalisierten Angststörung mit Pregabalin behandelt wurde. Mehrfache Versuche des Patienten, sich Rezepte zu erschleichen, und das Eingeständnis, bis zu 3000 mg des Medikaments täglich einzunehmen (empfohlene Tageshöchstdosis 600 mg), lassen auf eine Abhängigkeit schließen. Der meldende Arzt berichtet, dass ihm durch Kollegen weitere Fälle von Abhängigkeit von Pregabalin bekannt seien. Die Hinweise auf ein Missbrauchspotenzial von Pregabalin wurden in diesem Jahr unter die Warnhinweise in die Fachinformation aufgenommen >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Dexrazoxan: Risikobewertungsverfahren zur Abklärung eines potentiell erhöhten Risikos für Zweitmalignome
Berlin, 28.01.2011 – Das BfArM informiert im Rahmen eines Stufenplanvefahrens, Stufe II, über die Einleitung eines Risikobewertungsverfahrens nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG. Dexrazoxanhaltige Arzneimittel werden zur Vorbeugung von kardiotoxischen Effekten durch Anwendung der Anthrazykline Doxorubicin und Epirubicin bei Patienten mit fortgeschrittener und/oder metastasierter Krebserkrankung eingesetzt.
Gegenstand der Bewertung ist ein mögliches Risiko für das Auftreten von akuter myeloischer Leukämie (AML), myelodysplastischen Syndromen (MDS) und soliden Tumoren bei pädiatrischen Patienten, die dexrazoxanhaltige Arzneimittel zur Vorbeugung anthrazyklininduzierter Kardiotoxizität erhielten. Ergebnisse randomisierter klinischer Studien und die derzeit publizierte Literatur deuten darauf hin, dass diese Arzneimittel mit einem dreifach erhöhten Risiko für Sekundärtumore, insbesondere AML und MDS assoziiert sein könnten. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zum Zusammenhang von Cubicin® (Daptomycin) und eosinophiler Pneumonie 21.01.2011 – Der Hersteller informiert über Fälle von eosinophiler Pneumonie, die im Zusammenhang mit der Anwendung von Daptomycin berichtet wurden. Cubicin® ist ein Lipopeptid-Antibiotikum, das ausschließlich gegen grampositive Bakterien aktiv ist. Es ist zugelassen für die Behandlung von komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen (Complicated Skin and Soft-Tissue Infections; cSSTI), bei rechtsseitiger infektiöser Endokarditis (RIE) aufgrund von Staphylococcus aureus und bei Staphylococcus-aureus-Bakteriämie assoziiert mit RIE oder mit cSSTI. Zu den Symptomen einer eosinophilen Pneumonie zählen Husten, Fieber und Dyspnoe. Diagnostisch finden sich diffuse Infiltrate in der radiologischen Bildgebung sowie erhöhte Eosinophilenzahlen im Lungengewebe oder der bronchoalveolären Lavage-Flüssigkeit. In schweren Fällen kann eine hypoxische respiratorische Insuffizienz auftreten, die eine künstliche Beatmung erfordert. Bei Anzeichen für eine eosinophile Pneumonie unter Daptomycin-Behandlung sollte umgehend reagiert werden. Daptomycin sollte sofort abgesetzt und der Patient, sofern erforderlich, mit Kortikosteroiden behandelt werden. Bei Patienten mit vermuteter oder bestätigter eosinophiler Pneumonie soll Daptomycin nicht erneut verabreicht werden.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ FDA: Warnhinweis auf Leberschäden durch Dronedaron 15.01.2011 – Die Food and Drug Administration (FDA) hat angeordnet, dass in die Produktinformation von Dronedaron (Multaq)® ein Warnhinweis auf das Risiko von Leberschäden aufgenommen wird. Die FDA weist auf seltene Fälle schwerer Leberschäden bei Einnahme von Dronedaron hin. Darunter sind zwei Patienten mit akutem Leberversagen, das eine Lebertransplantation erforderlich machte. Ärzte und Apotheker sollen Patienten, die Dronedaron einnehmen, darauf hinweisen, dass sie sofort einen Arzt kontaktierten, wenn sie Hinweise auf eine Leberschädigung wahrnehmen, z. B. Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Fatigue, Schmerzen im rechten oberen Quadranten, Gelbsucht, dunklen Urin oder Hautjucken). >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zu möglichem Gehalt an Endotoxin in den Peritonealdialyse-Lösungen Dianeal®, Extraneal®, Nutrineal® 20.12.2010 – Der Hersteller informiert über erhöhte Endotoxin-Konzentrationen in Chargen der Peritonealdialyse-Lösungen Dianeal®, Extraneal® und Nutrineal® und dem damit verbundenen Risiko für das Auftreten einer aseptischen Peritonitis. Obwohl wahrscheinlich nur wenige Beutel betroffen sind, sei es nicht möglich zu ermitteln, um welche es sich handelt. Um den Bedarf weiter zu decken, werden alle betroffenen Chargen sukzessive zurückgenommen, sobald Ersatzchargen verfügbar sind (der Austausch wird voraussichtlich im März 2011 vollständig abgeschlossen sein). Hinsichtlich des Endotoxin-Expositionsrisikos enthält der Rote-Hand-Brief Hinweise zur Nutzen-Risiko-Abwägung bei weiterer Anwendung der betroffenen PD-Lösungen, zum Einsatz alternativer PD-Therapien, Lösungen oder Dialysemethoden sowie zum empfohlenen Vorgehen bei der Vergabe der neuen, nicht betroffenen PD-Lösungen. Darüber hinaus werden Informationen zu klinischen Maßnahmen bei Verdacht auf eine aseptische Peritonitis gegeben. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) - Marktrücknahme von Thelin® (Sitaxentan) Bonn – Nach zwei Todesfällen infolge Leberversagens hat der Hersteller Pfizer das Medikament Thelin® (Sitaxentan) weltweit vom Markt genommen. Auch alle klinischen Studien sollen abgebrochen werden. Das BfArM wurde über die beabsichtigte Vertriebseinstellung von Thelin® durch die Firma Pfizer informiert. Sitaxentan ist seit 2007 als Thelin® auf dem deutschen Markt eingeführt. Derzeit werden ungefähr 600 Patienten mit diesem Arzneimittel behandelt. Patienten sollten die Einnahme von Sitaxentan nicht ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt beenden. Patienten, die derzeit mit Sitaxentan behandelt werden, wird empfohlen ihren Arzt aufzusuchen, um auf eine geeignete alternative Therapie umgestellt zu werden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zum möglichen Risiko von Kieferosteonekrosen bei Behandlung mit Sunitinib (Sutent®) und gleichzeitiger oder vorheriger Anwendung von Bisphosphonaten
Sunitinib ist ein Hemmstoff verschiedener Rezeptor-Tyrosinkinasen (RTKs), die mit dem Tumorwachstum, der Angioneogenese und der Entwicklung von Metastasen bei Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden. Es ist zugelassen zur Behandlung nicht resezierbarer und/oder metastasierter maligner gastrointestinaler Stromatumore (GIST), wenn eine Behandlung mit Imatinibmesilat fehlgeschlagen ist, zur Behandlung fortgeschrittener/metastasierter Nierenzellkarzinome sowie bei nicht resezierbaren oder metastasierten, gut differenzierten pankreatischen neuroendokrinen Tumoren mit Krankheitsprogression. Der Hersteller informiert über Fälle von Kieferosteonekrosen, die in Verbindung mit Sunitinib berichtet wurden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ FDA warnt erneut vor Interaktion zwischen Clopidogrel und Omeprazol Der gleichzeitige Einsatz von Omeprazol könne die Wirksamkeit von Clopidogrel herabsetzen, so der Hinweis der FDA. Patienten, die Clopidogrel zusammen mit ASS nach Implantation eines Koronarstents einnehmen, können aufgrund einer plötzlichen Stentthrombose an einem Herzinfarkt sterben. Im Hinblick auf die Wirkstoffklasse der Protonenpumpenhemmer (PPI), gilt diese Empfehlung nur für Omeprazol und nicht für alle PPI, denn nicht alle haben die gleiche PPI hemmende Wirkung auf das Enzym (CYP 2C19), das entscheidend zur Umwandlung von Plavix in seine aktive Form ist. Pantoprazol (Protonix) könne hier eine Alternative sein. Es ist ein schwacher Hemmer von CYP2C19 und hat weniger Einfluss auf die pharmakologische Wirkung von Plavix als Omeprazol. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Rote-Hand-Brief zu Laboruntersuchungen bei Behandlung mit Leflunomid Leflunomid ist ein antirheumatisches Basistherapeutikum ("disease modifying antirheumatic drug", DMARD) mit immunmodulatorischen, antiproliferativen und antiphlogistischen Eigenschaften. Es ist indiziert zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver rheumatoider Arthritis. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit Leflunomid zählen unter anderem Leberschäden unterschiedlichen Schweregrads und hämatologische Reaktionen. Der Hersteller weist jetzt in einem Rote-Hand-Brief daraufhin, dass wie in der Fachinformation aufgeführt vor Beginn einer Behandlung mit Leflunomid sowie alle zwei Wochen in den ersten sechs Monaten der Behandlung die ALT (SGPT) und ein vollständiges Blutbild (einschließlich Differenzialblutbild und Blutplättchen) kontrolliert werden müssen. Anschließend sollen diese Werte alle acht Wochen kontrolliert werden. >>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Schwere Fetopathien durch Einnahme von Sartanen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel Die Anwendung von Sartanen sowie von ACE-Hemmern im zweiten und dritten Trimenon kann fetotoxische Wirkungen wie Nierenfunktionsstörungen, Oligohydramnion und Verlangsamung der Schädelossifikation nach sich ziehen und beim Neugeborenen zu Nierenversagen, Hypotonie und Hyperkaliämie führen. Als Ursache wird eine Perfusionsstörung in fetalen Organen diskutiert, die zu Entwicklungsstörungen nach der Organogenese führen kann. Eindeutige Hinweise auf teratogene Effekte im ersten Trimenon liegen bisher nicht vor. Die Einnahme von ACE-Hemmern und Sartanen wird daher im ersten Schwangerschaftstrimenon nicht empfohlen und ist im zweiten und dritten explizit kontraindiziert. Der AkdÄ wurden in kurzem Abstand zwei Fälle gemeldet, in denen Sartane trotz bestehender Kontraindikation während des zweiten bzw. dritten Trimenons eingenommen wurden und es zu fetalen Schäden gekommen ist. Lesen sie den kompletten Beitrag.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ Mitteilung zu Überdosierungen der Memantinhydrochlorid-haltigen Arzneimittel Axura® und Ebixa® durch Verabreichungsfehler bei Anwendung der Dosierpumpe Das Antidementivum Memantin ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Memantin soll durch antagonistische Aktivität am NMDA (N-Methyl-D-Aspartat)-Rezeptor vor der Wirkung pathologisch erhöhter toxischer Konzentrationen von Glutamat schützen, die bei Alzheimer-Demenz zu neuronalen Funktionsstörungen beitragen sollen. Die Hersteller von Memantinhydrochlorid-haltigen Lösungen weisen auf Überdosierungen hin, die seit Einführung einer neuen Dosierpumpe im Februar diesen Jahres gemeldet wurden. Die Überdosierungen sind durch Verwechslung der durch die neue Dosierpumpe abgegebenen Dosis mit der durch die zuvor eingesetzte Tropfflasche abgegebenen Dosis entstanden. Mit einer Pumpbewegung der Dosierpumpe werden 0,5 ml Lösung abgegeben; dies entspricht 5 mg Memantinhydrochlorid. Die tägliche Höchstdosis beträgt 20 mg oder 4 Pumpbewegungen. Lesen Sie die Informationen des Herstellers.>>>
+++ Neue Risikoinformation +++ MRT-Befunde über Anomalien des Gehirns und Bewegungsstörungen bei Patienten, die mit Sabril® (Vigabatrin) behandelt wurden Der Hersteller informiert über Fälle von Anomalien des Gehirns im Zusammenhang mit Vigabatrin, die in MRT-Befunden beschrieben wurden. Betroffen waren vor allem Kleinkinder, die mit hohen Vigabatrin-Dosen wegen infantiler Spasmen therapiert wurden. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist gegenwärtig nicht bekannt. Darüber hinaus wurden bei Patienten, die wegen infantiler Spasmen behandelt wurden, Bewegungsstörungen, inklusive Dystonie, Dyskinesie und erhöhtem Muskeltonus berichtet. Als Konsequenz aus diesen Informationen wird empfohlen, das Nutzen-Schaden-Verhältnis von Vigabatrin bei jedem Patienten individuell zu beurteilen. Wenn Bewegungsstörungen während der Therapie mit Vigabatrin neu auftreten, sollte eine Dosisreduktion oder ein graduelles Beenden der Therapie in Betracht gezogen werden. >>>
+++ Opioid-induzierte Obstipation +++ Mitteilung über Berichte von gastrointestinalen Perforationen im Zusammenhang mit der Gabe von Relistor® Berlin, 10. September 2010 – Relistor® (Wirkstoff Methylnatrexoniumchlorid) ist ein peripherer Opioidantagonist. Aufgrund der eingeschränkten Fähigkeit von Methyl-natrexoniumchlorid die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, soll es an peripheren Geweben seine Wirkung entfalten ohne die opioidvermittelten analgetischen Effekte im zentralen Nervensystem zu beeinflussen. Relistor® wird subkutan verabreicht und ist zugelassen zur Behandlung einer opiodinduzierten Obstipation bei Patienten, die in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eine palliative Behandlung erhalten und auf übliche Laxantien nicht ausreichend ansprechen. Der Hersteller weist auf Fälle von gastrointestinalen Perforationen hin, die bei mit Relistor® behandelten Patienten aufgetreten sind. Weltweit wurden bis Ende März dieses Jahres zehn medizinisch bestätigte Fälle von Darmperforation gemeldet. Aufgrund der schwerwiegenden Ereignisse soll das Arzneimittel bei Patienten mit bekannten oder vermuteten Läsionen des GI-Trakts nur mit Vorsicht angewendet werden und Patienten sollen dazu angehalten werden, schwere, anhaltende und/oder sich verschlechternde abdominelle Symptome umgehend mitzuteilen. >>>
+++ Therapie mit Ezetimib (Ezetrol®) +++ Cholesterinsenker begünstigt möglicherweise Atherosklerose Köln – Der zur Senkung des Cholesterins verwendete Wirkstoff Ezetimib kann ungünstige Veränderungen der Zusammensetzung der Blutfette bewirken und somit eine Atherosklerose möglicherweise begünstigen. Das ergibt eine aktuelle Studie der Uniklinik Köln, die in der Online-Ausgabe des European Heart Journal (2010; doi: 10.1093/eurheartj/ehq181) veröffentlicht wurde. Ezetimib wird meist zusammen mit Statinen angewendet, um deren cholesterinsenkende Wirkung zu verstärken. Es kann auch allein gegeben werden, wenn Statine nicht vertragen werden. In Studien mit Statinen wurde bewiesen, dass Herzinfarkte vermindert auftreten und die Sterblichkeit verringert wird. Vergleichbare Studien, die entsprechende Endpunkte untersuchen, gibt es für den Wirkstoff Ezetimib bisher nicht. >>>
+++ Avastin® (Bevacizumab) +++ Wichtige sicherheitsrelevante Informationen für Fachkreise Grenzach-Wyhlen 3. Mai 2010 – Bei bis zu 5 Prozent aller Patienten kommt es unter der Therapie mit Bevacizumab zu Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen. Das teilte der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mit. Die meisten Reaktionen verlaufen milde. Die Häufigkeit schwerer Zwischenfälle wird mit 0,2 Prozent angegeben. Immunologische Reaktionen sind bei monoklonalen Antikörpern, zu denen auch der Wirkstoff Bevacizumab gehört, nicht ungewöhnlich. Die Patienten müssen deshalb während und nach der Infusion auf Zeichen einer Überempfindlichkeit hin überwacht werden. Mögliche Symptome sind eine Dyspnoe, eine Rötung beziehungsweise ein Hautausschlag, eine Hypo- oder Hypertonie, eine verminderte Sauerstoffsättigung, Schmerzen im Brustkorb sowie Schüttelfrost und Übelkeit/Erbrechen. >>>
+++ Bufexamac-haltige Arzneimittel zur topischen Anwendung +++ Widerruf der Zulassungen in der EU wegen ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses Bonn – Die Bewertung des BfArM, dass Bufexamac-haltige Arzneimittel zur topischen Anwendung in den zugelassenen Indikationen ein insgesamt ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis aufweisen und die Zulassungen deshalb zu widerrufen sind, wurde im Rahmen eines Verfahrens nach Art. 107 der Richtlinie 2001/83/EG durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) auf seiner April-Sitzung bestätigt. Bufexamac-haltige Arzneimittel wurden in der Dermatologie und Proktologie zur Behandlung von chronischen Ekzemen und Dermatosen sowie bei Entzündungen in der Analregion angewendet Die Zulassung wurde widerrufen wegen des erhöhten Risikos von Kontaktekzemen. Patienten, die derzeit Bufexamac-haltige Arzneimittel anwenden, sollten mit ihrem Arzt oder Apotheker über mögliche Alternativen sprechen. >>>
+++ Nach Betrugsverdacht bei Krebsmedikamenten +++ Rezepturhersteller fordern einheitliche Sicherheitsstandards für patientenindividuelle Infusionen Hamburg, 26.4.2010 – In der letzten Woche ging erneut ein Betrugsskandal bei Krebsmedikamenten durch die Presse. Als Konsequenz aus den zahlreichen Betrugsverdachtsfällen mahnt der Bundesverband der Rezeptur Herstellbetriebe e.V. (BRH) die Einführung bundeseinheitlicher Qualitäts- und Sicherheitsstandards an. Bei der Herstellung von patientenindividuellen Infusionen wie zum Beispiel Zytostatika müssen für alle strenge Kontroll- und Dokumentationspflichten gelten, wie sie in Rezeptur Herstellbetrieben und auch sonst in der gesamten Pharmaindustrie seit Jahren Standard sind. Durch bundesweit einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsvorschriften können bestehende Sicherheitslücken bei der Herstellung individueller Infusionen geschlossen werden, so der BRH. >>>
+++ Thrombozytenaggregationshemmer +++ EMA empfiehlt Rückruf für Clopidogrel-Generika London, 25.3.2010. Die europäische Arzneimittelagentur EMA hat den Rückruf verschiedener Clopidogrel-Generika empfohlen. Betroffen seien Präparate, deren Wirkstoff Clopidogrelbesilat vom indischen Unternehmen "Glochem" hergestellt würden, bestätigte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn. Betroffen sind in Deutschland unter anderem Präparate der Generikaunternehmen Clopidogrel Acino, Clopidogrel Acino Pharma, Clopidogrel Acino Pharma GmbH, Clopidogrel Hexal, Clopidogrel Ratiopharm, Clopidogrel Ratiopharm GmbH und Clopidogrel Sandoz. Zulassungsinhaber für die Medikamente sind in allen Fällen das Baseler Unternehmen Acino Pharma. >>>
+++ Avandia soll Herzinfarkt auslösen +++ Regierungreport empfiehlt Avandia (Rosiglitazon)vom Markt zu nehmen New York, 19.2.2010. Laut einem Bericht der "New York Times" ist das Diabetes-Medikament Avandia für Hunderte Todesfälle verantwortlich. Die US-Regierung plant angeblich, das Mittel vom Markt zu nehmen und setzt auf Alternativen. Das Diabetes-Medikament Avandia ist offenbar schwer gesundheitsschädlich. Das berichtet die Online-Ausgabe der "New York Times" ("NYT") unter Berufung auf einen internen Regierungsbericht. Dem vertraulichen Dokument zufolge könne das Medikament der Firma GlaxoSmithKline tödliche Herzkrankheiten auslösen. Allein im dritten Quartal 2009 habe das Mittel mit dem Wirkstoff Rosiglitazon 304 Todesfälle verursacht. Der Regierungreport empfehle, Avandia vom Markt zu nehmen, berichtet die "New York Times". Stattdessen sollten Diabetes-Mittel mit anderem Wirkstoff verschrieben werden: Würde jeder Diabeteskranke von nun an das Mittel Actos nehmen, könnten 500 Herzinfarkte und 300 Herzinsuffizienzen pro Monat verhindert werden, zitiert die "NYT" eine weitere Empfehlung des Regierungsreports. Eine Untersuchung des US-Senats sei zudem zu dem Ergebnis gekommen, dass GlaxoSmithKline es versäumt habe, Diabetes-Patienten rechtzeitig zu warnen. Die Studie soll offenbar heute veröffentlicht werden.>>>
+++ FDA zu Erythropoese-stimulierenden Arzneimitteln (ESA) +++ Erythropoetin nur noch an informierte Krebspatienten abgeben Washington, 16.2.2010 – Die US-Arzneibehörde FDA hat ein Risiko-Management-Programm beschlossen, das eine unkritische Therapie von Krebspatienten mit erythropoetin-stimulierenden Substanzen (ESA) verhindern soll. Onkologen müssen sich registrieren lassen und Patienten nachweislich über mögliche Risiken informieren. Betroffen sind die Präparate Epogen, Procrit und Aranesp, die zum Einsatz bei Krebspatienten zugelassen sind. Bei Krebspatienten kommt es infolge der Tumorerkrankung oder als Nebenwirkung der Chemotherapie häufig zu einer Anämie, die durch ESA gelindert werden kann. In den vergangenen Jahren hatten verschiedene Studien gezeigt, dass ESA das Tumorwachstum stimulieren und die Überlebenszeit der Krebspatienten verkürzen kann. Laut FDA ist ebenfalls ein erhöhtes Risiko von Herzinfarkten, Herzinsuffizienz, Schlaganfällen und Thrombosen durch Studien belegt. >>>
Die Hartkapseln enthalten statt des Lipasehemmers Orlistat den Wirkstoff Sibutramin, so die Warnung der US-Arzneibehörde FDA. Im Gegensatz zu Orlistat, das seit seit April 2009 auch in Europa ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden darf, ist Sibutramin rezeptpflichtig, und dies aus gutem Grund. Das indirekte Sympathomimetikum kann Herzfrequenz und Blutdruck steigern, weshalb es bei Patienten mit kardialer Vorschädigung kontraindiziert ist. Sibutramin ist derzeit Gegenstand einer Sicherheitsprüfung der FDA und der EMEA, nachdem sein Einsatz in einer randomisierten Studie (SCOUT) zum Anstieg eines Composite-Endpunkts aus Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzstillstand oder Tod gegenüber Placebo geführt hatte. >>>
+++ Keine Behandlung des ernährungsbedingten Übergewichtes mit Reductil +++ BfArM rät den Ärzten keine Verordnungen mehr für sibutraminhaltige Arzneimittel auszustellen London/Washington 21.Januar 2010 – Die europäische und die US-amerikanische Arzneibehörde haben unterschiedliche Konsequenzen aus den Zwischen-ergebnissen der SCOUT-Studie gezogen. Die EMA empfahl den Mitgliedsländern am Donnerstag das Ruhen der Zulassung für sibutraminhaltige Arzneimittel. Die FDA hat mitgeteilt, dass ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen besteht. Sibutraminhaltige Arzneimittel wurden 1997 (USA) beziehungsweise 1999 (Europa) zur Behandlung des ernährungsbedingten Übergewichtes zugelassen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät den Ärzten, keine Verordnungen für sibutraminhaltige Arzneimittel mehr auszustellen. Apotheker sollten diese nicht mehr an Patienten abgeben. Patienten wird empfohlen, den Rat ihres behandelnden Arztes einzuholen, auch dazu, welche Maßnahmen zur Verminderung des Körpergewichtes fortgeführt werden sollten. >>>
+++ Mitteilung der FDA +++ Leberrisiken durch Voltaren-Gel Washington – Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA vermutet, dass eine topische Anwendung von Diclofenac die Leber schädigen kann. Diese sind ein beliebtes Mittel zur äußerlichen Behandlung von leichten Sportverletzungen wie Prellungen oder Zerrungen. Wohl wenige Anwender dürfte sich Gedanken darüber machen, dass der Wirkstoff nach einer Resorption durch die Haut systemische Nebenwirkungen haben könnte. Der Hersteller des Voltaren®-Gels wurde angewiesen, in seinen Fachinformationen darauf hinzuweisen. Zu den möglichen Folgen zählt die FDA eine schwere Leberschädigung. Die Mitteilung lässt jedoch offen, ob sie tatsächlich nach topischer Anwendung aufgetreten sind. Der Hersteller muss jedoch in den Fachinformationen ausführlich auf dieses Risiko eingehen. Regelmäßige Anwender sollten innerhalb von vier bis acht Wochen nach Beginn der Therapie die Transaminasen bestimmen zu lassen. >>>
+++ Drei Chargen von Sinex Nasenspray zurückgerufen +++ Schwalbach – Das Unternehmen Procter & Gamble ruft wegen einer möglichen Verunreinigung durch Bakterien drei Chargen seines „Sinex Nasensprays“ in Deutschland, Großbritannien und den USA zurück.
In Deutschland wird das Mittel als „Wick Sinex Schnupfenspray Dosiersystem 15 ml“ vertrieben, wie Procter & Gamble am Donnerstabend in Schwalbach mitteilte. Die Nummer der in Deutschland zurückgerufenen Charge lautet demnach 9224028833. Der Rückruf sei eine vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme, nachdem in einer geringen Zahl von in Groß Gerau produzierten Packungen unter der für die USA bestimmten Chargennummer 9239028831 das Bakterium B. cepacia gefunden worden sei. Berichte über Krankheitsfälle sind den Angaben zufolge bislang nicht bekannt. Chargen-Nr. für Deutschland: 9224028833>>>
+++ Erythropoese-stimulierende Arzneimittel +++ Thromboembolierisiko in der Krebstherapie - Studie analysierte Daten von US-Krebs-Patienten New York City, 10. November 2009 – Der Einsatz von Erythropoese stimulierenden Medikamenten (ESA) hat sich in den USA innerhalb von zehn Jahren verzehnfacht, ohne dass es zu der erhofften Entlastung der Blutbanken kam. Stattdessen dokumentiert eine Studie einen Anstieg der Thromboembolien, die allerdings ohne Einfluss auf die Sterblichkeit blieb (Journal of the National Cancer Institute (2009; doi: 10.1093/jnci/djp387). Bereits im Frühjahr 2007 warnte die FDA vor einem erhöhten Thromboembolierisiko von ESA. Sie stehen außerdem im Verdacht, das Krebswachstum zu stimulieren und in Studien die Sterblichkeit der Patienten zu erhöhen. Die retrospektive Analyse zeigt nach Ansicht der Autoren, wie wichtig eine kontinuierliche Überprüfung der Sicherheit von Medikamenten auch nach deren Zulassung ist, zumal diese Medikamente häufig bei Patienten eingesetzt würden, welche die Einschlusskriterien der klinischen Studien nicht erfüllen. In der Tumorbehandlung sind dies häufig ältere Hoch-Risiko Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren, auf die die Ergebnisse der klinischen Studien nur bedingt anwendbar sind. >>>
Die Handelskette Kaufland sowie die Drogeriemärkte Schlecker und dm reagierten damit auf eine Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wie die Organisation mitteilte. Die Studie hatte Anfang Oktober in einer Reihe von Baby-Schnullern die hormonell wirksame Chemikalie nachgewiesen. Bisphenol A steht in Verdacht, unfruchtbar zu machen, die Gehirnentwicklung zu schädigen oder Brustkrebs auszulösen. >>>
FDA verfügte jetzt entsprechende umrahmte Warnhinweise (boxed warning)
Washington – Der Einsatz von Medikamenten, die die Wirkung des Tumornekrosefaktors alpha (TNF) blockieren, geht bei Kindern und Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko von Lymphomen und anderen Krebserkrankungen einher. Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA verfügte jetzt entsprechende umrahmte Warnhinweise (boxed warning) in den Fachinformationen. Sie betreffen auch ein erhöhtes Leukämierisiko bei Erwachsenen und Kindern und die mögliche Induktion einer Psoriasis. Dass die im Juni 2008 angekündigte Sicherheitsprüfung der FDA länger als ein Jahr dauerte, könnte damit zusammenhängen, dass eine Kausalität nur schwer nachzuweisen ist. Einerseits erhalten die meisten Patienten mit schweren rheumatischen Erkrankungen weitere Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Methotrexat, die ebenfalls mit einer erhöhten Krebsrate in Verbindung gebracht werden. Andererseits haben Patienten mit einigen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn krankheitsbedingt ein erhöhtes Krebsrisiko. Auch bei der rheumatoiden Arthritis (RA) weisen epidemiologische Studien auf ein erhöhtes Leukämierisiko hin. >>>
Washington - Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft, ob das Asthma-Medikament Xolair der Schweizer Pharmahersteller Roche und Novartis zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko führt.
Die Zwischenergebnisse einer Studie zu Xolair hätten mögliche Hinweise auf eine solche Gefahr gegeben, teilte die FDA am Donnerstag mit. In den USA wird Xolair von Novartis und der Roche-Tochter Genentech gemeinsam vermarktet. Die Resultate deuteten zwar auf ein gestiegenes Risiko für Herzinfarkte, Herzversagen, unregelmäßigen Herzrhythmus oder Herzschlag bei Xolair-Patienten hin. Die Daten müssten aber noch genauer geprüft werden, erklärte die FDA. Genentech-Sprecherin Tara Cooper sagte, dass der bislang beschränkte Datensatz eine "definitive Verbindung zur Verwendung von Xolair ausschließe". Derzeit verfügten die Unternehmen nicht über genügend Informationen, um ihre Bewertung für das Nutzen-Risiko-Profil von Xolair zu verändern. Die FDA rät nach eigenen Angaben gegenwärtig nicht zu einer Änderung bei der Verschreibung oder Anwendung des Asthma-Mittels. >>>
+++ Plötzliche Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS +++ FDA untersucht plötzliche Todesfälle unter Ritalin® Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA klärt zur Hinweise, ob Psychostimulanzien, die zur Behandlung der AHDS eingesetzt werden, das Risiko eines plötzlichen Herztodes erhöhen. Anlass sind die Ergebnisse einer Fallkontrollstudie im American Journal of Psychiatry (2009; doi: 10.1176/appi.ajp.2009. 09040472), die nach Einschätzung der Behörde jedoch zahlreiche Einschränkungen aufweist. Im Auftrag der FDA und des US-National Institute of Mental Health hat Madelyn Gould von der Columbia Universität in New York City die Krankenakten von 564 Kindern im Alter von 7 bis 19 Jahren ausgewertet, die in den Jahren 1985 bis 1996 an einem plötzlichen Herztod gestorben waren. >>>
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ändert zum 1. September die Zulassung für Arzneimittel mit Traubensilberkerze.
Die Behörde forderte die Hersteller auf, ihre Produktinformationen hinsichtlich des möglicherweise erhöhten Risikos von Leberschädigungen zu ändern. Betroffen sind der Behörde zufolge alle Cimicifuga-haltigen Arzneimittel, einschließlich Homöopathika bis zur Verdünnungsstufe D2. Bei der Anwendung von Arzneimitteln mit Traubensilberkerze waren Fälle von Leberschädigungen aufgetreten. Die Gebrauchsinformation muss deshalb künftig darauf hinweisen, dass Patienten die Einnahme sofort beenden und ihren Arzt aufsuchen sollten, wenn Zeichen einer Leberschädigung wie Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunkler Urin oder Übelkeit auftreten. Die Häufigkeit der Nebenwirkung ist auf der Grundlage der verfügbaren Daten bislang nicht abschätzbar. >>>
Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA hat dem EU-weiten Rückruf von Raptiva® (Efalizumab) des Herstellers Merck Serono angeordnet. In den nächsten Tagen sollen alle Packungen des Antipsoriatrikums von Apotheken, Großhändlern und Krankenhäusern zurückgefordert werden, teilte die Behörde mit. Das Mittel soll den Angaben zufolge künftig nicht mehr auf dem europäischen Markt verfügbar sein. Der Entscheidung war eine Bewertung von Raptiva durch die EMEA vorausgegangen: Das Nutzen-Risiko-Profil des Medikaments sei nicht länger als günstig einzustufen, teilte die Behörde bereits im Februar mit. Zuvor waren Fällen von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) sowie andere schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach der Anwendung von Efalizumab berichtet worden. >>>
25. Mai 2009 – Das Deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bittet in einer Mitteilung von heute dringend um die Beachtung der aktualisierten Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen in der Fachinformation zu Erlotinib (Tarceva). Patienten, die das Zytostatikum Tarceva (Erlotinib) einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko eine Magen-Darm-Perforation zu entwickeln. Darauf weist der Hersteller Roche in einem Rote-Hand-Brief hin. Bei Auftreten der unerwünschten Arzneimittelwirkung sollte das Präparat den Angaben zufolge nicht weiter angewendet werden. Fach- und Gebrauchsinformation des Tyrosinkinase-Inhibitors wurden entsprechend aktualisiert. Betroffen sind laut Roche insbesondere Patienten, die gleichzeitig antiangiogenetische Arzneimittel, Kortikosteroide, nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID) beziehungsweise eine Taxan-basierte Chemotherapie erhalten, oder Patienten mit peptischen Ulzerationen oder Divertikulose in der Vorgeschichte. >>>
+++ Produktfälschungen der Novofine Kanülen 31G +++ Warnung zu Produktfälschungen der Novofine Kanülen 31G (Charge 08J02S) Das BfArM wurde informiert, dass Produktfälschungen der Novofine 31G Kanülen (Charge 08J02S) von einer polnischen Firma in UK vertrieben wurden und potentielle Risiken (z.B. Schmerzen, Infektionen, Schwierigkeiten bei der Kanülenbefestigung auf dem Insulinpen) mit der Anwendung verbunden sind. Es ist derzeit nicht auszuschließen, dass sich die Fälschungen der o.g. Charge auch auf dem deutschen Markt befinden. Falls die betroffene Charge sich bei Anwendern oder Vertreibern im Bestand befindet, sollte der Bestand gesperrt werden, nicht in Anwendung gelangen und die Firma Novo Nordisk kontaktiert werden. >>>
Mehrere Bundesländer haben den Vertrieb der Cola des Herstellers Red Bull untersagt.
Allerdings hält der Pharmakologe Dr. Fritz Sörgel trotz des Funds der Kokainspuren die lebensmittelrechtlichen Maßnahmen gegen die Cola von Red Bull für übertrieben. Er habe bei einem massenspektroskopischen Schnelltest erhebliche Schwankungen zwischen verschiedenen Chargen von Red Bull Cola für die Stoffe Kokain und dessen Abbauprodukt Benzoylecgonin (BEC) gefunden, sagte der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg. >>>
Der FDA wurden mindestens acht Berichte von Kindern vorgelegt, bei denen es durch eine sekundäre Exposition zu gesundheitlichen Schäden kam.
Bei den Kindern im Alter von neun Monaten bis fünf Jahren kam es zu einer Vergrößerung der Genitalien (Penis oder Clitoris), zu einer vorzeitigen Schamhaarentwicklung, zu einer Alterung der Knochen, einem Anstieg der Libido sowie zu einem aggressiven Verhalten. Bei den meisten Kindern hatten sich Krankheitszeichen und Symptome einer unangemessenen Virilisierung zurückgebildet, nachdem der Zusammenhang erkannt und die Exposition abgestellt wurde. In einigen Fällen hatten sich die Genitalien jedoch nicht mehr auf die dem Alter angemessene Größe zurückentwickelt. Das Knochenalter hat weiter über dem chronologischen Alter des Kindes gelegen. Um weitere Fälle zu verhindern, ordnet die FDA einen umrahmten Warnhinweis (boxed warning) an.Testosterone werden nicht nur bei krankhaften Funktionsstörungen der männlichen Gonaden, sondern zunehmend auch beim physiologischen Hypogonadismus des Mannes im Alter eingesetzt, sowie bei Libidostörungen der Frau.>>>
Berlin - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt aus aktuellem Anlass vor dem Kauf und der Einnahme von Schlankheitsprodukten, die als Nahrungsergänzungsmittel im Internet angebotenen und vertriebenen werden. In jüngster Zeit wurde auf diversen Seiten ein Produkt mit dem Namen „FSS – Fat slimming show“ als reines pflanzliches Präparat beworben. Tatsächlich enthielten die Kapseln durchschnittlich 12,5 Milligramm Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat. >>>
Als Grund nennen die Auroren auch den unkritischen Einsatz des Präpates (JAMA 2009; 301: 1066-1069). Die anfängliche Hoffnung, die Resistenzmutation würde die Virulenz der Erreger schwächen, scheint nicht einzutreten. Die Gründe für die Ausbreitung sind noch unklar. Eine unkritische Verwendung von Oseltamivir (Tamiflu®) scheidet allerdings aus. Sie könne nicht erklären, warum im letzten Jahr die mit Abstand höchste Prävalenz von Resistenzen (67%) ausgerechnet aus Norwegen gemeldet wurde, Hier wird Oseltamivir nur gegen Rezept ausgegeben und daher selten angewendet. >>>
So wird neuerdings ein so genanntes Potenzmittel angeboten, das als rein pflanzliches Präparat deklariert ist und unter dem Namen „SensaMen“ verkauft wird. Als Hersteller wird die Firma BioProducts International BV mit Sitz in Culemborg, Niederlande, genannt. Das Produkt enthält nach Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die nicht deklarierten Substanzen Dimethylsildenafil und Dimethylthiosildenafil. Beide sind chemische Abkömmlinge des in Deutschland zugelassenen, verschreibungspflichtigen Wirkstoffes Sildenafil (Viagra®). >>>
+++ Einnahme von Folsäure erhöht das Prostatakarzinomrisiko +++ Regelmäßige Einnahme von Folsäure scheint das Krebsrisiko zu erhöhen. Los Angeles, 10.3. 2008 – Nachdem die frühere Analyse einer randomisierten Studie bereits eine erhöhte Rate von fortgeschrittenen Darmpolypen aufgedeckt hatte, deutet eine aktuelle Auswertung im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2009; doi: 10.1093/jnci/djp019) auf ein deutlich erhöhtes Prostatakrebsrisiko hin. Erneut widerlegt damit eine randomisierte Studie die Ergebnisse früherer Beobachtungsstudien zur Einnahme von Vitaminen. Auch für Betacaroten hatte es eine Reihe von Hinweisen gegeben, wonach Patienten mit Lungenkrebs einen Mangel an diesem Vitamin haben. Doch in zwei Interventionsstudien, dem Alpha-Tocopherol, Beta-Carotene Cancer Prevention Study (ATBC-Studie) und dem Beta-Carotene Retinol Efficacy Trial (CARET) führte die hoch dosierte Therapie zu einem Anstieg der Krebsrate. >>>
+++ Behandlung von Schmerzen +++ Hat der US-Schmerzforscher Scott Reuben 21 Studien gefälscht? Der namhafte US-Experte zur Behandlung von postoperativen Schmerzen soll in großem Stil wissenschaftliche Studien gefälscht haben. Das berichtet das US-MediumNew York Timesunter Berufung auf Ermittlungen seines ehemaligen Arbeitsgebers. Das Baystate Medical Center hat Scott Reuben inzwischen von seiner Homepage gelöscht. Der Anästhesiologe soll keine der Studien, die er in 21 wissenschaftlichen Arbeiten, hauptsächlich in Anesthesia & Analgesia, publiziert hat, durchgeführt haben.>>>
Die FDA hat einen umrahmten Warnhinweis für Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid (z. B. Paspertin®, MCP ratiopharm® etc.) verfügt.
Es wird auf das Risiko einer tardiven Dyskinesie hingewiesen, das mit zunehmender Dauer der Therapie mit dem Antiemetikum steigt. Die Hersteller werden außerdem verpflichtet, eine „Risk evaluation and mitigation strategy (REMS)“ zu implementieren. Die tardive Dyskinesie ist gekennzeichnet durch unwillkürliche repetitive Bewegungen in den Extremitäten und im Gesichtsbereich (Zuckungen, Schmatz- und Kaubewegungen). An den Extremitäten sind Störungen in den Bewegungen der Finger charakteristisch für diese extrapyramidale Störung, die sehr selten reversibel ist, auch wenn es bei einigen Patienten nach dem Absetzen von Metoclopramid zu einer Besserung und auch zum völligen Abklingen der Symptome kommen kann. >>>
Die US-Zulassungsbehörde FDA beschränkt sich vorerst auf einen Public Health Alert. Der Wirkstoff Efalizumab ist ein monoklonaler Antikörper und wird parenteral einmal wöchentlich subkutan verabreicht. Er blockiert den Rezeptor (LFA-1) auf den Leukozyten und verhindert dadurch, dass diese Zellen ins Entzündungsgebiet eindringen können. >>>
Die EMEA fordert eine entsprechende Kontraindikation in den Fachinformationen. Bereits in den kontrollierten klinischen Studien traten während der Behandlung mit Rasilez vereinzelt Angioödeme auf. Nach den Angaben in den derzeitigen Fachinformationen soll die Rate vergleichbar mit derjenigen unter Placebo oder Hydrochlorothiazid gewesen sein. Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EMEA kommt jetzt zu einer anderen Einstufung. Patienten, die in der Vergangenheit bereits einmal unter der Therapie mit Aliskiren ein Angioödem entwickelt haben, sollen diesen Wirkstoff in Zukunft nicht mehr erhalten. Kommt es unter der Therapie zu einem Angioödem, müsse das Medikament sofort abgesetzt werden. Trotz des Risikos überwiegen nach Einschätzung der CHMP die Vorteile des Antihypertonikums, das deshalb nicht von einer Marktrücknahme bedroht ist. >>>
+++ Asthmatherapie: Das Risiko schwerer und tödlicher Komplikationen +++ FDA-Mitarbeiter fordern Verbot von Asthmamedikamenten Einer Meta-Analyse der amerikanischen Arzneibehörde FDA zufolge erhöhen lang wirkende Beta-Agonisten bei Asthmapatienten das Risiko schwerer und tödlicher Komplikationen. Das geht aus den am Wochenende auf der FDA-Website veröffentlichten Unterlagen zu einer Gutachtertagung hervor, die in dieser Woche stattfindet. Die betroffenen Hersteller betonen die Sicherheit ihrer Präparate. Doch innerhalb der FDA scheint Uneinigkeit über die zu ergreifenden Maßnahmen zu bestehen. Die Sicherheitsbedenken gegen lang wirkende Beta-Agonisten (long-acting beta agonists, LABA) bestehen seit Bekanntwerden des Salmeterol Multicenter Asthma Research Trial (SMART). Sie hatte ein absolut geringes, aber relativ deutlich erhöhtes asthmabedingtes Sterberisiko unter dem Einsatz des LABA Salmeterol gezeigt (Chest 2006; 129: 15-26). Es folgten Warnhinweise der FDA, die nicht auf Salmeterol beschränkt blieben. >>>
US-Studie findet signifikant erhöhtes Risiko Ein erhöhtes Risiko, kadiovaskuläre Komplikationen zu entwickeln, haben Patienten, die mit Bisphosphonaten behandelt werden. Dazu zählen Vorhofflimmern (VF) oder Arrhythmien. Entsprechende Studienergebnisse wurden bei der CHEST 2008 in Philadelphia vorgestellt. Alendronat und Zoledronsäure, zwei der gängigsten Osteoporose-Medikamente standen dabei im Focus. Unter ihrer Anwendung treten signifikant mehr Rhythmusstörungen auf als unter Placebo. >>>
Unter der Therapie mit dem Psoriasismedikament Efalizumab (Raptiva®) ist es zum zweiten Mal zu einer tödlichen Hirninfektion mit dem JC-Virus gekommen. Dies teilt der US-Hersteller Genentech in einer Pressemitteilung mit. Beide Patienten, der erste im Alter von siebzig Jahren, der jetzige im Alter von 73 Jahren, starben an einer progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML), nachdem sie über vier Jahre mit Raptiva behandelt worden waren. >>>
+++ EMEA empfiehlt, vorerst keine weiteren Verordnungen für Acomplia® +++ und verzichtet bei Xenical® auf Rezeptpflicht Die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) das Ruhen der Zulassung für das Abmagerungsmittel Acomplia® (Rimonabant) empfohlen, woraufhin der Hersteller den Vertrieb einstellte. Gleichzeitig empfiehlt die EMEA Xenical® (Orlistat) von der Verschreibungspflicht zu entheben. Orlistat ist das ältere der beiden Abmagerungsmittel. Als Xenical® wurde es 1998 in Deutschland eingeführt. Rimonabant wurde als Acomplia® im September 2006 zugelassen. >>>
+++ Triple-Therapie: Blutungen unter Marcumar plus Antithrombotika +++ Immer häufiger erhalten Patienten Antithrombotika plus Marcumar® (beispielsweise Marcumar® für Vorhofflimmern, plus ASS für KHK, plus Clopidogrel für Stenting). Zwei aktuelle Studien untersuchten das Blutungsrisiko bei diesen Patienten. In einer Studie aus Italien wurden 127 Patienten für 6 Monate beobachtet. Sie waren bereits mit Warfarin (in Deutschland Marcumar®) zur Antikoagulation (für Vorhofflimmern oder Herzklappenersatz) eingestellt, und hatten nach einer perkutanen koronaren Intervention (PCI) mit Stent-Implantation zusätzlich ASS und Clodipogrel erhalten. Also eine Triple-Therapie. In der Beobachtungszeit erfuhren 6 Patienten schwere Blutungen, die infolge von Hirnblutungen zu drei Todesfällen führten. >>>
+++ Anwendungsbeschränkungen für Epoetine +++ Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert in einem Brief alle Verordner von Erythropoese-stimulierenden Arzneimitteln (Epoetine) über die Anwendungsbeschränkungen, welche die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) im September letzten Jahres und im Juni diesen Jahres verfügt hat. Die Anwendungsbeschränkungen vom letzten Jahr wurden mittlerweile in die Fachinformationen der Epoetine übernommen, heißt es in der Pressemitteilung. >>>
+++ Magenblutungen durch Antidepressiva +++ SSRI vermindern die Serotoninkonzentration in den Thrombozyten Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) erhöhen das Risiko von oberen gastrointestinalen Blutungen, vor allem, wenn sie mit anderen Risikomedikamenten eingenommen werden. Ergebnissen einer Fall-Kontrollstudie in den Archives of General Psychiatry(2008; 65: 795-803) zufolge ist auch der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) Venlafaxin betroffen. >>>
+++ Brustvergrößerung mit Hyaloronsäure – Studienlage ist dürftig! +++ Darauf weist, nicht zuletzt vor dem Hintergrund gehäufter medialer Berichterstattung und einer daraus resultierenden verstärkten Nachfrage der Patientinnen, die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) hin. Ursache des Mangels an empirischen Langzeitstudien ist die Zulassung von Hyaloronsäure als Medizinprodukt der Klasse III. Zwar bezeichnet diese Klasse ein Medizinprodukt mit hohem Gefahrenpotential, trotzdem ist die Zulassung im Vergleich zu einem Arzneimittel unkompliziert. >>>
Regranex® Wundgel fördert möglicherweise das Tumorwachstum Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat einen umrahmten Warnhinweis (boxed warning) für die Fachinformation des Wundgels Regranex® verfügt. Der Warnhinweis informiert über eine erhöhte Krebssterblichkeit, die in einer retrospektiven Studie nach Anwendung von drei oder mehr Tuben Regranex® aufgefallen war. Das Präparat, in den USA seit 1997 und in Deutschland seit 2000 zugelassen, enthält den Wirkstoff Becaplermin in der Konzentration von 0,01%. Es handelt sich um einen rekombinanten thrombozytären Wachstumsfaktor, der in schlecht heilenden Wunden, z. B. beim diabetischen Fuß, die Granulation fördert. Becaplermin wirkt an PDG-Rezeptoren, die auch auf zahlreichen Tumorzellen vorhanden sind. >>>
+++ Therapie mit TNF-Blockern bei Kindern und Jugendlichen +++ Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nach Einsatz mit TNF-Blockern Early Communication About an Ongoing Safety Review of Tumor Necrosis Factor (TNF) Blockers. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA überprüft derzeit 30 Fälle von Lymphomen und weiteren Krebserkrankungen, die bei Kindern und Jugendlichen nach dem Einsatz der Medikamente Remicade®, Enbrel®, Humira® und Cimzia® (in Deutschland als Pegol® vor der Zulassung) aufgetreten sind. Diese Medikamente enthalten Wirkstoffe gegen den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha, einem wichtigen Zytokin der Immunabwehr. Sie werden bei Kindern und Jugendlichen zur Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA), dem Morbus Crohn und anderen Erkrankungen eingesetzt, in deren Pathogenese eine Überreaktion der Immunabwehr eine Rolle spielt.>>>
+++ Antipsychotika mit tödlichen Risiken +++ Verhaltensstörungen von Demenzpatienten lassen sich mit Neuroleptika gut behandeln. Doch nach der Auswertung von Verordnungsdaten aus Kanada in den Archives of Internal Medicine (2008; 168: 1090-1096) ist auch der kurzfristige Einsatz in der ambulanten Therapie nicht ohne Risiken. Während die älteren „typischen“ Neuroleptika wie Haloperidol häufig mit extrapyramidalen Nebenwirkungen einhergehen, gelten die neueren „atypischen“ Neuro-leptika als gut verträglich. Der dauerhafter Einsatz bei älteren Menschen mit Demenzen ist jedoch nicht ohne Risiken, wie eine Reihe früherer Studien zeigte. Sie veranlassten die amerikanische Zulassungsbehörde FDA schon im April 2005 zu einem Public Health Advisory, der die zurückhaltende Verordnung dieser Medikamente anmahnt.>>>
Davor warnen US-Forscher in einem Leserbrief im New England Journal of Medicine (2008; 358: 2185-2186). Triptane wirken als Agonisten am Rezeptor für den Neurotransmitter Serotonin. Dessen Konzentration wird gesteigert durch die Einnahme von Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder der selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Bislang wurde dieses lebensgefährliche „Serotonin-Syndrom“, vor dem die FDA bereits im Juli 2006 warnte, nur bei Patienten beobachtet, die sowohl mit Triptanen als auch mit Antidepressiva behandelt wurden. >>>
+++ Verunreinigungen auch in niedermolekularem Heparin Enoxapain +++ In mehreren Ländern sind erstmals Verunreinigungen in einem niedermolekularen Heparin nachgewiesen worden. Betroffen ist das von sanofi-aventis vertriebene Enoxaparin. Die Aufsichtsbehörden mehrerer Länder haben, wie berichtet, in den letzten Wochen die Prüfung von Heparin-Chargen auf Kontaminationen mit übersulfatiertem Chondoitoninsulfat (OSCS) angeordnet. Diese Verunreinigung steht in dem Verdacht für zahlreiche schwere allergische Reaktionen verantwortlich zu sein, die bei Patienten in den USA und in Deutschland aufgetreten sind. Daraufhin wurde eine Reihe von Heparin-Chargen unter-schiedlicher Hersteller vom Markt genommen oder ihre Auslieferung gesperrt. Die australische Aufsichtsbehörde Therapeutic Goods Administration ließ am 22. April fünf Chargen von Clexane® zurückrufen. Kontaminiertes Enoxaparin wird jetzt auch aus Schweden, England (und nach unbestätigten Presseberichten aus Spanien) gemeldet. >>>
+++ Risiko-Ritalin® : Kardiologen fordern EKG-Screening +++ Bei allen Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sollte vor Beginn einer medikamentösen Therapie ein EKG angefertigt werden Dies fordert die American Heart Association in Circulation (2008, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.107. 189473). Der Grund sind selten beobachtete Todesfälle unter der Therapie mit Psychostimulanzien wie Methylphenidat, die kardiale Nebenwirkungen haben können. Nach Angaben der Arzneimittelbehörde FDA sind in den Jahren 1999 bis 2004 19 Kinder unter der ADHS-Therapie mit Psychostimulanzien an einem plötzlichen Herztod gestorben. Weitere 26 Kinder erlitten kardiovaskuläre Komplikationen wie Schlaganfall, Herzstillstand oder Palpitationen, heißt in der Pressemitteilung der American Heart Association. >>>
+++ Steigert HIV-Medikament das Herzinfarkt-Risiko? +++ THE LANCET: Es gibt Zweifel an der Langzeitsicherheit des HIV-Reverse-Transkriptase-Hemmers Abacavir, denn es zeigte sich, dass Abacavir und das seltener verwendete Medikament Didanosin in Zusammenhang mit einem erhöhten Myokardinfarktrisiko stehen. >>>
Der EMEA liegen 29 Berichte von Leberschäden bei Patienten vor, von denen zwei Drittel als schwerwiegend eingestuft werden. Nach Angaben des Herstellers haben seit der Einführung in den USA (November 2004, Europa Juni 2006) weltweit 24.000 Patienten das Medikamente erhalten. Zugelassen ist Tysabri® zur Behandlung der schubförmig verlaufenden multiple Sklerose, und zwar als krankheitsmodifizierende Monotherapie bei Versagen einer Interferontherapie oder als primärer Ansatz bei Patienten mit besonders rasch fortschreitender schubförmiger Erkrankung. >>>
+++ Ältere Blutkonserven: Kliniksterblichkeit nach Herz-OP signifikant höher +++ Bei Herzoperationen mit Herzlungenmaschine möglichst frische Konserven verwenden Cleveland – Patienten, die während einer Herzoperation eine Bluttransfusion benötigen, haben einer Beobachtungsstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2008; 358: 1229-1239) zufolge deutlich bessere Überlebenschancen, wenn die verabreichten Blut-konserven weniger als zwei Wochen alt sind. >>>
+++ Heparin – FDA bestätigt Kontamination mit Chondroitinsulfat +++ Washington – Die amerikanische Arzneibehörde FDA hat bestätigt, dass übersulfatiertes Chondroitinsulfat in den verunreinigten Heparin-Chargen gefunden wurde, die in den USA und Deutschland mehr als 800 schwere allergische Reaktionen (in den USA mit neunzehn Todesfällen) ausgelöst hat. Eine bewusste Fälschung ist damit mehr als wahrscheinlich.>>>
+++ Rückruf von Injektionslösungen mit unfraktioniertem Heparin: Aktuelle Informationen +++ Das BfArM aktualisiert hiermit seine frühere Mitteilung zum Rückruf von Injektionslösungen mit unfraktioniertem Heparin. Am 07.03.2008 hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ( BfArM ) über den Rückruf von einigen Chargen des Arzneimittels Heparin-Rotexmedica berichtet. >>>
Eine Änderung der Fachinformationen zum Virustatikum Telbivudin (Sebivo®) hat die europäische Arzneimittelagentur EMEA verfügt. Dort wird jetzt vor der Gefahr von peripheren Neuropathien gewarnt. Ärzte werden aufgefordert, auf Hinweise zu achten, und in diesem Fall die Fortsetzung der Therapie zu überdenken. Sebivo® wurde im letzten Jahr zur Monotherapie der chronischen Hepatitis B bei Patienten mit kompensierter Leberfunktion zugelassen. Es handelt sich um ein Thymidin- Nukleosidanalogon, das bei der Virusreplikation als „falscher Baustein“ in die Virus-DNA eingebaut wird und zum Kettenabbruch führt. Das Medikament hat sich in einer großen randomisierten kontrollierten Studie mit 1.370 Patienten als wirksam erwiesen (NEJM 2007; 357: 2576-2588). >>>
+++ Rosiglitazon – Kontraindikation nach Herzinfarkt +++ Diabetesmedikamente, die den Wirkstoff Rosiglitazon enthalten, sind künftig bei Patienten mit akutem koronarem Syndrom (ACS) kontraindiziert. Dies verfügte jetzt die europäische Arzneimittelbehörde EMEA, die damit eindeutiger als die US-amerikanische FDA auf Studien reagiert, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko unter der Therapie mit dem Wirkstoff vermuten lassen. >>>
+++ Methadon ist eine mögliche Ursache des plötzlichen Herztodes +++ Aus den USA kommen immer häufiger Berichte über plötzliche Todesfälle unter Methadon, das nicht bei der Substitutionstherapie von Heroinabhängigen eingesetzt wird. Methadon wird zunehmend auch als kostengünstiges Opioid in der Schmerztherapie eingesetzt. Nach Ergebnissen einer Fall-Kontroll-Studie im American Journal of Medicine (2008; 121: 66-71) könnte das Risiko von plötzlichen Todesfällen schon bei therapeutischen Wirkstoffkonzentrationen erhöht sein. Die Analyse basierte auf einem Vergleich von zwei Fallgruppen. >>>
+++ Therapie mit Bisphosphonaten +++ Die amerikanische Arzneimittelagentur FDA erinnert in einem Warnhinweis Ärzte daran, dass es unter der Therapie mit Bisphosphonaten zu schweren Schmerzen im Bewegungsapparat kommen kann. Die europäische Arzneimittelagentur EMEA überarbeitet derzeit die Sicherheitshinweise einmal zu den kardiovaskulären Risiken von Bisphosphonaten und dann zur Gefahr von Kiefernekrosen. Nach einer Publikation im Journal of the American Dental Association (2008; 139: 23-30) überwiegen bei oralen Bisphosphonate die Vorteile für die Kiefergesundheit. >>>